Tag des offenen Denkmals im Heimatmuseum und im Lepramuseum
Lepra ist noch nicht Geschichte

Münster-Kinderhaus -

Bürgervereinigung Kinderhaus und die Gesellschaft für Leprakunde sowie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) informierten über Historisches und Aktuelles. Die Restaurierung einer Johannes-Figur stellte Restauratorin Sarah Daum vor, das DAHW informierte unter anderem über die aktuelle Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Lepra: Es sind 250 000 Betroffene.

Montag, 14.09.2015, 22:09 Uhr

Heimatmuseum und Lepramuseum i nformierten:  Diplom-Restauratorin Sarah Daum erläuterte, wie sie den heiligen Johannes restauriert. Jürgen Belker van den Heuvel (kl. Bild) von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe und seine Tochter Maria suchten bei Kaffee und Kuchen das Gespräch über die nach wie vor aktuelle Krankheit Lepra.
Heimatmuseum und Lepramuseum i nformierten:  Diplom-Restauratorin Sarah Daum erläuterte, wie sie den heiligen Johannes restauriert. Jürgen Belker van den Heuvel (kl. Bild) von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe und seine Tochter Maria suchten bei Kaffee und Kuchen das Gespräch über die nach wie vor aktuelle Krankheit Lepra. Foto: fre

Im historischen Ambiente des ehemaligen Pfründner- oder Armenhauses, des heutigen Lepra- und Heimatmuseums, nutzte die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) den Tag des offenen Denkmals , um auf die nach wie vor bestehende Bedrohung durch Lepra aufmerksam zu machen.

Die Siechen­eiche am Weg zu den Museen, die von der Lepraärztin Dr. Ruth Pfau, die in Pakistan arbeitet, 1987 gepflanzt wurde, bot die passende Atmosphäre, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.

„Wir wollen ins Bewusstsein bringen, dass es nach wie vor pro Jahr bis zu 250 000 Neuerkrankungen an Lepra gibt. Zwar ist das kein Vergleich zu früheren Zeiten, aber die Krankheit hat oft schwerwiegende Folgen und muss deswegen unbedingt weiter bekämpft werden und darf nicht in Vergessenheit geraten“, so Jürgen Belker van den Heuvel, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des DAHW. Der Erlös aus den Spenden komme der DAHW und den beiden Vereinen im ehemaligen Kinderhauser Armenhaus zugute. „Wir bedanken uns für die Unterstützung und hoffen auf viele weitere erfolgreiche Aktionen in der Zukunft“, resümierte Belker van den Heuvel.

Derweil berichtete nur ein kleines Stück weiter auf dem Gelände der ehemaligen Leprosensiedlung Restauratorin Sarah Daum im Heimatmuseum über ihre Arbeit an der Figur aus der Josefs-Kirche. Ganz vorsichtig setzte sie den Pinsel an. In einer mühevollen und aufwendigen Arbeit trug sie die braun-rote Farbe auf den Mantel der Figur des heiligen Johannes auf. Bis das Kunstwerk fertig restauriert ist, wird es noch viele Wochen dauern.

Anlässlich des Tags des offenen Denkmals gewährte die Diplom-Restauratorin im historischen Ambiente des Kinderhauser Heimatmuseums einen Einblick in die Arbeiten an der Figur, die aus der St.-Josef-Kirche stammt. „Nachdem ich das Fundament überarbeitet habe, steht nun die Retusche an“, erklärte Daum. „Da es sehr zeitraubend und teuer wäre, die Grundierung an den freigelegten Stellen zu erneuern, werden nur die noch erhaltenen Stellen neu eingefärbt.“ Die Restauratorin verwendet dafür wasserlösliche Aquarell-Farben. „Das Material, das ich nutze, sollte reversibel sein. Denn falls es sich als schädlich für das Objekt herausstellt, muss es leicht entfernbar sein.“ Die genaue Herkunft der Figur ist unbekannt. Anhand der Haltung lässt sich lediglich vermuten, dass sie aus der Barockzeit im 18. Jahrhundert stammt und früher den Hochaltar schmückte. Dank der 16-jährigen Erfahrung von Daum nimmt das Kunstwerk wieder seine ursprüngliche Form und Farbe an. „Das Restaurieren ist eine sehr erfüllende Arbeit, denn man erhält historische Objekte für die Zukunft, und es ist ein schönes Handwerk“, sagte die Restauratorin.

Es gibt pro Jahr bis zu 250 000 Neuerkrankungen an Lepra.

Jürgen Belker-van den Heuvel
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