Ausstellung zur Heiligen Gertrud von Nivelles
Patronin der Kinderhauser Kirche

Münster-Kinderhaus -

Das Kinderhauser Lepramuseum zeigt eine Sonderausstellung zur Heiligen Gertrud von Nivelles.

Montag, 29.01.2018, 19:01 Uhr

Das Lazarushäuschen zwischen Pfarrkirche St. Josef und dem ehemaligen Leprosorium beherbergt Skulpturen der Heiligen Gertrud von Nivelles (l.) und des Heiligen Lazarus. Nur selten wird das Gitter, das die Figuren schützt, geöffnet.
Das Lazarushäuschen zwischen Pfarrkirche St. Josef und dem ehemaligen Leprosorium beherbergt Skulpturen der Heiligen Gertrud von Nivelles (l.) und des Heiligen Lazarus. Nur selten wird das Gitter, das die Figuren schützt, geöffnet. Foto: kaj

„Versuchen Sie, die Mäuse auf den Bildern zu zählen“, empfahl Sarah Ströer lächelnd bei der Vernissage im Kinderhauser Lepramuseum . Sie räumte ein, dass sich das Zählen wegen der Menge der Mäuse als sehr schwierig herausstellen würde. Die promovierte Anglistin hat in nur acht Wochen eine Ausstellung über die Heilige Gertrud von Nivelles aus dem siebten Jahrhundert erarbeitet.

Passend zum Welt-Lepra-Tag wurde die neue Sonderausstellung über die Heilige eröffnet. Es kamen so viele Interessierte, dass es eng wurde in den kleinen Räumen des Museums am historischen Ort in Kinderhaus.

Warum stets etliche Mäuse auf den Bildern zu sehen sind, darüber konnten Ströer und Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der Gesellschaft für Leprakunde, nur mutmaßen: Die Maus könne als Sinnbild des Teufels oder sogar Gottes fungieren, hieß es.

Vieles über Gertruds Leben gibt Rätsel auf. Die Forschung muss mit wenigen Zeugnissen und Legenden vorliebnehmen. Bei der Sonderausstellung geht es schwerpunktmäßig um Bilddarstellungen und ihre Bedeutungen.

Eröffneten die Ausstellung im Lepramuseum:  Ralf Klötzer mit einer Abbildung des Gertrudensiegels und Sarah Ströer (r.), Organisatorin der Sonderausstellung

Eröffneten die Ausstellung im Lepramuseum:  Ralf Klötzer mit einer Abbildung des Gertrudensiegels und Sarah Ströer (r.), Organisatorin der Sonderausstellung Foto: con

Gertrud verstarb mit circa 33 Jahren am 17. März 659. An ihrem Namenstag, am 17. März, wurde im Kinderhauser Leprosorium ein Fest zu ihren Ehren gefeiert. Seit 2007 veranstaltete die Gesellschaft für Leprakunde ein Gertrudenmahl, um den alten Brauch wiederzubeleben. Serviert wird dann ein Menü aus vier Gängen, das sich an die Küchenordnung der Kinderhauser Leprosen um 1600 anlehnt, die noch weitgehend mittelalterlichen Regeln entsprach.

Der Todestag der Heiligen Gertrud ist identisch mit dem von St. Patrick, dem Nationalheiligen Irlands. Dieses Sterbedatum wurde Gertrud von irischen Mönchen, die zur Missionierung nach Nivelles (dem heutigen Belgien) kamen, vorausgesagt.

Daran, dass Gertrud vom 14. bis 17. Jahrhundert Patronin der Kinderhauser Kirche war, erinnert bis heute die kleine steinerne Kapelle vor der Pfarrkirche St. Josef, das Lazarushäuschen, wenige Schritte von der Mauer entfernt, die das Leprosorium umschloss.

In der Sonder-Ausstellung im Lepramuseum werden auch Kunstwerke wie zwei Holzstatuen des Kinderhauser Künstlers Albert Nadolle gezeigt, eine Leihgabe der Bürgervereinigung Kinderhaus. Zudem ist ein Bild mit einer Darstellung der Heiligen aus dem 18. Jahrhundert zu sehen, das zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird, sowie ein besonderes Bild Gertruds, das ansonsten im Museumslager aufbewahrt wird.

Zum Thema

Die Ausstellung im Lepramuseum, Kinderhaus 15, ist bis zum 25. März sonntags von 15 bis 17 zu sehen (Eintritt frei). Weitere Besuchszeiten können vereinbart werden; info@lepramuseum.de.

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