Heimatmuseum Kinderhaus
Der Weg vom Flachs zum Leinen

Münster-Kinderhaus -

Bei der Sonderführung im Heimatmuseum ging es um den Weg vom Flachs zum Leinen.

Montag, 05.11.2018, 17:36 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.11.2018, 17:36 Uhr
Walter Schröer informierte in einem humorvollen Vortrag über die mühsame Arbeit der Leinenproduktion in früheren Zeiten unter dem Titel „vom Flachs zum Leinen.“
Walter Schröer informierte in einem humorvollen Vortrag über die mühsame Arbeit der Leinenproduktion in früheren Zeiten unter dem Titel „vom Flachs zum Leinen.“ Foto: Reinhold Kringel

Wenn Museumsleiter Walter Schröer zur Sonderführung ins Heimatmuseum einlädt, geht es immer um ein besonderes Thema. Diesmal berichtete er humorvoll über den Weg des Flachses zum Leinen.

Umrundet von seinen Zuhörerinnen zeichnete er in dem kleinen Ausstellungsraum, in dem das Museum die historischen Arbeitsgeräte rund um die Flachs ausgestellt hat, den Weg der Verarbeitung nach.

Nach dem Ausreißen der Flachspflanzen kamen diese entweder auf dem Feld oder in Wassergräben in die Rotte: Durch Feuchtigkeit und Pilze wurde ein Zersetzungsprozess in Gang gebracht, um die harten Holzbestandteile zu lösen. Der Fäulnisprozess musste zum richtigen Zeitpunkt unterbrochen und die Halme wieder getrocknet werden. Dann galt es, die Fasern in einem langen Arbeitsprozess von den hölzernen Bestandteilen zu trennen.

Walter Schröer demon­strierte die mühselige Arbeit mit den verschiedenen Arbeitsgeräten, mit denen die Halme gebrochen und die Holzbestandteile ausgekämmt wurden, bis nur noch die Flachsfasern übrig blieben. Diese Fasern wurden am Spinnrad zu einem langen Faden gesponnen. Am Webstuhl entstand am Ende eine Rolle mit weiß-grauem Leinen, das zu Kleidern, Bettwäsche und Tischtüchern verarbeitet werden konnte. Die jungen Frauen schneiderten daraus ihre Aussteuer und legten alles in ihre Hochzeitstruhe, so Walter Schröer.

Im April begann dann das neue Flachsjahr mit der Aussaat der Flachskörner, im Juni blühte der Flachs, und im August wurde geerntet. Im September begann dann der Verarbeitungsprozess von Neuem.

Walter Schröer verwies in seinem informativen Vortrag auch auf Redewendungen, die aus der Flachsverarbeitung kommen. Ein bekannter Ausspruch erklärt sich so: Wenn der Faden am Spinnrad gerissen war und jemand das Gespräch unterbrechen musste, um das Ende auf der Spindel zu suchen, hieß das: „Jetzt habe ich den Faden verloren.“

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