Hilfen mit Versöhnung und Bildung
Arbeitskreis Sri Lanka bietet erstmals Patenschaften für ausgewählte Mädchen an

Münster-kinderhaus -

„Politisch ist die Lage aufSri Lanka prekär“, sagte Lutz Löher, Vorsitzender des Arbeitskreises Sri Lanka bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Pfarrzentrum St. Josef. „Dort findet gerade ein stilles Abgleiten in die Diktatur statt.“ Es sei immer noch Krieg, auch wenn der eigentlich offiziell beendet sein solle. Es gebe Kämpfe zwischen Singhalesen und Tamilen, und der Präsident Mahinda Rajapaksa unternehme nichts dagegen.

Dienstag, 06.03.2012, 17:03 Uhr

„Die USA und Indien wollten versuchen zu helfen, doch der Präsident lehnt das ab“, berichtete Löher . Er war gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Paul Thelosen im Januar für zwei Wochen auf Sri Lanka und besuchte Partner des Vereins und deren Hilfsprojekte. Jetzt erstatteten die Beiden der Versammlung Bericht. Rajapaksa kooperiere zurzeit eng mit China. Aufgrund eines UN-Berichts habe der Präsident zwar eine Kommission gegründet, die sich die Versöhnung der beiden Bevölkerungsgruppen auf die Fahnen geschrieben habe, in der aber Fehler von Regierung und Armee abgestritten würden. Es gebe viel friedlichen Protest im Land, der gelegentlich mit großer Brutalität niedergeschlagen werde, so Löher weiter. Auch lebten immer noch zahlreiche Menschen in Flüchtlingslagern unter katastrophalen Bedingungen. Die Holy Familiy Sisters hätten mehrere Projekte zur Versöhnung ins Leben gerufen, die der Arbeitskreis weiter unterstütze. Weiter sei es ein Anliegen des Vereins, Bildungsprojekte anzubieten. „Nur so ist ein Schritt aus der Armut möglich“, betonte der Vereinsvorsitzende. Löher und Thelosen berichteten auch von mutigen Menschen, die sich bei ihrem Einsatz für andere selbst in Gefahr bringen. So habe Bischof Norbert aus Anuradhapura sich getraut, aus Protest gegen die Verhaftung einer Ordensschwester den Weihnachtsgottesdienst in seiner Kirche abzusagen. Und das, obwohl sich der Präsident, dessen katholische Frau und der gesamte Hofstaat angekündigt hatten. „Die Schwester wurde später freigelassen und Bischof Norbert ist noch am Leben“, versicherte Löher. Beides sei in Sri Lanka zurzeit keine Selbstverständlichkeit. Der Arbeitskreis hat während der Versammlung beschlossen, erstmals Patenschaften anzubieten. „Das haben wir bisher immer abgelehnt, weil wir nicht einzelne Kinder bevorzugen und damit Neid bei anderen provozieren wollten, erklärte Löher. Jetzt aber gebe es ein Projekt, das etwas anders sei. Auf einer kleinen Inselgruppe westlich von Puttalam leben mehrere Familien mit Kindern. Die Schule dort gehe nur bis zu vierten Klasse. Die Holy Family Sisters hätten vorgeschlagen, besonders begabten und fleißigen Mädchen von dort die Chance zu geben, eine weiterführende Schule zu besuchen. Zurzeit beträfe das eine Gruppe von bis zu fünf Mädchen. 160 Euro koste eine Patenschaft jährlich für ein Kind, berichtete Löher und bat die Mitglieder bei der Versammlung um Unterstützung. Geld ausgeben will der Verein außerdem für ein Altenheim, dass mit sanitären Anlagen ausgestattet werden soll. Viele bewährte Projekte mit zuverlässigen Partnern vor Ort laufen weiter. ► Wer den Arbeitskreis Sri Lanka der Gemeinde St. Josef unterstützten oder eine Patenschaft übernehmen will, kann sich an Lutz Löher, ' 21 16 98, oder per E-Mail an loeher@g29.de wenden.

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