Sonderführung der Bürgervereinigung durch St. Josef
„Bitte den Kopf einziehen!“

MÜNSTER-KINDERHAUS -

Es ging über steile Stiegen in die Höhe. Dort gab es viel zu sehen.

Mittwoch, 10.10.2018, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 05:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 10.10.2018, 18:20 Uhr
Oben wurde es ziemlich eng: Nach einem schwierigen Aufstieg konnten die 25 Teilnehmer der Sonderführung der Bürgervereinigung Kinderhaus über dem Kirchenschiff von St. Josef einen ungewöhnlichen Blick auf das Gewölbe und den Dachstuhl der Kirche erhalten.
Oben wurde es ziemlich eng: Nach einem schwierigen Aufstieg konnten die 25 Teilnehmer der Sonderführung der Bürgervereinigung Kinderhaus über dem Kirchenschiff von St. Josef einen ungewöhnlichen Blick auf das Gewölbe und den Dachstuhl der Kirche erhalten. Foto: cro

Man darf nicht zu breit gebaut sein, wenn man auf das Gewölbe der Kirche St. Josef kommen will. Denn zuerst geht es durch eine niedrige Tür gleich neben dem Eingang der Kirche, danach gleich eine enge Wendeltreppe hinauf. Dann folgt noch eine steile Stiege, bevor es endlich durch die kleine Tür zum Gewölbe der Kirche geht. Doch wer nun denkt, dass damit die Schwierigkeiten schon beendet sind, der liegt daneben: Denn dann heißt es „Kopf einziehen”: Das Gebälk des Dachstuhls verläuft einem großen Menschen genau vor dem Gesicht.

Doch davon ließen sich die 25 Besucher einer von Walter Schröer geleiteten Sonderführung der Bürgervereinigung Kinderhaus nicht abschrecken. Es ging dabei um die Geschichte der Kirche – und um ungewohnte Einblicke. „Diese Art der Führungen machen wir schon lange, auch wenn sowas normalerweise im Heimatmuseum stattfindet”, so Schröer. Er ist Vorsitzender der Bürgervereinigung.

Nach einem kurzen Abstecher in die Geschichte der Kirche aus dem Jahr 1449 ging es auch schon hinauf „unters Dach“. Schröer wusste dabei vieles zu berichten, von der Bauart bis zum Reliquienfund in der Turmspitze. Eine Besonderheit war der „flüssige Stein“, der sich im hinteren Bereich des Gewölbes befindet. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine besondere Steinsorte, sondern um einen Abschlussstein, der das Gewölbe trägt und auf dem eine Inschrift an das Setzen erinnert. „Das Setzen wurde dann mit mehreren Flaschen Schnaps gefeiert, also ziemlich flüssig”, so Schröer lächelnd.

Bretterboden

Auf einem stabilen Bretterboden stehend, konnten die Teilnehmer der Führung Gewölbe und Mauerwerk bestaunen. „Es gibt bei uns eine ganze Menge Fledermäuse, einen Turmfalken allerdings nicht”, so Schröer. Vielleicht sei der Turm einfach nicht hoch genug.

Auch im Vorraum zum Gewölbe der Kirche, in dem eine Leiter weiter zu den Glocken führt, konnte die Besucher noch etwas entdecken. Denn noch immer sind die Löcher in den Decken vorhanden, durch die früher die Seile für das Geläut von St. Josef geführt wurden. „Heute müssen wir nur ab und zu noch so weit nach oben. Die Leiter ist auch wirklich ziemlich steil und etwas unangenehm”, betonte Schröer.

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