Ordnung und Sicherheit in Münster-Kinderhaus
Hausverwalter engagiert wegen Drogen und Vandalismus einen Wachdienst

Münster-Kinderhaus -

Ein positives Quartiersgefühl ist nach Angaben der Hausverwaltung Hermes Ziel des Einsatzes des Wachdienstes „Fair Guard“, der seit Anfang Januar in der Schleife im Einsatz ist. 650 Wohnungen verwaltet Hermes im Bereich des Wohngebiets Brüningheide. Der Leerstand liegt zurzeit etwa bei 6,5 Prozent.

Samstag, 01.06.2013, 15:06 Uhr

Die Hermes-Hausverwaltung will Ordnung und Sicherheit in ihren Wohnungsbeständen. Deshalb ist seit Januar ein Sicherheitsdienst im Einsatz.
Die Hermes-Hausverwaltung will Ordnung und Sicherheit in ihren Wohnungsbeständen. Deshalb ist seit Januar ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Foto: Katrin Jünemann

Nachdem sich Aktivitäten wie Drogenhandel und -Konsum vom öffentlichen Raum in die Häuser und auch in die Keller verlagert hätten und Probleme wie Vandalismus hinzugekommen seien, habe sich Hermes entschieden, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen und deshalb den münsterischen Sicherheitsdienst „Fair Guard“ engagiert. Die Mitarbeiter von „Fair Guard“ sind laut Hermes zudem Ansprechpartner für die Mieter, auch, wenn mal etwas kaputt gehe.

Die Kosten für den Sicherheitsdienst trage der Eigentümer. Sie würden nicht, wie gerüchteweise schon zu hören gewesen sei, auf die Mieter umgelegt, unterstrich der Hermes-Mitarbeiter.

Deeskalation und Kooperation

Fair-Guard-Betriebsleiter Marc Weßeling setzt auf deeskalierende Strategien. „Ich gehöre zum Dozenten-Pool der Industrie- und Handelskammer und gebe Kurse für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe“, berichtet er. Der gebürtige Kinderhauser setzt ebenso auf Kooperation – im Kontakt mit den Mietern und den Netzwerken in der Schleife.

Um die Probleme im Hermes-Bestand in den Griff zu bekommen, sei zunächst ermittelt worden, welcher Keller welchem Mieter gehöre, denn diese seien „wild getauscht worden“, so ein Hermes-Mitarbeiter. Nun sei klar, welcher Keller zu wem gehöre. Dabei seien Einbrüche festgestellt worden, von denen die Mieter selbst nichts gewusst hätten. Es habe Drogengeschichten gegeben, Übernachtungen und wilde Tonstudios.

»Wir dürfen freundlich fragen, mehr nicht.«

Marc Weßeling, Fair Guard

Kontrolle bis in den Keller

Das Anliegen sei, herauszubekommen, wer ein und aus gehe, wer dazu gehöre und wer nicht. Die Mitarbeiter des Wachdienstes erhielten deshalb eine aktuelle Liste der Mieter und fragten bei ihrem jeweiligen Einsatz Leute, die das Haus betreten ab, wie sie heißen und wo sie wohnen. All das beruhe auf Freiwilligkeit. „Wir dürfen freundlich fragen, mehr nicht“, erläutert Marc Weßeling. Alle Mitarbeiter hätten die Sachkundeprüfung und seien beim Ordnungsamt angemeldet, darunter auch Leute, „die ich selbst geschult habe“, so Weßeling. Niemand werde versuchen, zwangsweise an Ausweise zu kommen: „Das wäre ein Kündigungsgrund.“

Der Sicherheitsdienst dürfe das Hausrecht wahren und die Rechte des Eigentümers schützen. Ein Beispiel: Während es im öffentlichen Raum nicht die Möglichkeit gibt, ein Alkoholverbot auszusprechen, sei das auf Plätzen, die zum Wohnungsbestand gehören, anders. Weßeling: „Wenn Kinder auf dem Spielplatz spielen, können wir durchaus auffordern, dort nicht zu trinken.“ Kontrolliert werden die von Hermes verwalteten Häuser von oben bis in den Keller zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So soll es ungemütlich werden für unerwünschte Aktivitäten, die Mieter hingegen sollen „das Gefühl bekommen, das ist mein Haus.“ Freitags von 15 bis 20 Uhr hat der Sicherheitsdienst eine Sprechstunde im Büro am Sprickmannplatz. Sogar einen Kummerkasten gibt es: Der musste schon viermal repariert werden.

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