Münster-Werkstatt der CDU
Mobilität ist ein Zauberwort

Münster-Nord -

Schnelle Lösungen für Verkehrsprobleme wird es nicht geben, wurde bei der Münster-Werkstatt der CDU deutlich. Mobilität ist ein komplexes Thema.

Donnerstag, 15.11.2018, 18:06 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 15.11.2018, 18:06 Uhr
Thema der Münster-Werkstatt war zum Beispiel der Bahnhof Sprakel. Vorschläge für Verbesserungen erwartet die Stadt im ersten Quartal 2019 aus einer Studie.
Thema der Münster-Werkstatt war zum Beispiel der Bahnhof Sprakel. Vorschläge für Verbesserungen erwartet die Stadt im ersten Quartal 2019 aus einer Studie. Foto: kaj

Mobilität in Münsters Norden, das war die Überschrift für die zweite Münster-Werkstatt des Kreisverbands der CDU. Dr. Hans-Georg Geißdörfer, stellvertretender Vorsitzender der CDU Kinderhaus, moderierte den Abend, der in den Räumen des Wuddis im Bürgerhaus stattfand.

Eine schnelle Lösung für Verkehrsprobleme, so Geißdörfer, werde es nicht geben. Die CDU wolle mit der Münster-Werkstatt die notwendige Transparenz schaffen. Es gehe um zielgerichtete Lösungen für die Bezirke. Zugleich dürfe aber kein Stadtteil solitär betrachtet werden, sondern es müsse übergreifend gedacht werden. Die Landtagsabgeordnete Simone Wendland, brachte es so auf den Punkt: In Zukunft werde es wohl einfach nur noch darum gehen, zügig von A nach B zu kommen. Und zwar nicht nur mit dem eigenen Pkw.

Michael Milde, Leiter der Verkehrsplanung der Stadt Münster, führte in das hochkomplexe Thema ein und stellte einige Aspekte des Masterplans 2035 vor, an dem die Stadtverwaltung arbeitet.

Die Verkehrsstruktur Münsters sei auf 260 000 Einwohner ausgelegt, erklärte Milde. Doch Münster wächst: Mehr Wohnraum bedeute mehr Verkehr. In diesem Zusammenhang geht es um Flächenverbrauch und Flächenkonkurrenz, um Mobilität und Verkehr. Das Dilemma: „Es gibt nicht genug Fläche für alle Ansprüche“, brachte es Milde auf den Punkt.

Laut Verkehrsplanungsamt werden in Münster 360 000 Pendlerfahrten pro Tag mit dem Auto und nur 20 Prozent mit Bahn oder Bus erledigt. Münsters Stadtgrenze überqueren laut Verkehrsplanung montags bis freitags täglich rund 300 000 Autos, 15 000 Personen im Bus und noch einmal 63 000 im Zug. Zugleich legen die Menschen 40 Prozent aller Wege mit dem Rad zurück.

Ein Punkt sei also die Verkehrsvermeidung. Da spielt auch das Einzelhandelskonzept der Stadt Münster eine Rolle: „Kinderhaus versorgt Sprakel mit“, sagte Milde mit Blick aufs erweiterte Kinderhauser Zentrum. Viele weitere Fahrten entfallen dadurch. Ähnliches gelte demnächst für das neue Zentrum am Hamannplatz in Coerde.

Die Stadt Münster erwägt laut Milde im Übrigen, ein eigenes Fahrradverleihsystem zu etablieren mit rund 100 Stationen und 1200 bis 1500 Rädern. Velorouten sollen ausgebaut werden. Auch weil die normalen Radwege für die neuen, schnellen Bikes oft zu schmal sind.

Umsteigepunkte von Rad oder Auto müsse es spätestens am Stadtrand geben, so Milde. Freilich, wenn es keine vernünftigen Unterstellmöglichkeiten für teure Räder gebe, würden solche Angebote nicht genutzt.

Zum Thema Umsteigen brachte er eine Neuigkeit mit: „Wir sind dran, den Parkplatz Wilkinghege auf 80 Plätze zu erweitern“, kündigte er an. Ein Ärgernis in Kinderhaus ist zum Beispiel, dass Lkw immer wieder die Straße Wilkinghege nutzen, obgleich die Durchfahrt untersagt ist.

Apropos Steinfurter Straße: Morgens im Berufsverkehr gibt es große Verkehrsströme in die Innenstadt, nachmittags die gleiche Geschichte – nur stadtauswärts. Christoph Brands, Kreisgeschäftsführer der CDU Münster, gab den Hinweis auf die Verkehrsregelung auf der Golden Gate Bridge: Sie hat ein verstellbares Mittelplankensystem, das an Werktagen zweimal täglich von einem Spezialfahrzeug verschoben wird: Von den sechs Spuren sind morgens vier stadteinwärts und zwei stadtauswärts freigegeben. Vielleicht lasse sich das übertragen, so Brands. Milde fand den Hinweis auf solch eine Wechsel-Wegweisung inter­essant und nahm ihn zur Prüfung mit. Auch den Vorschlag einer Beleuchtung für die Gasselstiege griff der Verkehrsfachmann auf.

Die Zeit für digitale Ampelschaltungen indes ist laut Milde noch nicht gekommen: „Die Technik ist noch nicht ausgereift.“

Sprakels Bahnhof ist nicht barrierefrei – ebenso wenig wie der in Albachten und in Amelsbüren: Sonst wären es nur wenige Minuten bis zum Hauptbahnhof in Münsters Innenstadt. Dr. Gerhard Bonn von der kommunalen Seniorenvertretung brachte dieses Thema aufs Tapet. Die Verwaltung kennt das Problem. „Bahnhof ist ein schwieriges Thema“, sagte Milde. Eine Bahnunterführung wie in Albachten sei ein Unding. Die Zuständigkeit liege bei der Bahn. Aber: Um voranzukommen, hat die Stadt Münsters eine Studie in Auftrag gegeben, um zu sehen, „was man machen kann“. Ergebnisse erwartet die Stadt im ersten Quartal 2019.

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