Sonderausstellung zu Ruth Pfau
Lepramuseum würdigt das Wirken von Ruth Pfau

Münster-Kinderhaus -

Eine Ausstellung im Lepramuseum soll nun an die bekannte Ordensfrau Dr. Ruth Pfau erinnern. Eröffnet wird sie am Weltlepratag, am 27. Januar, um 12.15 Uhr im Lepramuseum, Kinderhaus 15.

Freitag, 18.01.2019, 21:00 Uhr
Ruth Pfau, hier mit Jürgen Belker (M., DAHW) und Ralf Klötzer, bei einem Besuch im Lepramuseum.
Ruth Pfau, hier mit Jürgen Belker (M., DAHW) und Ralf Klötzer, bei einem Besuch im Lepramuseum.

Die Lepraärztin Dr. Ruth Pfau hat das historische Kinderhauser Gelände, auf dem sich vor über 600 Jahren Münsters Leprosorium befand, mehrmals besucht. 1987, im zweiten Jahr nach Gründung des Lepramuseums, pflanzte sie die „Siecheneiche“ vor dem ehemaligen Pfründnerhaus Kinderhaus. 84-jährig besuchte sie 2014 zum letzten Mal das Lepramuseum , so die Pressemitteilung der Gesellschaft für Leprakunde (Gfl).

Die Sonderausstellung „Ruth Pfau“ (1929-2017) wird bis zum 7. April zu sehen sein, kündigt Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der GfL, an. Ruth Pfau lebte seit 1960 als Lepraärztin in Pakistan. Sie gründete und leitete das Leprahospital Marie Adelaide Leprosy Centre in Karachi. Sie war in Leipzig geboren und aufgewachsen und hatte in Mainz Medizin studiert. Später wurde Pakistan ihre Heimat, aber sie kam oft nach Deutschland und besuchte mehrmals Münster.

Ihre Bedeutung für die Leprahilfe der letzten 50 Jahre ist groß. In Pakistan arbeitete sie für das Gesundheitsministerium im Rang einer Staatssekretärin. Das muslimische Land Pakistan ehrte die christliche deutsche Ärztin mit einem Staatsbegräbnis und ein Jahr nach ihrem Tod mit Sonderbriefmarke und Sondermünze, so die Gesellschaft für Leprakunde.

Die Ausstellung im Lepramuseum wurde von dem Historiker Dr. Christopher Görlich erarbeitet. Seine Grundlage war die Sammlung Ruth Pfau der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe, die an die GfL übergegangen ist.

Ruth Pfaus Werk wirkt in Pakistan und in Deutschland fort. Schon zu ihren Lebzeiten wurde die Ruth-Pfau-Stiftung zur Förderung der Leprahilfe gegründet. Das Ziel, dass kein Mensch mehr unter der Lepra leiden muss, ist noch nicht erreicht.

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