Vernissage von „Kinderhaus mon amour“ / Gewächshaus als Ausstellungsraum
Müll zu Kunst veredelt

Münster-Kinderhaus -

Die Ausstellung „Kinderhaus mon amour“, für die zwei Wochen lang Künstler zum Thema Müll arbeiteten, wurde mit einer Vernissage eröffnet.

Sonntag, 24.08.2014, 22:08 Uhr

Auf viel Interesse stieß die Vernissage beim Publikum, im Hintergrund Bilder afrikanischer Frauen, gemalt von Bistra Brozio. Eine originelle Idee präsentierte auch Marlies Terörde (kl. Foto), die ein Hundespielzeug veredelte.
Auf viel Interesse stieß die Vernissage beim Publikum, im Hintergrund Bilder afrikanischer Frauen, gemalt von Bistra Brozio. Eine originelle Idee präsentierte auch Marlies Terörde (kl. Foto), die ein Hundespielzeug veredelte. Foto: rkr

Die Kunstausstellung „ Kinderhaus mon amour“ ist eröffnet. Zahlreiche Besucher strömten ins „Atrium“ am Sprickmannplatz, um die Vernissage mitzuerleben. Nach den Grußworten von Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson und der Vereinsvorsitzenden Adelgund Schmitz übernahm Dr. Annette Georgi das Wort und die Führung durch die Ausstellung. In anschaulichen Worten stellte sie jedes Werk der 13 ausstellenden Künstler vor, die in den vergangenen zwei Wochen in Kinderhaus gearbeitet hatten.

Jochen Koeniger hatte sich dem Milieustudium verschrieben und drei Bilder geschaffen, bei denen Oberbürgermeister Markus Lewe Model gestanden haben könnte. In die Bilder hat Koe­niger Zitate eingeklebt, die die verschiedenen Milieus aus soziologischer Sicht beschreiben. „Ich möchte mit dieser Idee Kritik am Schubladendenken üben, das die Menschen in ihren gesellschaftlichen Rollen festlegt“, sagte der Künstler.

Bistra Brozio ist bulgarischer Herkunft und hat sich die afrikanischen Frauen zum Thema genommen. In ihren farbenprächtigen Bildern drückt sie die Schönheit und Würde der Frauen aus, die trotz prekärer Lebensumstände Zufriedenheit und Gelassenheit ausstrahlen. „Die Frauen sind oft anatomisch perfekt und haben eine innere Würde, die ich bei europäischen Frauen vermisse. Sie arbeiten und schaffen etwas, ohne zu jammern“, sagte die Malerin, „mein Model habe ich in Kinderhaus verfolgt wie ein verliebter Mann. Ich habe lange gebraucht, bis ich sie dazu bringen konnte, mir Model zu sitzen.“

Marlies Terörde hat nach der Flut in Kinderhaus viele Sachen auf dem Müll gefunden, denen sie durch eine künstlerische Idee neues Leben einhauchen konnte. So hat sie ein Huhn, das einmal ein quietschendes Hundespielzeug war, zu einem skurrilen Wandschmuck verarbeitet.

Petra Maria Jeutner machte aus Sperrmüll eine originelle Sitzecke und veranschaulichte damit, wie man Müllhaufen auch reduzieren kann. Kinga Optenhövel zeigte ihre „Fundstücke 2014“ als eindrucksvoll drapierte Kollagen. Drei mal drei Werke ordnete sie zu einem ästhetischen Wandschmuck, wobei eine Kollage aus alten Schlüsseln eine zentrale Rolle spielt.

Mechthild Weiling-Bäcker realisierte ihr Vorhaben, den Mord an einer Frau durch ihren Ex-Partner zu thematisieren, mit einer eindrucksvollen Zeichnung des Augenblicks vor ihrem Tod, als die Kugel in der Luft war und das Entsetzen in ihren Augen stand. Jörg Holz zeigte auf zwei Fotografien, dass Gräber von Menschen und Haustieren heutzutage ähnlich liebevoll mit Engelsfiguren gestaltet werden.

Nach Atrium und Begegnungszentrum ist die Gärtnerei Moldrickx der dritte Ausstellungsraum. Dort können weitere Ausstellungsstücke, wie die „Fahrradschafe“ von Dilom Prizulike und der große „Müllhaufen der Geschichte“ von Jochen Koeniger in Augenschein genommen werden.

Ich möchte mit dieser Idee Kritik am Schubladendenken üben, das die Menschen festlegt.

Jochen Koeniger
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