Kinderhaus
Bissig und selbstironisch

Sonntag, 20.09.2009, 19:09 Uhr

Münster-Kinderhaus - Die Studiobühne im Stadtteiltreff „Mokido“ im Bürgerhaus hatte in ihrer Reihe „KiCK (kinderhauser Comedy Kocktail) solo“ den politischen Kabarettisten Alparslan Marx zu Gast. Er ist der geborene Integrator - er kam in Lübeck zur Welt und wuchs in Istanbul auf. Nach der Schule ging er wieder nach Deutschland und lebt seitdem in Köln. Er heiratete eine Deutsche, wurde Bauunternehmer und im Nebenberuf Kabarettist. Und seitdem teilt er in seinem Bühnenprogramm „Der Integrator“ aus, was er auf dem langen Weg vom „Gastarbeiter“ zum „Deutschen mit Migrationshintergrund“ hat einstecken müssen.

Bissig, selbstironisch und unterhaltsam verteilt Alparslan Seitenhiebe, bei denen den Zuschauern manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt. So zählt er Doppeldeutigkeiten auf: ein weißer Schimmel, eine runde Kugel, ein krimineller Ausländer. Er nimmt in seinem Alleingang auf der Bühne die typischen Verhaltensweisen von Türken und Deutschen aufs Korn - auf der einen Seite die Obrigkeitshörigkeit und Ordnungswut und auf der anderen Seite den laxen Umgang mit Vorschriften und Verboten.

Für Türken gilt in Deutschland ein Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft, sagt der Kabarettist, während es für andere Nationalitäten nicht gilt, was er als seltsam empfindet. An den Grenzen würde man als Türke die Beamten eines jeden Landes persönlich kennenlernen - und die jeweiligen Verhörmethoden.

Auch der deutsche Einbürgerungstest war ein Ziel seines bissigen Spotts. Manche Fragen erinnern ihn an die 50-Euro-Eingangsfrage bei „Wer wird Millionär“, während bei anderen Fragen der Sinn auch bei mehrmaligen Lesen verschwommen bleibt.

Alparslan Marx hat bei allen Bissigkeiten aber immer ein Lächeln im Gesicht, und auch sein Ton bleibt verbindlich - er will eben der große Integrator sein und kein Aufwiegler.

Er möchte ein fruchtbares Klima für ein friedliches Miteinander von Christen und Moslems schaffen. Er hat eine Vision: „Territoriale Identität ergänzt ethnische Identität“. „Wir sind alle D-Länder“, sagt er.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/340660?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F598413%2F598419%2F
Frau fühlt sich von Polizei im Stich gelassen
Mit dem so genannten Enkeltrick wollte ein Anrufer bei einer 65-jährigen Frau aus Beckum 20 000 Euro erbeuten.
Nachrichten-Ticker