Tangente verschwindet aus den Plänen
Bürgeranhörung zur Entlastungsstraße Nord

Münster-Kinderhaus -

Dritte Nordtangente oder Entlastungsstraße Nord – unter mehreren Begriffen gab es die Pläne für eine direkte Verbindungsstraße zwischen der Steinfurter Straße und dem Schifffahrter Damm quer durch Kinderbachtal und Grünflächen südlich von Coerde bis zum Kanal.

Freitag, 27.04.2012, 11:04 Uhr

Nun soll die Straße, die es bisher nur auf dem Plan gab, aus den Plänen verschwinden. Gegner der Straße hat es viele gegeben, mittlerweile ist auch die Politik dagegen. 2010 gab sie mit einem Ratsbeschluss der Verwaltung den Auftrag, den Flächennutzungsplan zu ändern und die Straße aus dem Plan zu entfernen. „Die Änderung eines Flächennutzungsplans ist ein förmliches Verfahren, bei dem eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, eine Offenlegung der Pläne und auch die Zustimmung der Bezirksregierung erforderlich sind“, erklärte Tobias Krause-Kämereit vom Planungsamt, bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus, die der ersten Bürgerbeteiligung diente. „Wenn die Straße nun gestrichen wird, ändert sich tatsächlich nichts an der jetzigen Situation“, erklärte der Verwaltungsmitarbeiter. „Der Verkehr läuft weiter über die Straßen wie bisher. Dort, wo die Belastung hoch ist, bleibt sie auch hoch. Und wenn die Prognosen stimmen, wird es künftig auch deutlich mehr.“ Die Fahrzeuge werden für diese Stecke weiterhin die Kreisstraße 7 nehmen, die von der Straße Wilkinghege über die Westhoffstraße, den Burloh, den Bröderichweg, die Straße Zum Rieselfeld, den Holtmannsweg und die Königsberger Straße führt. Jochen Frese, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Nord, wies die Vertreter der Verwaltung darauf hin, dass zum Aus für die Entlastungsstraße vor allem ein Umweltverträglichkeitsgutachten geführt habe, das an den Plänen für die Straße kein gutes Haar gelassen habe. Das bestätigte auch Ralf Renkhoff , Verkehrsplaner bei der Stadt Münster. Er gab zu, viele Jahre diese Tangente für notwendig gehalten zu haben, um den Verkehr auf anderen Straßen zu entlasten. Doch heute sehe er das auch anders. Wichtiger sei es, Menschen zu mobilisieren, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. Das sahen auch viele Bürger so. „Wir brauchen attraktive Radwege, die auch schnelles Fahren zulassen und einen guten öffentlichen Nahverkehr“, erklärte ein Teilnehmer der Bürgeranhörung. Unternehmen müssten mit ins Boot genommen werden, damit ihre Mitarbeiter Fahrgemeinschaften bildeten. „Den Verkehr verursachen die Bürger selbst“, sagte Krause-Kämereit. Dort anzusetzen, um diesen zu vermeiden, sei sicher ein richtiger Weg. Es gab aber auch Befürworter der Entlastungsstraße. Vor allem Anwohner des Burloh und der Königsberger Straße. Martin Holland, ehemaliger Bezirksbürgermeister, bat darum, die Straße im Plan zu belassen: „In absehbarer Zeit wird sie zwar sicher nicht gebaut, aber vielleicht brauchen wir sie doch noch einmal.“ Ein Bürger schlug vor, von der Wilkinghege kommend eine Vorfahrtsregelung für Rechtsabbieger in Richtung Westhoffstraße zu schaffen, damit so der Burloh entlastet werde. Renkhoff wird die Idee prüfen. Nächster Schritt für die Änderung des Plans ist die Offenlegung. Sie folgt laut Krause-Kämereit wohl nach den Sommerferien.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/711786?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F598342%2F709290%2F
Nachrichten-Ticker