Siechenkrippe im Lepramuseum
Bedeutung steckt in den Details

Münster-Kinderhaus -

Das Lepramuseum stellt eine Siechenkrippe aus.

Dienstag, 04.12.2018, 18:26 Uhr
Dr. Ralf Klötzer und Petra Jahnke stellten die Siechenkrippe im Lepramuseum vor.
Dr. Ralf Klötzer und Petra Jahnke stellten die Siechenkrippe im Lepramuseum vor. Foto: Claus Röttig

Schon seit 2013 gibt es in der Adventszeit die Siechenkrippe in der Ausstellung innerhalb des Lepramuseums. Es ist eine besondere Krippe: Denn anders als bei normalen Krippen sind die Figuren nicht klassisch Hirten. Der Holzkünstler Michael Rotz hat Leprakranke dargestellt.

Ein Mönch und zwei Frauen – sie sind gezeichnet von der Krankheit – besuchen Maria, Josef und das Kind. Welche Bedeutung die Figuren haben, erläuterten Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der Gesellschaft für Leprakunde, und Kustodin Petra Jahnke. Sie hat die Bekleidung der Figuren geschaffen.

Die Darstellung der Figuren ist vielschichtig, sogar die Haltung der Hände hat eine Bedeutung: So streckt beispielsweise das Kind seine Hände den Kranken entgegen.

„Die Figuren sind nicht nur an Händen und im Gesicht von der Krankheit gezeichnet, sondern tragen auch die Klapper, wie damals üblich”, erklärte Klötzer. Mit der Klapper mussten Leprakranke Gesunde auf sich aufmerksam machen. Auch bei der Bekleidung setzt das Museum auf Genauigkeit. „Der Kapuziner trägt ein Stück einer Originalschnur einer Kutte. Auch die Spitze der Kapuze ist von einem echten Mönchsgewand“, erläuterte Petra Jahnke.

Die Siechenkrippe ist ebenso wie die rund 40 anderen im Lepramuseum, Kinderhaus 15, aufgebauten Krippen jeden Sonntag (außer an den Weihnachtstagen) bis Ende Januar zwischen 15 und 17 Uhr zu sehen.

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