Kinderhaus
Gäste aus Galiläa

Freitag, 20.11.2009, 17:11 Uhr

Münster-Kinderhaus - Es ist ein Familienbesuch bei Freunden: Pfarrer Nadeem Shakour ist mit seiner Frau Adlin und ihren beiden jüngsten Kindern Jan Pierer (7) und Josef (18) zu Gast im Pfarrhaus St. Josef. Die beiden ältesten, George (26) und Missiana (23), sind in Galiläa geblieben.

Seit 2001 bestehen die Kontakte zu Familie Shakour und den katholisch-melkitischen Christen. So hat der jüngste Spross der Familie mit Herbert Holtrup einen Kinderhauser Patenonkel. Die freundschaftlichen Kontakte verbinden nicht nur die beiden Pfarrer Egbert Reers und Nadeem Shakour, sondern auch die Gemeinden hier wie dort durch den Palästinakreis.

Schon zuvor gab es über Erzbischof Elias Shakour, den Cousin Nadeem Shakours, und Schulleiter Heinz Beumer einen Austausch zwischen dem Gymnasium und der Universität in Ibellin.

Shakour war 2003 mit 15 melkitischen Christen in Kinderhaus , 2004 erstmals mit seiner Frau Adlin. Damals war er noch Pfarrer in der 35 000- Einwohner-Stadt Shefa-amir, in der Muslims und Drusen und die 8500 Christen seiner Gemeinde zusammenlebten.

Seit drei Jahren ist Shakour nun Pfarrer des 3500 Seelen zählenden Dorfes Miilya , an der Grenze zum Libanon. Knapp 30 Pfarrer gibt es im gesamten Bistum, über die Hälfte ist verheiratet. Sie betreuen 76 000 melkitische Christen in 40 Pfarreien, die zu 30 Gemeinden gehören.

Das Besondere an Miilya ist, das dort ausschließlich Christen leben. 1846 wurde dort, unter türkischer Herrschaft, die erste Kirche gebaut. Es ist eines der Grenzdörfer, das die Einwohner 1948 verlassen mussten. Nur in zwei Dörfer - Miilya und Fassouta - durften Christen zurückkehren.

„Unser Wunsch ist es, in Versöhnung zu leben“, betont Nadeem Shakour. Die Herausforderung heute sei, eine moderne Gemeinde wachsen zu lassen. „Jugendliche sind die Zukunft der Kirche“, unterstreicht der Pfarrer. Gebe die Kirche ihnen eine geistige und emotionale Heimat und eine christliche Identität, gebe es auch weniger Drogenprobleme, meint Adlin Shakour.

Miilya sei eine der Ortschaften Israels mit dem höchsten Ausbildungsniveau, aber wenig Arbeitsplätzen. Die meisten Einwohner - Lehrer, Juristen, Ärzte - arbeiteten entweder in Haifa oder umliegenden Dörfern. Zwar gebe es in Miilya viele schöne große Häuser, aber die seien von den Familien über Generationen aufgebaut worden. Für die heutigen Familien sei es oft schwer, sie zu halten, ergänzt Adlin Shakour. Die jungen Leute studierten zumeist in Jordanien, da sie Medizin oder Jura in Israel erst im Alter von 21 Jahren studieren könnten. Zu spät.

Die Gemeinde schaut in die Zukunft, unterstützt auch vom Orden der Diener und Dienerinnen des Evangeliums von der Barmherzigkeit Gottes. Sr. Monika Krämer, mit Shakours zurzeit in Deutschland. ist seit Februar in Miilya und hilft beim Aufbau neuer Strukturen für die Gemeindearbeit.

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