Reinhard Winter im Ruhestand
Pädagoge mit Herz und Seele

Münster-Kinderhaus -

Reinhard Winter, langjähriger Leiter der Martin-Luther-King-Schule, verabschiedet sich in dieser Woche von seiner Schule und Weggefährten in den Ruhestand.

Montag, 04.02.2019, 19:00 Uhr
„Den Frieden entwickeln“ ist Anliegen des israelischen Kinderheims, das Reinhard Winter dazu brachte, Förderschullehrer zu werden. Seit wenigen Tagen ist er als Schulleiter der Martin-Luther-King-Schule im Ruhestand.
„Den Frieden entwickeln“ ist Anliegen des israelischen Kinderheims, das Reinhard Winter dazu brachte, Förderschullehrer zu werden. Seit wenigen Tagen ist er als Schulleiter der Martin-Luther-King-Schule im Ruhestand. Foto: kaj

Sprache und Kommunikation faszinieren Reinhard Winter (65). Und so wurde die Martin-Luther-King-Schule, Förderschule Schule des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe mit dem Schwerpunkt Sprache, vor 25 Jahren Teil seines Lebens. Seit 1993 war er Konrektor, seit 2002 Schulleiter. Als Reinhard Winter vor rund 25 Jahren ankam, hatte die Schule circa 60 Schüler und sechs Lehrer. Heute sind es 235 Schüler und 30 Lehrer (22 Stellen) sowie 20 Integrationskräfte. Seit dem 31. Januar ist er im Ruhestand.

Er verabschiedet sich in dieser Woche von Schülern und Wegbegleitern: Für die fünften und sechsten Stufen hat er einen Trommelworkshop organisiert, für die Klassen sieben bis zehn gibt es das Theaterstück „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ vom „echtzeit-theater“ (auch unterstützt von der Sparkasse Münsterland-Ost und dem Förderverein der Schule), und am Freitag ab 14 Uhr wird es offiziell, aber bunt mit dem Impro-Theater „RatzFatz“.

Winter hatte mit 22 Jahren sein Studium als Bauingenieur abgeschlossen. Doch er suchte noch etwas anderes, ging erst mal nach Israel und arbeitete als Hausmeister in einem Kinderheim. Er kam mit den Kindern gut klar und arbeitete bald auch pädagogisch mit. „Die andere Sprache, das andere Temperament des Hebräischen, haben mir die Bedeutung von Sprache sehr bewusst gemacht“, sagt er und lächelt. „Ich kam zurück und war inspiriert.“ Er studierte Sonderpädagogik und landete schließlich in Kinderhaus an der Martin-Luther-King Schule, einer LWL-Förderschule Sprache, Sekundarbereich 1.

Kommunikation und Sprache sieht er als Schlüsselqualifikation zu Bildung und Ausbildung. „Wenn einem Kind in diesem Rahmen individuelle Hilfe zukommt, hat es ganz andere Chancen.“ Kinder mit dem Förderbedarf Sprache könnten das, was sie meinten, oft nicht ausdrücken: „Dadurch entstehen Missverständnisse.“ Mit fatalen Auswirkungen: Kinder würden verkannt – und zum Beispiel als „lernbehindert“ wahrgenommen oder emotional-sozial auffällig. „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass die Kinder Gehör bekommen und ernst genommen werden“, betont Winter.

„Ich bin ein absoluter Inklusions-Fan“, sagt er. Aber manche Kinder, die in sprachlichen und kommunikativen Situationen verunsichert sind, verkrafteten große Schulsysteme mit einer Vielzahl von Lehrpersonen und Räumen nicht. Die Martin-Luther-King-Schule könne ihnen die individuelle Förderung zuteilwerden lassen, die sie brauchten. Hauptschulabschluss A und B sowie die Qualifikation für den Besuch einer weiterführenden Schule und der Abschluss Lernen – das sind die Abschlüsse an der Martin-Luther-King-Schule.

„Die Arbeit mit den Kindern werde ich sehr vermissen, das weiß ich schon jetzt“, sagt Reinhard Winter. An der Schule gehe es mit Magdalene Beermann, seiner bisherigen Konrektorin, die die Schulleitung übernommen hat, nahtlos weiter.

Reinhard Winter wird sich weiter – wie all die Jahre – für das israelische Kinderheim „Neve Hanna“ engagieren, er ist dessen Fördervereinsvorsitzender. Anderen zu helfen – das bleibt: Zum Beispiel könnte er sich vorstellen, im Rahmen seiner Beraterausbildung in Krisensituation zu beraten

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