Tempo 30
Bürger setzen auf Tempo 30

Münster-Kinderhaus -

Die Ablehnung ihres Bürgerantrags beirrt die Anwohner nicht. Sie haben neue Argumente für ihr Anliegen einer Tempo-Reduzierung auf der Westhoffstraße.

Dienstag, 02.10.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 20:00 Uhr
Die Bürger setzen nach wie vor auf eine sichere Lösung für die Westhoffstraße. Dass morgens über die Mittelinsel am Rewe direkt hinter dieser Kurve Scharen von Schülern über die Straße strömen, ist ihrer Ansicht nach ein wichtiges Argument für Tempo 30.
Die Bürger setzen nach wie vor auf eine sichere Lösung für die Westhoffstraße. Dass morgens über die Mittelinsel am Rewe direkt hinter dieser Kurve Scharen von Schülern über die Straße strömen, ist ihrer Ansicht nach ein wichtiges Argument für Tempo 30. Foto: kaj

Der Bürgerantrag, Tempo 30 auf der Westhoffstraße auf dem Stück zwischen Grotemeyerstraße und Burloh-Kreisel einzurichten, ist wie berichtet, abgelehnt worden. Weder für die Antragsteller, vornehmlich Anwohner aus diesem Bereich, noch für die Bürgerinitiative, die sich seit Jahren für mehr Sicherheit im Kinderhauser Zentrum einsetzt, ist das Thema damit beendet.

„Bürger und Anlieger sind Experten einer Alltagsvernunft. Wir wünschen uns, dass Ämter darauf authentischer reagieren“, bringt es Anlieger Lothar Esser auf den Punkt. „Alltagsvernunft statt Schubladendenken“, darauf setzt auch der Kinderhauser SPD-Ratsherr Thomas Kollmann, der seine Nachfrage bei der Polizei zum Anlass nehmen wird, auf politischer Ebene noch mal einen Vorstoß zu machen.

Kollmanns Nachfrage bei der Polizei ergab, dass der Bereich Am Burloh/Westhoffstraße und Kreisverkehrsplatz eine Unfallhäufungsstelle ist. 2017 ereigneten sich dort vier Verkehrsunfälle, bei denen ein Mensch schwer und drei Menschen leicht verletzt wurden, so die Auskunft der Polizei an Kollmann. An zwei Unfällen seien Radfahrer, an einem Unfall ein Fußgänger beteiligt gewesen. Alle Unfälle seien auf die Ursachen „Nichtbeachten der Vorfahrt“ und auf falsches Verhalten an Fußgängerüberwegen zurückzuführen gewesen. Stadtweit sei zu beobachten, dass an Kreisverkehrsplätzen, an denen der Radfahrer abseits der Fahrbahn in einer Nebenanlage geführt werde, das Unfallrisiko steige.

Thomas Kollmann zieht daraus das Fazit, dass das Umfeld der Kreisel bereits zum Unfall-Umfeld zu zählen ist.

Anwohner Timon Esser wundert sich bezüglich des abgelehnten Bürgerantrags, dass nicht berücksichtigt ist, dass der gesamte Bereich ab der Mittelinsel in der Kurve vor dem Rewe-Markt bis zum Burloh-Kreisel Schulweg ist. „Da strömen morgens Scharen von Schülern aus dem Wohngebiet westlich der Westhoffstraße über die Straße“, unterstreicht er.

Viele ältere Anwohner fühlen sich, so war beim Ortstermin zu hören, nicht sicher, wenn sie die Mittelinsel nutzen. Weil die Fahrzeuge aus Richtung Wilkinghege heranbrausen. Die Westhoffstraße beginnt dort mit einer sehr breiten, überdimensionierten Fahrbahn, die sich dann in der Kurve am Rewe-Markt wie ein Flaschenhals zuzieht.

Kollmann sieht mehrere Ansätze für das Zentrum. Insgesamt geht es um eine einheitliche Tempo-30-Lösung statt Patchworks. Zu den Vorschlägen gehören eine Reduzierung der Geschwindigkeitserkennung des Displays am Burloh auf Tempo 30 und dort Tempo 30 ab Kinderbach-Brücke in Richtung Kreisel sowie um Tempo 30 ab Grotemeyer­straße in Richtung Burloh. Auch die Lärmbelastung sollte gemessen werden, so ein weiterer Vorschlag. Auch Hinweise auf eine Unfallgefährdung werden angeregt.

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