Heimatmuseum Kinderhaus
Fernholz-Grabsteine im Vorgarten

Münster-Kinderhaus -

Das Heimatmuseum Kinderhaus hat eine ungewöhnliche Leihgabe erhalten: zwei Grabsteine. Es handelt sich um die Grabsteine des Kunstmalers Leo Fernholz (1879-1958) und seiner Frau Änne Fernholz (1881-1944). Sie stammen nicht von einem Friedhof, sondern aus dem Vorgarten von Vera und Lucian Thier. Wie sie dorthin gelangt sind, weiß momentan niemand.

Samstag, 24.08.2013, 06:08 Uhr

Lucian und Vera Thier haben die Grabsteine von Leo und Änne Fernholz im Vorgarten ihres Hauses gefunden. Sie waren dort vergraben. Wie sie dort hinkamen, ist nicht bekannt. Thiers haben die Grabsteine dem Heimatmuseum Kinderhaus als Leihgabe überlassen.
Lucian und Vera Thier haben die Grabsteine von Leo und Änne Fernholz im Vorgarten ihres Hauses gefunden. Sie waren dort vergraben. Wie sie dort hinkamen, ist nicht bekannt. Thiers haben die Grabsteine dem Heimatmuseum Kinderhaus als Leihgabe überlassen. Foto: kaj

Das junge Ehepaar wohnt an der Dieckburgstraße in der Nähe der Umgehungsstraße. Die beiden wollten eigentlich nur ihren Vorgarten mit ein paar Helfern auf Vordermann bringen und stießen dabei auf die Steine. Sie seien nicht tief vergraben gewesen, sondern hätten etwas aus dem Boden herausgeguckt, berichtet Vera Thier . Doch man habe sie vorher nicht sehen können: „Sie waren unter dem Efeu verborgen.“ Erst bei der Gartenaktion tauchten die großen Steine auf. Sie lagen mit der Schrift nach unten im Boden.

Thiers wollten wissen, was es mit den Steinen auf sich hatte, buddelten sie aus und drehten sie gemeinsam mit ihren Gartenfreunden um. Als die Inschriften auftauchten, „haben wir uns schon ein bisschen erschrocken“, gesteht Vera Thier. Ein Onkel habe noch weitergegraben, aber mehr sei da nicht gewesen.

Lucian Thier machte sich im Internet auf die Suche nach Leo Fernholz und fand heraus, dass es sich um einen Kinderhauser handelte. Grabsteine seien in einem Museum wohl am Besten aufgehoben, meinten Thiers – und setzten sich mit Walter Schröer, dem Vorsitzenden der Bürgervereinigung, in Verbindung, die das Kinderhauser Heimatmuseum betreibt.

Walter Schröer berichtete, er habe Kontakt mit dem Stadtheimatbund aufgenommen, aber dessen Fläche am Torhäuschen sei zu klein gewesen, um die Steine dort auszustellen.

Im Außenbereich des alten Pfründerhauses in Kinderhaus wollte Schröer die Steine auch nicht einfach aufstellen und so fügte es sich gut, dass im Museum noch Platz war. Besucher finden die Grabsteine von Leo und Änne Fernholz in dem Museumsraum, der das Leben von Kinderhauser Persönlichkeiten thematisiert. Sie komplettieren jetzt die Ausstellung.

Direkt über der Vitrine, in der an die bekannte Kinderhauserin Paula Wilken erinnert wird, hängt seit Jahren ein Bild von Leo Fernholz, das die Josefskirche und das alte Pfründnerhaus zeigt. Leos Bruder Eugen Fernholz hat das Motiv ebenfalls gewählt – und wie Schröer vermutet, als Erster. Sein Bild sei das Bekanntere. Im Heimatmuseum sind auf Originalmaß vergrößerte Fotografien der Bilder der Brüder zu sehen. Schröer vermutet, dass das Bild von Eugen Fernholz in den 30er-Jahren entstand. Denn den Anbau an der Kirche gebe es erst seit 1921. 1953 wurde die Josefskirche nochmals erweitert, weil die Gemeinde wuchs“, so Schröer. In diesem Kontext verschwand dann auch der alte Anbau.

»Wir haben uns schon ein bisschen erschrocken.«

Vera Thier
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