Aktion „Solidarität in Kinderhaus“
Überraschung zu Weihnachten

Münster-Kinderhaus -

50 Pakete sind in diesen Tagen unterwegs zu ihren Empfängern. Mitglieder der Aktion „Solidarität“ bringen sie zu den Haushalten.

Freitag, 14.12.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 19:06 Uhr
Die bunten Pakete, die (v.l.) von Anne Lemke, Patrick Zeni und Marlen Sanders im Pfarrzentrum angenommen wurden, werden bis Weihnachten in Kinderhaus verteilt.
Die bunten Pakete, die (v.l.) von Anne Lemke, Patrick Zeni und Marlen Sanders im Pfarrzentrum angenommen wurden, werden bis Weihnachten in Kinderhaus verteilt. Foto: cro

Ein Paket nach dem anderen trifft ein. Marlen Sanders , Anne Lemke und Patrick Zeni nehmen die sorgsam in weihnachtlichem Geschenkpapier verpackten Gaben für die Aktion „Solidarität in Kinderhaus” entgegen.

Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Immer wieder kommen Kinderhauser und drücken dem Trio bunt verpackte Weihnachtsgeschenke in die Hand. Auf den Paketen steht eine Nummer, nach der diese auf den Tischen verteilt werden. Denn Sanders darf den Überblick nicht verlieren. „Ich kontrolliere, welche Pakete schon abgegeben wurden und muss sie auch gleich schon auf die Paketboten aufteilen.”

Bis Weihnachten sollen die gespendeten Pakete im Stadtteil verteilt werden. Die Beschenkten wissen nicht, dass ein Paket zu ihnen unterwegs ist. Die Aktion Solidarität in Kinderhaus läuft anonym.

„Entstanden ist die Aktion durch den Chor ,Feelstimmig‘. Es haben sich einfach ein paar Damen gefunden, die das auf die Beine gestellt haben”, berichtet Patrick Zeni, während gerade gleich zehn Pakete auf einmal abgegeben werden. Das war vor fünf Jahren, nun läuft die Aktion im sechsten Jahr. „Und noch immer ist die Nachfrage ungebrochen“, sagt Zeni.

Bei der Aktion steht schon immer die Anonymität an erster Stelle: „Denn wer möchte sich schon als bedürftig outen”, gibt Sanders zu bedenken. So bekommen die Organisatoren zwar die nötigen Informationen von der Migrationsberatung der Diakonie, dem Sozialbüro, der Kinderhauser Arbeitsloseninitiative und dem Begegnungszen­trum Sprickmannstraße, aber diese Daten seien streng geheim. „Die kennen wirklich nur zwei Personen in unserem Kreis”, sagt Zeni.

Während des vorweihnachtlichen „Novembertreffs“ im Pfarrzentrum haben sich Kinderhauser gemeldet, die ein Paket packen wollten. „Das unterliegt ein paar Regeln: So darf beispielsweise kein Alkohol eingepackt werden”, erklärt Marlen Sanders.

Die Informationen für die Spender sind spärlich: Auf einem Zettel stehe zwar, wer beschenkt werden soll – also ob es sich um eine Einzelperson oder um eine Familie handele sowie eventuell das Alter der Kinder. „Aber weder Adresse noch Name werden bekannt“, so Sanders.

Die Boten, die nun bis Weihnachten die Pakete zu den Bedürftigen bringen, kennen wiederum die Spender nicht. Sie erhalten ihre Pakete direkt von Marlen Sanders: „So bleibt es sehr anonym, und das ist auch so gewollt.”

Für Patrick Zeni ist gerade die Überraschung der Beschenkten das Schöne: „Die Menschen, die ein Paket bekommen, wissen das natürlich vorher nicht. Um so größer ist die Freude.” Beschenkt werden nicht nur Familien: „Auch alte, oft allein stehende Menschen, die einsam sind, bekommen ein Paket.”

Ein Wermutstropfen ist bei der Aktion dabei: „Wir können leider nicht alle beschenken, die uns übermittelt wurden. Dieses Jahr wurden uns rund 80 Namen genannt, 50 Pakete werden gepackt”, so Zeni. Doch da keiner wisse, dass er vorgeschlagen worden sei, gebe es auch keine Enttäuschung.

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