Karneval gehört für Pfarrer Messing einfach zum Leben dazu
Ein karnevalistisches Pfarrhaus

Münster-Kinderhaus / Sprakel -

Der Pfarrer von St. Marien und St. Josef schätzt die fünfte Jahreszeit: anderen eine Freude zu bereiten, ob in Form einer Büttenrede oder Tanzeinlage, und miteinander zu feiern, zeichne Karneval aus.

Freitag, 29.01.2016, 23:01 Uhr

Helau: Zu Karneval fliegen aus schon mal Kamelle aus dem Kinderhauser Pfarrhaus.
Helau: Zu Karneval fliegen aus schon mal Kamelle aus dem Kinderhauser Pfarrhaus. Foto: kaj

Karneval gehört seit Kindertagen zu Ulrich Messings Leben. Es gibt ein Foto, das ihn im Alter von zwei Jahren im Tupfen-Kostüm mit spitzem Hut und seinem als Cowboy verkleideten Bruder Johannes auf dem elterlichen Bocholtschen Wohnzimmerteppich zeigt. „Geschmückt war zu Hause zu Karneval immer“, sagt Ulrich Messing, Pfarrer der Gemeinde St. Marien und St. Josef, lächelnd. Er hält es heute nicht anders: Das Pfarrhaus St. Josef ist kunterbunt und fröhlich dekoriert.

„Ich habe Spaß daran, Menschen in Zeiten, in denen es ihnen nicht gut geht, Freude zu bereiten. Und ich habe Spaß daran, Karneval zu feiern“, sagt Messing.

In der Rolle von Haushälterin „Lisbeth“ ist er bejubelt. „Lisbeth“ tritt oft in Leihgaben aus Kleiderkammern auf. Aber für den Mückenstich-Orden des Coerder Carneval-Clubs (CCC) hat sie sich ein schrilles Kleid gekauft: Ulrich Messing hat in einem neuen Karnevals-Fachgeschäft in Stuttgart einen Nachmittag mit der Kleiderprobe verbracht. Das sei sehr lustig gewesen, die Verkäuferinnen hätten sehr viel Spaß gehabt, erzählt er schmunzelnd.

Er besitzt vier Perücken: eine rothaarige, zwei schwarzhaarige und eine Clownsperücke. Oben rum also alles kein Problem. Aber am anderen Ende: „Lisbeth hat immer Schuhprobleme“, gesteht Messing. Kein Wunder bei Schuhgröße 47. „Da nimmt sie dann meist die offenen Sommer-Sandalen des Pfarrers. Das wird immer wieder bemängelt“, zeigt die Erfahrung.

Ein so karnevalsbegeisterter Pfarrer wie Messing erhält auch schon mal einen Orden: Er sammelt sie seit 2002 jahrgangsweise in Schuhkartons. Das Kinderhauser Hochwasser machte am Regal kurz vor ihnen Halt. Wie viele es sind, weiß er nicht: „circa 350“. Sein Lieblingsorden? „Das geht nicht“. „Es gibt sehr schöne“, fügt er hinzu und hält einen Orden des Bunds Deutscher Karneval mit den ganzen Narrenfiguren empor. Auch der große Verdienstorden der Stadt Rheine (Harmonie-Orden und Reni-Orden) ist aufwendig gestaltet.

Das Schöne an Karneval ist für ihn „die Kombination aus dem miteinander feiern und etwas für andere vorzubereiten, um ihnen eine Freude zu machen. Egal ob in Form einer Tanzeinlage oder einer Büttenrede.“

„Sich hinzusetzen, und eine Büttenrede zu schreiben, ist schon eine ernste Sache“, sagt Messing. Bei der Rede für den CCC sei es ihm zum Beispiel wichtig gewesen, auf die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln Bezug zu nehmen.

Eine Karnevalspredigt wird es am 7. Februar um 11 Uhr in St. Josef geben. Für eine Sonntagspredigt brauche er fünf Stunden, für eine Karnevalspredigt eine Stunden länger, verrät Messing.

Er hofft für alle Städte auf einen guten Rosenmontag. „Karneval gehört zu unserem Leben dazu.“

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