Kinderhaus
„Mein rechter, rechter Platz ist frei“

Dienstag, 17.05.2011, 18:05 Uhr

Münster-Kinderhaus - Knapp zehn Prozent seiner 180 Schüler betreffe das Problem Duldung momentan, erläutert Friedhelm Brockhausen, Leiter der Kinderhauser Uppenbergschule. Angst vor Abschiebung ist auch das Thema des 50-minütigen Videoprojektes „Mein rechter, rechter Platz ist frei . . . “, an dem neben der Uppenbergschule auch Schüler der Geistschule und der Grundschule Berg Fidel mitgewirkt haben.

Jetzt war Premiere in der Uppenbergschule. Der Hintergrund: Nach der Unterzeichnung eines sogenannten Rückübernahmeabkommens mit der neuen Kosovo-Regierung hätten auch Roma in Münster die Aufforderung erhalten, freiwillig auszureisen. Aktuell lebten 260 Roma in der Unsicherheit, abgeschoben zu werden, erläutert das Projektteam um Dokumentarfilmerin Katrin Schnieders , die mit der Beratungsstelle GGUA Flüchtlingshilfe Münster zusammenarbeitet, in einer Pressemitteilung. Zum Team gehörten zudem Regisseur Ralf Hinterding , Schauspieler Robert Sabanovic, Mira Federike und Hannes Jung.

Eine Unsicherheit, die sich auf die Familien und Kinder überträgt. Der Film zeigt eindringlich, dass Kinder und Jugendliche mit der Situation überfordert sind, nicht verstehen, warum jemand abgeschoben wird, zeigt ihre Hilflosigkeit und Traurigkeit. Sie können nicht nachvollziehen, warum im Unterricht auf einmal der Platz neben ihnen frei ist.

Der Film zeigt aber auch junge Leute mit Power, die zum Beispiel für ihr Leben gern tanzen: Breakdance am liebsten. Und daraus Kraft ziehen können. Oder zumindest ein Stück Ablenkung für den Moment. Und die lernen, sich zu informieren, um ihre Situation selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Besuch bei Münsters Sozialdezernent Thomas Paal gehört auch zum Film: Er spricht sich gegen die „Ketten-Duldung“ aus und unterstreicht, dass es nach diversen Verlängerungen der Duldung aus Fairness zum Bleiberecht kommen sollte.

Das Video-Projekt ist bereits in der Endrunde des Mixed-Up-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gelandet.

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