Walter Schröer zieht sich aus der ersten Reihe zurück
Walter Schröer gibt Vorsitz ab

Münster-Kinderhaus -

Ein Wechsel an der Spitze der Bürgervereinigung Kinderhaus bahnt sich an: Walter Schröer will den Vorsitz abgeben.

Mittwoch, 09.01.2019, 06:00 Uhr
Walter Schröer zieht sich nach 13 Jahren als Vorsitzender aus der ersten Reihe zurück. Er wird aber weiterhin in der Bürgervereinigung und im Heimatmuseum mitarbeiten.
Walter Schröer zieht sich nach 13 Jahren als Vorsitzender aus der ersten Reihe zurück. Er wird aber weiterhin in der Bürgervereinigung und im Heimatmuseum mitarbeiten. Foto: kaj

Walter Schröer wird sich aus der ersten Reihe zurückziehen. Den Vorsitz der Bürgervereinigung Kinderhaus will er am 14. Februar bei der nächsten Mitgliederversammlung in jüngere Hände legen. Als kompetenten Nachfolger wird er der Versammlung Dr. Christopher Görlich , den zweiten Vorsitzenden der Bürgervereinigung, vorschlagen.

Der Kinderhauser hat die Bürgervereinigung am 22. Oktober 1986 mitgegründet und war zweimal zweiter Vorsitzender: von 1986 bis 1994 an der Seite von Ruth Betz und ab 2002 als Stellvertreter von Margitta Niclas. 2006 übernahm er das Ruder.

Über das Heimatmuseum und  seine Zeit in der Bürgervereinigung sprach Redakteurin Katrin Jünemann mit Walter Schröer.

Heimatmuseum und Walter Schröer – das gehört zusammen. Warum kandidieren Sie nicht wieder?

Schröer: Ich bin jetzt 13 Jahre Vorsitzender. Sonntag bin ich 74 Jahre geworden. ich kann und will das nicht ewig machen. Für den Verein ist es gut, Jüngere zum Zug kommen zu lassen. Christopher Görlich ist Historiker, und er kann das. Die Museumsarbeit und das Miteinander der Vereinsmitglieder haben mir immer sehr viel Freude bereitet.

Welche Bedeutung hat das Pfründnerhaus für das Heimatmuseum?

Schröer: Das Haus ist ideal. Die Geschichte von Kinderhaus kann man nirgendwo besser vorstellen. Hier ist die Urzelle von Kinderhaus. Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen hatte das Gebäude als Waisenhaus für Kinder und Jugendliche gebaut. Dort sollten Uniformstoffe gewebt werden. Hier können wir Kinderhauser Geschichte lebendig werden lassen.

2003 übernahm die Wohn- und Stadtbau das Gebäude von der Stiftung Pfründnerhaus. Was bedeutete das?

Schröer: Die Erhöhung der Miete um das Doppelte. Wir haben damals sogar über eine Auflösung des Heimatmuseums nachgedacht. Wir sind dann bei der Wohn- und Stadtbau vorstellig geworden. Schließlich war es Geschäftsführer Klemens Nottenkemper, der die richtige Idee hatte. Er schlug uns vor, es doch mal mit einem Flohmarkt zu versuchen. Wir haben alle mit dem Kopf geschüttelt.

Aber?

Schröer: Wir haben ganz bescheiden angefangen. Und die Einnahmen waren tatsächlich gut. Wir waren ganz erstaunt und erschrocken und konnten so, auch mit dem Zuschuss der Bezirksvertretung, unsere Miete bezahlen. Hinzu kamen private Fördergelder.

So entstand der Kitsch- und Krempelmarkt?

Schröer: Ja. Und dann der Edeltrödelmarkt auf dem Dachboden. Und dann der Weihnachts- und der Osterbasar.

Apropos Weihnachten. Die Krippenausstellung ist ja ein Dauerbrenner und wohl die größte in Münster. Wie viele Krippen hat das Museum inzwischen?

Schröer: Wir haben im letzten Jahr 300 Krippen gezählt.

Warum nimmt das Heimatmuseum eigentlich keinen Eintritt?

Schröer: Freiwillige Spenden bringen mehr. Freiwilligkeit ist ganz wichtig. Besonders unsere Hochzeiter sind sehr spendabel.

Das Heimatmuseum ist nicht nur Ausstellungsort, sondern . . .

Schröer: . . . auch kultureller Veranstaltungsort für kleine Konzerte, Lesungen und Vorträge, etwa zur Stadtteilgeschichte. Außerdem kann bei uns geheiratet werden.

Was ist das Schöne an der Museumsarbeit?

Schröer: Die Gespräche mit Leuten. Zum Beispiel mit Menschen, die von außerhalb kommen und sich an die Zeiten erinnern, als sie hier gewohnt haben. Da kommt manches Interessante zu Tage und auch oft Bildmaterial aus den Familienalben.

Was schätzen Sie an der Bürgervereinigung?

Schröer: Der Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft ist eine tolle Sache. Viele fühlen sich verantwortlich, jeder hat seine Aufgabe. Ohne unsere fleißigen Helfer wäre das alles nicht zu schaffen. Alles tolle Leute. Natürlich werde ich weiter in der Bürgervereinigung mitarbeiten und mein Wissen weitergeben.

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