Der „Musik Convoy“ in Kinderhaus
Auf den Spuren großer Stars

Münster-Kinderhaus -

In den 80er-Jahren war er Kult: Der „Musik Convoy“ des WWF/WDR, der quer durch NRW tourte und auf dessen Ladefläche Größen wie „Depeche Mode“, „UB 40“ und „New Order“ ihre größten Hits zum Besten gaben. Oftmals waren die Auftritte für die Bewohner des jeweiligen Städtchens eine Riesen-Überraschung. Nun kam der Nachfolger des „Musik Convoys“ nach Kinderhaus – allerdings in leicht abgewandelter Form.

Sonntag, 22.07.2018, 18:36 Uhr

Auch Juliana, Angelina und Jojo (v.l.) sangen auf dem „Musik Convoy“ und ernteten dafür jede Menge Jubel. Wie bei den „Großen“ zückten die Gäste zur Erinnerung die Handys.
Auch Juliana, Angelina und Jojo (v.l.) sangen auf dem „Musik Convoy“ und ernteten dafür jede Menge Jubel. Wie bei den „Großen“ zückten die Gäste zur Erinnerung die Handys. Foto: sn

Das Ganze ist ein Bühnenprojekt der Künstlergruppe „Sozialpalast“, die gemeinsam mit örtlichen Jugendeinrichtungen ein fetziges Programm mit Rap, Break- und Afrodance, Popsongs und Graffiti auf die Beine stellt. Das sei eine „Hommage“ an den damaligen „Musik Convoy“ des WDR, meinte Erik Biembacher vom „Sozialpalast“. Es sei aber zugleich auch eine Möglichkeit für die Jugendlichen, „den öffentlichen Raum zu besetzen“ und auf der Bühne zu zeigen, was sie könnten. Es gebe viel Kultur im Stadtteil.

„Wir sind Mitorganisator“, sagte Thomas Kollmann, der Leiter des Begegnungszentrums Kinderhaus. Er findet das Projekt wichtig: „Der Sprickmannplatz ist für die Zukunft von Münster genauso wichtig wie der Prinzipalmarkt.“

Im Jugendsalon hatte es eine Woche lang Workshops der Künstlergruppe gegeben. Tanz und Performance standen auf dem Programm ebenso wie Rap, Gesang und Songwriting (Texte verfassen). Den Jugendlichen wurde Mut gemacht, ihren kreativen Fähigkeiten Ausdruck zu verleihen. Auch der elfjährige Ali war dabei: „Ich rappe“, meinte er und gab sogleich eine Kostprobe am „Musik Convoy“-Truck. Sein Song „Freestyler“ ist eine Mixtur aus deutsch-englischem Sprechgesang, so wie man ihn manchmal auch auf den Straßen der Schleife hören kann. „Ich will das vielleicht mal professionell machen“, sagte er.

Nachmittags begann am Freitag der Aufbau des „Musik Convoys“. Am frühen Abend begann die Show, viele Zuschauer harrten die zweieinhalb Stunden aus, so groß war die Spannung. Manche Jugendliche sprühten auch Graffiti auf die Rückseite des Lkw, das war zugleich ebenfalls Teil des „Musik Convoy“-Projektes.

Viele aktuelle Hits hörte man dann bei den Gesangs- Auftritten, die manchmal solo vonstatten gingen, manchmal zu zweit oder zu dritt. Jede Menge Begeisterung war ebenso bei den Tanzperformances auf dem Sprickmannplatz zu hören. Und fast selbstverständlich: Auch der WDR übertrug diese musikalische Hommage an seine legendäre Sendung per Liveschaltung in die „Lokalzeit“. Für den „Musik Convoy“ indes geht es schon weiter: Ab diesem Montag steht er für eine Woche in Werne.

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