Lothar Esser gibt sein Amt als BGZ-Vorsitzender ab
„Vielfalt ist eine Bereicherung“

Münster-Kinderhaus -

Er hat geholfen, wo er konnte. Und damit hat er Kinderhaus geprägt.

Dienstag, 22.01.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 05:40 Uhr
Lothar Esser ist Gründungsmitglied des Begegnungszentrums (BGZ) Kinderhaus. Sein Amt als BGZ-Vorsitzender will Esser am Donnerstag in jüngere Hände geben.
Lothar Esser ist Gründungsmitglied des Begegnungszentrums (BGZ) Kinderhaus. Sein Amt als BGZ-Vorsitzender will Esser am Donnerstag in jüngere Hände geben. Foto: kaj

Lothar Esser (73) ist Gründungsmitglied des Begegnungszentrums (BGZ) Kinderhaus. Der Verein steht hinter dem gleichnamigen Treffpunkt mitten im Wohngebiet Brüningheide. Vor 31 Jahren hieß der Treffpunkt noch Bürgertreff „Alte Drogerie“. Lothar Esser war in verschiedenen Funktionen im Vorstand aktiv. Über zehn Jahre hat er nun den Verein als Vorsitzender geleitet. Jetzt möchte er am Donnerstag (24. Januar, 18 Uhr, BGZ) bei der Versammlung des Vereins diese Aufgabe in jüngere Hände übergeben. Mit Lothar Esser sprach Redakteurin Katrin Jünemann.

Wie kam es zu dem Entschluss?

Esser (schmunzelt): Ich handele da ganz biblisch nach dem Spruch „Ein Jegliches hat seine Zeit“ aus dem Buch der Weisheit. Ich finde das einfach richtig und im Sinne der weiteren Entwicklung des Vereins.

Was ist das zentrale Anliegen des Vereins?

Esser: Der Grundgedanke war immer, die verschiedenen Kräfte in Kinderhaus zusammenzuführen und eine soziale Spaltung aufzuhalten und zu verhindern. Der Gedanke war, Kinderhauser Vereine und die Kirchen einzubinden. Ein schönes Beispiel ist die Messe im Begegnungszentrum. Pfarrer Karl Stindt hat sie eingeführt: Sie findet sei über 30 Jahren mittwochs statt.

Gab es Glücksfälle?

Esser: Ja, dass wir die leerstehende alte Drogerie bekommen haben. Und dass ich auf Thomas Kollmann gestoßen bin. Er stellte damals die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Hochhaussiedlung Brüningheide in Kinderhaus vor. Seit vielen Jahren ist er Geschäftsführer des Begegnungszentrums. Und die Tatsache, dass sich Frau Ingeborg Mühlig bereit erklärte, den Vorsitz zu übernehmen. Sie war eine „Grande Dame“ in Kinderhaus, Begründerin einer Stiftung und eine sehr wichtige Integrationsperson.

Vor welchen Aufgaben steht der Verein?

Esser: Es geht um die Verzahnung der Nationalitäten und damit von kulturellen Gewohnheiten und religiösen Traditionen.

Wie viele Nationalitäten kommen im BGZ zusammen?

Esser : Weit über 30. Es ist selbstverständlich, dass wir Mitarbeiter haben, die aus der muslimischen Tradition kommen.

Was zeichnet das Begegnungszentrum aus?

Esser: Grundgedanke der Einrichtung ist die Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation bei aktiver und gelebter Toleranz: Wie lebst du, wie fühlst du? Das ist für mich ein persönlicher Erfahrungsschatz. Die Vielfalt ist eine Bereicherung, das finde ich persönlich interessant.

Das ist eine Motivation?

Esser : Ja. Das sind 30 Jahre meines Lebens. Und wir haben gutes Personal im hauptamtlichen und im nebenamtlichen Bereich. Es gibt einen internationalen Kreis, der sich regelmäßig trifft und viele Foren zur Partizipation der Menschen vor Ort. Dazu bringt oft jeder etwas zu essen mit und dann wird gemeinsam geplant

Gibt es da Luft?

Esser: Wir sind an den Grenzen unserer Kapazitäten angelangt. Das BGZ wird stark genutzt.

Vor welchen Herausforderungen steht das Wohngebiet Brüningheide?

Esser: Die Wohnungsnot und notwendige Sanierungen sind Themen. Die Menschen fragen sich, was passiert, wenn die Mieten steigen. Und Kinder und Jugendliche müssen unterstützt werden.

Was wünschen Sie sich für Ihre Nachfolge? Gibt es jemanden, der dafür bereit wäre?

Esser: Ich möchte dem Votum der Versammlung nicht vorgreifen und deshalb keine Namen nennen. Aber ich würde mich freuen, wenn wieder eine Frau den Vorsitz übernimmt. Wir hatten mit Ingeborg Mühlig ja schon einmal eine hervorragende Vorsitzende.

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