Wege tragen Namen von Kinderhauser Künstlern
Neue Namen im Grünen

Münster-Kinderhaus -

Zwei Wege im Grünzug zwischen Diesterwegstraße und Feldstiegenkamp erinnern an Irmgard Tempel und Hermann Vogt.

Montag, 19.10.2015, 23:10 Uhr

Enthüllung: Das weiße Tuch fiel und gab den Blick frei auf zwei neue Wegeschilder, die im Beisein von Familie, Freunden und Nachbarn enthüllt wurden. Die Wege erinnern nun an Hermann Vogt ...
Enthüllung: Das weiße Tuch fiel und gab den Blick frei auf zwei neue Wegeschilder, die im Beisein von Familie, Freunden und Nachbarn enthüllt wurden. Die Wege erinnern nun an Hermann Vogt ... Foto: kaj

Zwei idyllische Wege im Grünen tragen nun die Namen von zwei Kinderhauser Künstlern. Im Beisein von Familienmitgliedern und Freunden der Kunstschaffenden Irmgard Tempel und Hermann Vogt sowie Rita Witte, die Bezirksbürgermeister Manfred Igelbrink vertrat, enthüllte Walter Schröer, Vorsitzender der Bürgervereinigung Kinderhaus, die beiden Namensschilder. Er hatte die Benennung in die Wege geleitet.

Nachdem vor Kurzem bereits zwei Wege, die vom Burloh abgehen und durchs grüne Kinderbachtal führen, Gustav Wentker und Albert Nadolle gewidmet wurden, folgte jetzt diese Einweihung. Sie resultiert ebenso aus einem Vorschlag Schröers an die Stadtverwaltung. Diese hatte sein Anliegen wie berichtet abgelehnt. Die Bezirksvertretung Nord stimmte hingegen für die Benennung und setzt diese durch.

Der Irmgard-Tempel-Weg und der Hermann-Vogt-Weg befinden sich an dem grünen Weg, der von der Diesterwegstraße bis zum Feldstiegenkamp führt. Die Namensschilder sind an der Wegekreuzung in Höhe der Kletterspinne neben dem Bolzplatz aufgestellt worden.

Die Familienangehörigen beider Kunstschaffender bedankten sich ausdrücklich bei Walter Schröer: „Wir sind sehr glücklich und freuen uns sehr“, sagte Ina Roberg, Tochter von Irmgard Tempel.

Beide Familien hatten Werke ihrer Angehörigen mit zur Einweihung gebracht: Selma und Ina Roberg ein Bild von Irmgard Tempel, das einen duftig leichten Sommerstrauß in leuchten Farben und Johanna Engler, die Tochter von Hermann Vogt, ein Bild ihres Vaters, das eine Straßenszenerie mit rotem Baldachin in Paris zeigt.

Übrigens hatte sich auch Ruth Betz, Beirätin im Stadtheimatbund und Gründungsmitglied der Bürgervereinigung, eigens zur Schildereinweihung mit dem Bus aus Nottuln nach Kinderhaus aufgemacht. Sie kannte die Künstler persönlich und „Kinderhaus ist nach wie vor ein Teil meines Lebens“.

Irmgard Tempel wurde 1935 in Bielefeld-Brackwede geboren und starb 1998 in Münster. Sie studierte in Bielefeld, besuchte die Werkkunstschule mit den Schwerpunkten Modezeichnen und Flächenkunst und war Mitglied des münsterischen Kunstvereins „Spek­trum 77“.

... und Irmgard Tempel.

... und Irmgard Tempel.

Hermann Vogt, Jahrgang 1908, wuchs in Breitenworbis/Eichsfeld in Thüringen auf. Vogt , der die Meisterschule in Magdeburg besuchte und unter anderem 1929 bei der Restaurierung des Berliner Doms mitwirkte, fand 1956 nach seiner Flucht aus der DDR Aufnahme bei Freunden in Münster und schließlich 1963 seine Heimat in Kinderhaus, das ihm als Ausgangspunkt vieler Studienfahrten diente. Leben und Werk des Malers waren geprägt von seiner Verbundenheit zur Natur, Religiosität und daraus resultierender Gesellschaftskritik. Auch Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“ hatte Einfluss auf seine Malerei.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3577145?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F4848160%2F4848163%2F
Nachrichten-Ticker