Kunst am Rand
Yoga, Fragen und Achsdrehungen

Münster-Kinderhaus -

Preisverleihung bei „Kunst am Rand“ - die Ausstellung an vier Spielorten in Kinderhaus begann am 10. Juni und ist noch bis zum 30. September zu sehen.

Montag, 17.09.2018, 17:54 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 17:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 17:54 Uhr
Künstler Ulrich Rothmund, Jurymitglied Stephan Trescher und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Schonhoff (v.l.) mit dem Werk der Siegerin der Ausstellung „Kunst am Rand“, Anke Gollub, die ihren Preis nicht selber entgegennehmen konnte.
Künstler Ulrich Rothmund, Jurymitglied Stephan Trescher und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Schonhoff (v.l.) mit dem Werk der Siegerin der Ausstellung „Kunst am Rand“, Anke Gollub, die ihren Preis nicht selber entgegennehmen konnte. Foto: cro

Für die Besucher ist die Ausstellung „Kunst am Rand” eine Entdeckungsreise der besonderen Art: Denn sie bietet gleich vier Ausstellungsorte. Westfalia Kinderhaus, der Garten des Pfarrhauses St. Josef, die Waldschule und Gut Kinderhaus laden seit dem 10. Juni und noch bis zum 30. September ein, sich von der Kunst inspirieren zu lassen. Nun wurden die Sieger im Sportheim des SC Westfalia Kinderhaus am Bernd-Feldhaus-Platz ausgezeichnet, die sich mit ihren Arbeiten unter den 50 Kunstwerken durchsetzen konnten.

Aufgrund einer Grippe konnte die Siegerin, Anke Gollub, ihre Auszeichnung für den ersten Preis nicht persönlich entgegennehmen. Dennoch ließ es sich Jurymitglied Dr. Stephan Trescher nicht nehmen, die Laudatio auf die Künstlerin zu halten: „Insbesondere hat die Jury überzeugt, dass die Arbeit so sinnfällig direkt neben dem Fitnessstudio platziert ist und den Titel ,Aufrecht‘ trägt.” Bei der Arbeit der Künstlerin handelt es sich um eine Videoinstallation bei Westfalia Kinderhaus, bei der die Künstlerin einen Kopfstand vollführt. „Es handelt sich dabei nicht einfach um einen normalen Kopfstand, sondern um die Haltung des Shirshasana aus dem Ashtanga-Yoga. Besonders wichtig ist der Ort der Handlung, nämlich ganz, ganz unten, am unter Normalnull gelegenen Punkt der Skulptur ,Square Depression‘.”

Bei der Arbeit „Square Depression“ handelt es sich um eine umgedrehte Pyramide aus weißem Beton, die von dem amerikanischen Konzeptkünstler Bruce Nauman entworfen wurde. Sie wurde im Rahmen der Skulptur.Projekte 2007 in Münster aufgebaut und befindet sich am naturwissenschaftlichen Campus der Uni Münster, vor dem Institut für Kernphysik.

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Schonhoff betonte bei der Preisverleihung: „Wir wissen das Engagement für die Kunst in Kinderhaus sehr zu schätzen und freuen uns über den großartigen Erfolg.” Die Bezirksvertretung Nord hatte die Preisgelder von 1500 Euro für den ersten Platz sowie jeweils 500 Euro für zwei weitere Auszeichnungen bereitgestellt.

Der erste der zwei anderen Preise ging an Andreas Bausch: Der Kölner Künstler hatte mit dem Kunstwerk „Fragen an die deutsche Geschichte” in der Waldschule ein Buch geschaffen, neben dem eine Seite mit Anagrammen aus dem Titel des Kunstwerkes liegt. „Auch wenn das Werk das gewöhnliche Aussehen und das intime Format eines Buches hat, wird es durch die Form der Präsentation zu einem öffentlichkeitswirksamen Stein des Denkanstoßes”, so der Laudator.

Der zweite Preis ging an Ulrich Rothmund, der seine Auszeichnung auch persönlich für die Skulptur „Um mich selber kreisend verbinde ich Himmel und Erde” entgegennahm. Bei den beiden Skulpturen im Garten des Pfarrhauses St. Josef geht es um „ins Dreidimensionale gedrehte Silhouetten von Menschen, denen wir gegenüber stehen”, so Trescher.

Der Künstler erläuterte seine Arbeit nach der Preisverleihung: „Die Skulpturen drehen sich um eine Achse.“ Jeder Mensch bilde eine solche Achse zwischen dem Erdmittelpunkt und dem Himmel. Das sei ein sehr passendes Bild für das Leben: „Das gesamte System ist ein unheimliches Gedrehe, wir nehmen es einfach nicht mehr wahr“, so Ulrich Rothmund.

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