Lepra-Puppe geht auf die Reise
Lepra-Puppe vertritt Museum

Münster-Kinderhaus -

Das Lepramuseum gehört zu den sieben Museen aus Münster, die sich 2019 an einer mobilen Ausstellung beteiligen. Besucher des Museums wählten die Lepra-Puppe als markantes Exponat für das Projekt aus.

Freitag, 21.12.2018, 20:00 Uhr
Eine Lepra-Puppe soll das Kinderhauser Museum als anschauliches Exponat bei einer mobilen Ausstellung 2019 repräsentieren.Das Lepramuseum (unten, l.) gehört zu den sieben Museen aus Münster, die sich 2019 an einer mobilen Ausstellung beteiligen. In Kinderhaus ist die Geschichte des Leprosoriums präsent zum Beispiel mit der zugemauerten Durchreiche in der Mauer (oben, l.). Ralf Klötzer (unten,r.) hat Museumsbesucher nach ihren Lieblingsstücken befragt: So wird eine Lepra-Puppe das Museum nächstes Jahr repräsentieren.
Eine Lepra-Puppe soll das Kinderhauser Museum als anschauliches Exponat bei einer mobilen Ausstellung 2019 repräsentieren.Das Lepramuseum (unten, l.) gehört zu den sieben Museen aus Münster, die sich 2019 an einer mobilen Ausstellung beteiligen. In Kinderhaus ist die Geschichte des Leprosoriums präsent zum Beispiel mit der zugemauerten Durchreiche in der Mauer (oben, l.). Ralf Klötzer (unten,r.) hat Museumsbesucher nach ihren Lieblingsstücken befragt: So wird eine Lepra-Puppe das Museum nächstes Jahr repräsentieren. Foto: kaj

Die Lepra-Puppe des Kinderhauser Lepramuseums soll 2019 als Teil einer digitalen Ausstellung in einem Container durch das Münsterland touren. Sie ist eines der ältesten Exponate des Museums: Sie ist von Anfang an, seit 1986, dabei und stellt sehr anschaulich die Auswirkung der Krankheit dar.

Gemeinsam mit Objekten aus insgesamt 28 Museen und Ausstellungshäusern im Münsterland wird die Puppe als Botschafter des Lepramuseums an dem Gemeinschaftsprojekt „Apokalypse Münster land“ teilnehmen, das vom Verein Münsterland mit Sitz in Greven auf die Beine gestellt worden ist.

Das Szenario des Projekts: Vor dem Hintergrund einer digitalen Apokalypse und einem Hilferuf aus der Zukunft stellen die Museen und Ausstellungshäuser ihren Besuchern die Frage: „Welches Kulturgut willst du bewahren und warum?“ So beschreibt der Verein Münsterland sein Konzept. Die mobile Ausstellung soll nächstes Jahr 16 Stationen im Münsterland anfahren.

Das Lepramuseum habe eine E-Mail-Umfrage unter Besuchern des Lepramuseums durchgeführt, berichtet Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der Gesellschaft für Leprakunde. Die Besucher sollten ihr Lieblingsobjekt auswählen.

In Kinderhaus hätten sich Langzeitbesucher beteiligt, also Menschen, die das Museum, seine Konzeption und die Exponate seit Langem kennen würden, erläutert er. 15 ausgefüllt Fragebögen seien zurückgekommen. Das ist zwar keine große Zahl. Für Klötzer haben die Aussagen aber besondere Bedeutung, weil sie von Personen stammten, die das Museum seit vielen Jahren kennten, sagte er. Klötzer fand die breite Streuung der ausgewählten Exponate ebenso interessant wie die Begründungen für die Wahl.

Die Lepra-Puppe fand den größten Zuspruch: Sie zeige besonders gut, wie sich die Lepra ausgewirkt habe, heißt es. Bei ihrem Anblick könne man sich „hautnah“ in die Situation von Leprakranken einfühlen. Sie verdeutliche auch das seelische Leiden durch Ausgegrenztheit und Vereinsamung, so die Begründung in der Umfrage.

Auf Platz zwei lag die Klapper, mit der Leprakranke im Mittelalter Gesunde auf sich aufmerksam machen mussten – ein Symbol für die soziale Ausgrenzung.

Die alte DAHW-Sammeldose aus den 60er-Jahren wurde als Symbol für mitmenschliche Verantwortung genannt. Der verkürzte Schuh, ein weiteres Exponat, animiere vielleicht dazu, sich mit Themen wie Hilfsmöglichkeiten auseinanderzusetzen, habe es geheißen.

Und ohne das Mikroskop wäre das Mycobacterium leprae, das 1873 durch den norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen identifiziert wurde, nicht erkennbar gewesen. Das Gürteltier, das es im Museum als Präparat und aus Ton gibt, sei als Exot geeignet, neugierig zu machen, hieß es.

Nun wird also die Lepra-Puppe das Museum bei der Rundreise im Container repräsentieren. Sie trägt Verbände an Händen und Füßen, ein schwarzes Tuch um den Kopf und eine Gesichtsmaske, die Geschwüre (Leprome) zeigt. Sie führt Klapper, Trinkflasche und Stock bei sich.

Vorgesehen sei, die „Sieger-Objekte“ der Museen mit Hilfe eines 3D-Scanners für die Tour zu digitalisieren, heißt es. Aus Münster beteiligen sich sieben Museen an der mobilen Ausstellung: Archäologisches Museum und Geomuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität, das Lepramuseum, das Naturkundemuseum, der Mühlenhof, das Westfälische Pferdemuseum und die Villa ten Hompel.  

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