Schulen, Sportler und Verwaltung suchen gemeinsame Lösung
Harz-Konflikt klebt weiter

MÜNSTER-KINDERHAUS -

Harz hilft Handballern, den Ball besser zu führen. Harzreste auf Hallenböden sind aber gefährlich.

Samstag, 15.09.2018, 06:30 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 06:30 Uhr
Westfalia-Handballer Frederic Aleff hat den Ball gut im Griff. Oft hilft dabei Harz, dessen Rückstände in den Hallen des Schulzentrums für Probleme sorgt.
Westfalia-Handballer Frederic Aleff hat den Ball gut im Griff. Oft hilft dabei Harz, dessen Rückstände in den Hallen des Schulzentrums für Probleme sorgt. Foto: fotoideen.com

Clemens Krause, Leiter des Geschwister-Scholl-Realschule findet klare Worte: „Kinderhaus würde nicht funktionieren, wenn es den Sportverein nicht geben würde.“

Dieser Verein – sprich Westfalia Kinderhaus – nutzt allerdings die Sporthallen des Schulzentrums für Handball-Ligaspiele. Und daher folgt bei Krause, der für alle Schulleiter des Zentrums spricht, sofort eine Einschränkung: .,Wenn geharzt werden sollte, muss am nächsten Tag der Schulsport möglich sein.“ Momentan sei das nicht immer der Fall.

Das Kunstharz, mit dem Handballer den Ball besser in den Griff bekommen, hinterlässt trotz aller Reinigungsbemühungen des Vereins weiterhin gefährlich klebrige Spuren auf den Hallenböden (wie berichtet). Damit wird Schulsport riskant. Lehrkräfte zögen manchmal eine ungefährlichere Übungsstunde im Freien vor. Zudem, so Krause weiter, greife das Harz die Hallenböden an.

Gespräch

Waldemar Wieczorek, Vorsitzender von Westfalia Kinderhaus, kennt das Problem. „Ich weiß um den Ärger“, sagt er. Daher testete sein Verein in letzter Zeit wasserlösliches Harz. Aber, so Wieczorek weiter: „Der Erfolg ist nicht so, wie wir erhofft haben.“ Genau wie Krause sucht er nun das Gespräch aller Beteiligten und betont: „Keinem ist mit einem Dauerstreit geholfen.“

Eine Patentlösung hat Wieczorek nicht. Und er weiß natürlich auch, dass in den oberen Handball-Ligen immer wieder in den Harztopf gegriffen wird, um den Ball besser beherrschen zu können. Wer nicht harzt, wäre also bei diesen Begegnungen im Nachteil. Allerdings sei eine kurzfristige Lösung, nötig, denn der Handball-Ligabetrieb läuft gerade wieder an.

Verbot

Auch Michael Willnath, Sportsamtsleiter der Stadt Münster, will mit den Schulen und dem Verein ins Gespräch kommen. Seine Position ist klar. „Das geharzt wird, wissen wir ja“, sagt Willnath. Aber: „Es gibt in allen städtischen Sporthallen ein grundsätzliches Harzverbot.“ Dadurch solle die Sicherheit im Schulsport gewährleistet werden.

Alle Beteiligten werden sich nun zusammensetzen müssen, um eine kurzfristige Lösung der „Harz-Frage“ zu finden. Dabei muss auch geklärt werden, wer entsprechende Reinigungen wann durchführt. Und wer sie bezahlt.

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