Dritter Nahverkehrsplan
Es geht ohne Grevener Straße 311

Münster-Kinderhaus / Sprakel -

Planer stellen Verkehrsplan im Schulzentrum vor und nehmen dezidierte Anregungen aus Sprakel mit.

Freitag, 28.11.2014, 18:11 Uhr

Die Sprakeler waren Donnerstagabend bei der Vorstellung des Entwurfs zum Nahverkehrsplan im Schulzentrum Kinderhaus gut vertreten. Für Christoph Happe (kl. Bild), der sich seit 2012 gegen die Bushaltestelle Grevener Straße 311 stark gemacht hatte, gab es Entwarnung: Auf sie kann verzichtet werden.
Die Sprakeler waren Donnerstagabend bei der Vorstellung des Entwurfs zum Nahverkehrsplan im Schulzentrum Kinderhaus gut vertreten. Für Christoph Happe (kl. Bild), der sich seit 2012 gegen die Bushaltestelle Grevener Straße 311 stark gemacht hatte, gab es Entwarnung: Auf sie kann verzichtet werden. Foto: kaj

Die beste Nachricht hatten sich die Planer bei der Vorstellung des Entwurfs zum dritten Nahverkehrsplan im Schulzentrum bis zum Schluss aufbewahrt. Es ging um die Grevener Straße 311: „Auf die Einrichtung dieser Haltestelle kann verzichtet werden“, prangte es rot umrandet auf der letzten Folie. Eine Botschaft, die gut ankam in Kinderhaus, die Besucher der Infoveranstaltung applaudierten spontan.

Auch Christoph Happe, der sich seit 2012 gegen diese Haltestelle einsetzt, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich kann nur hoffen, dass die nun gefundene vernünftige Lösung eine dauerhafte ist“, meint er.

Der dritte Nahverkehrsplan der Stadt Münster wird den politischen Gremien im dritten Quartal 2015 zur Entscheidung vorgelegt. Entschieden ist also noch nichts. Aber es kristallisiert sich her­aus, wo es langgehen soll.

Es handele sich um Vorschläge, betonten Stadtwerke-Prokurist Reinhard Schulte und Stadtwerke-Verkehrsplaner Jochen Roes ebenso wie Dietmar König von Stadtplanungsamt insbesondere im Kontext der für Sprakel entwickelten Änderungen.

Eine Verkehrszählung der Stadtwerke an fünf Septembertagen 2014 an allen Sprakeler Haltestellen ergab: Es gibt 300 bis 350 Fahrgäste pro Werktag. Die Hälfte davon sind Schüler auf dem Weg zum Schulzentrum Kinderhaus. 70 Prozent der Fahrgastnachfrage beziehen sich auf die Zeit zwischen 630 und 8.30 Uhr und auf die Zeit zwischen 13 und 18 Uhr.

Der Vorschlag der Planer: In diesen Zeiten soll es künftig einen 20-Minuten-Takt mit Stadtbussen geben. In der übrigen Zeit, so der Vorschlag weiter, solle geprüft werden, ob ein Taxi-Bus im 20-Minuten-Takt mit Anschluss an das Kinderhauser Schulzentrum wie die Linie T80 im Abend- und Nachtverkehr sinnvoll ist.

Die Planer warben um Verständnis, dass die Stadtwerke aus Kostengründen in wenig frequentierten Zeiten keine Geisterbusse – zwei bis drei Personen in einem Gelenkbus für 90 Personen – fahren lassen könnten.

Freilich, mit nächtlichem Taxibus-Einsatz haben die Sprakeler, das zeigten viele Äußerungen, keine guten Erfahrungen gemacht. Denn die Taxibusse kamen nicht oder zu spät: Das ist insbesondere abends indiskutabel für Eltern, die sich für ihre Kinder einen sicheren Nachhauseweg wünschen. Es gebe 25 000 Fahrgäste bei den Taxibussen jährlich, die Beschwerdequote, so Jochen Roes, liege bei drei Prozent. „Wir sind ständig bemüht, qualitativ nachzubessern.“

Erstaunt waren die Planer über die dezidierte Ansage der Sprakeler, die einen Großteil des Publikums im Schulzentrum ausmachten: Denn die Sprakeler, so hieß es, wollten nicht zum Hauptbahnhof nach Münster, sondern nach Kinderhaus zum Einkaufen, zum Amt und zu Ärzten.

Sie wollen auch keinen 20-Minuten-Takt, wenn der sich ausschließlich mit einem extra anzufordernden Taxibus realisieren lässt. Zu kompliziert für viele, insbesondere ältere Leute, so die Argumentation. Die Senioren im Stadtteil favorisieren einen Bus, der den ganzen Tag über verlässlich einmal pro Stunde fährt. Schülern mit Freistunden hingegen ist damit nicht gedient, sagte eine Mutter: Diese kämen mit dem Taxibus gut klar.

Der Wunsch aus Sprakel: Busse in den Stoßzeiten, einmal stündlich in den Zwischenzeiten einen Bus zu einer festen Zeit und die Option auf Taxibusse. „Wir werden das aufrichtig prüfen“, versprach Stadtwerke-Prokurist Reinhard Schulte.

Für Kinderhaus sehen die Planer wieder einen Zehn-Minuten-Takt für Grevener Straße und Brüningheide vor, eine Anbindung des Gewerbegebiets Nienkamp an den Haltepunkt Zentrum Nord und eine Beschleunigung der Linie 15.

Angeregt wurde zu prüfen, ob sich eine Bus-Anbindung zum neuen Standort des SC Westfalia realisieren lasse.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2909016?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F2572901%2F4848174%2F
„Münster ist bunt“ tritt an
Werner Szybalski kündigte ein neues Listenbündnis für die Kommunalwahl 2020 an.
Nachrichten-Ticker