Unterkünfte für Flüchtlinge
Alte und neue Unterkünfte

Münster-Kinderhaus / Sprakel -

Zwei Interims-Unterkünfte für Flüchtlinge gibt es im Bezirk Nord, in deren Umfeld neue Wohnhäuser erbaut werden und wurden: in Kinderhaus am Wangeroogeweg und in Sprakel im Wohngebiet „Nördlich der Landwehr“.

Donnerstag, 03.08.2017, 21:08 Uhr

Die neuen Unterkunft in Kinderhaus soll bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein.
Die neuen Unterkunft in Kinderhaus soll bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein.

Zwei Interims-Unterkünfte für Flüchtlinge gibt es im Bezirk Nord, in deren Sichtweite neue Wohnhäuser erbaut werden und wurden: in Kinderhaus am Wangeroogeweg und in Sprakel im Wohngebiet „Nördlich der Landwehr“.

Die Container-Unterkünfte in Sprakel sind jetzt leer. Dort wohnt niemand mehr. Sie wurden bis Ende Juni freigezogen, wie Verena Schulte-Sienbeck vom Sozialamt der Stadt erläutert. Drei Jahre wurden die Container-Unterkünfte genutzt.

Am 4. Dezember 2014 waren dort die ersten Flüchtlinge eingezogen. Sie erlebten eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Die Sprakeler kümmerten sich auf vielerlei Weise um die Menschen, richteten schnell eine Kleiderkammer ein, eine Fahrradwerkstatt entstand. Es wurde gebastelt, es gab ein Musikangebot. Sprachkurse – in Kooperation mit dem Haus der Familie, finanziert von der Gemeinde – begannen. Vieles funktionierte über Mundpropaganda, die Sprakeler Eltern sind über Kindergarten und Schule miteinander vernetzt.

Zurzeit leben nach Auskunft von Florian Stritzke vom städtischen Sozialdienst für Flüchtlinge 45 Personen am Holunderweg. Es handele sich um Familien aus Syrien, dem Irak, Albanien, Serbien und Bosnien, die meist schon länger in Münster lebten. Das treffe für die meisten Flüchtlinge in Münster zu. In Sprakel seien es vornehmlich ehemalige Bewohner aus der Container-Unterkunft.

Die neuen Unterkunft in Sprakel ist bereits bezogen

Die neuen Unterkunft in Sprakel ist bereits bezogen Foto: kaj

In Kinderhaus leben derzeit 25 Menschen am Wangeroogeweg im ehemaligen Westfalia Sportheim. Damit es überhaupt als Unterkunft genutzt werden konnte, musste das Gebäude voriges Jahr laut Ratsvorlage für rund 240 000 Euro umgebaut werden. Es sei davon auszugehen, dass kurzfristige weitere Einzüge stattfinden werden, so Stritzke.

In der umgebauten „Hütte“ gibt es Gemeinschaftsküchen. Zimmer sind vor allem auf dem ehemaligen Heuboden des Clubheims des SC Westfalia entstanden.

In Kinderhaus haben Familien und alleinstehende Frauen eine Unterkunft gefunden. Sie stammen nach Angaben von Florian Stritzke aus Syrien, dem Irak, Albanien und dem Libanon. Für bis zu 36 Personen ist dort Platz.

Das ehemalige Westfalia- Gebäude hat die Stadt Münster bis zum 30. September 2019 vom Landschaftsverband (LWL), der Eigentümer ist, gemietet.

„Der Stadt Münster wurden im Jahr 2016 insgesamt 592 Menschen zugewiesen, davon seit Ende März etwa 60“, erläutert Florian Stritzke. Im Jahr 2017 wurden Münster „bislang 53 Personen zugewiesen“.

Eine dauerhafte Flüchtlingsunterkunft entsteht derweil am Standort des alten Gerätehauses des Löschzugs Kinderhaus. Der Löschzug hat sein neues, den aktuellen Anforderungen entsprechendes Domizil am Schulzentrum Kinderhaus an der Kristiansandstraße gefunden. Das alte Gerätehaus befand sich von 1964 bis 2016 am Wangeroogeweg.

Inzwischen ist eine zweigeschossige Bebauung auf dem 1170 Quadratmeter großen Grundstück entstanden. Der Komplex aus fünf Reihenhäusern mit ausgebauten Satteldächern ohne Unterkellerung hat eine Gesamtwohnfläche von 733 Quadratmeter. Die Eingänge liegen auf der Ostseite.

Mit der Fertigstellung des zweigeschossigen Gebäudes wird laut Stefan Wismann, Leiter der Bauabteilung der Wohn- und Stadtbau, bis Ende dieses Jahres gerechnet.

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