Wohnquartier Moldrickx
Großer Spielplatz hat Priorität

Münster-Kinderhaus -

Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen in der Bezirksvertretung (BV) Nord hat konkrete Wünsche an den Bebauungsplan für das Wohnquartier.

Mittwoch, 06.02.2019, 19:00 Uhr
Noch liegt das ehemalige Betriebsgelände der Gärtnerei Moldrickx brach. Die Planung für das Areal soll Anfang des zweiten Quartals öffentlich ausgelegt werden.
Noch liegt das ehemalige Betriebsgelände der Gärtnerei Moldrickx brach. Die Planung für das Areal soll Anfang des zweiten Quartals öffentlich ausgelegt werden. Foto: kaj

Zweieinhalb Jahre ist es her, seit das Wohnquartier Moldrickx Thema einer öffentlichen Veranstaltung war. Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs waren den Bürgern am 27. Oktober 2016 in der Gärtnerei Moldrickx vorgestellt worden.

Ende jenes Jahres hatte Familie Moldrickx den Gärtnereibetrieb aufgegeben. Sie verkaufte rund 26 000 Quadratmeter ihres Grundstücks an die Stadt Münster. Übergabe an die Stadt war am 15. Februar 2017. Im Mai 2017 waren dann alle Gewächshäuser verschwunden. Seither liegt das Gelände brach.

Entstehen soll ein Wohnquartier mit rund 240 neuen Wohnungen. Ein neuer Bebauungsplan (Nr. 590) muss aufgestellt werden, damit der städtebauliche Entwurf für das Areal umgesetzt werden kann. Das Büro Stadtraum hatte den Wettbewerb zur Entwicklung des ehemaligen Betriebsgeländes gewonnen.

Die Planung für das Moldrickx-Quartier soll Anfang des zweiten Quartals 2019 öffentlich ausgelegt werden, hatte die Verwaltung im Dezember 2018 informiert.

Die Fraktion von Bündnis 90 /  Die Grünen in der Bezirksvertretung (BV) Nord hat konkrete Wünsche für das Wohnquartier an den Bebauungsplan. Die Fraktion habe ihre Vorstellungen über den Vorsitzenden des Stadtplanungsausschuss an die Verwaltung gegeben, berichtet der Kinderhauser Bezirksvertreter Ralf Kiewit .

Einen Schwerpunkt setzen die Grünen dabei auf einen Spielplatz von mindestens 2000 Quadratmetern mit Kiosk und Toilette. Ein großes Spielgelände gebe es im Wohngebiet Brüningheide nicht, und ein neues Wohnquartier brauche natürlich auch einen vernünftigen Spielplatz, sagte Ralf Kiewit. Ein großer Spielplatz kann nach Ansicht der Grünen zu einem sozialen Treffpunkt für die Quartiere Moldrickx und Brüningheide werden. Sie sehen dort das Potenzial für einen Treffpunkt, der nicht nur junge Familien zusammenführt, sondern auch „als Kommunikations-und Freizeitraum für Großeltern, Eltern und Kinder fungieren kann“. Die Schaffung eines attraktiven Spielplatz-Angebots im Wohnquartier habe deshalb hohe Priorität.

Im unmittelbarem Umfeld des Spielgeländes, so der Vorschlag der Grünen, sollte bauplanungsrechtlich die Möglichkeit geschaffen werden, einzelne Wohnungen auch anders nutzen zu können – etwa als Repair-Cafe, als sozialer Ehrenamtstreff, oder als Raum, der privat angemietet und auch für Vereine und Kurse genutzt werden kann.

Ökologisches Bauen ist ein weiteres Anliegen der Grünen. Sie plädieren dafür, „Regelungen in den Bebauungsplan aufzunehmen, die eine Bebauung nach ökologischen Standards so weit wie möglich sicherstellen“. Dazu zählten etwa eine möglichst geringe Versiegelung, begrünte Flachdächer und ein Konzept für die Begrünung von Fassaden.

Auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände sollten „Obst- und Nussbäume, Beerensträucher und heimische Gehölze“ angepflanzt werden, so die Kommunalpolitiker weiter. Sie wünschen sich zudem „Raum für Wildblumenwiesen und Kräuterbeete zum Bienen- und Insektenschutz“.

Fußgänger und Radfahrer sollten im Wohngebiet Vorrang vor Fahrzeugen haben, so der Ansatz der Grünen. Erreicht werden kann das ihrer Ansicht nach etwa durch Spielstraßen, Fahrradstraßen sowie breite Fuß- und Radwege. Mit der Präferenz fürs Rad sind vernünftige Abstellmöglichkeiten verbunden, „die auch für E-Bikes und Lastenfahrräder geeignet sind“, führen die Grünen aus. Zugleich wollen sie die Stellplätze für Pkw „auf das rechtlich zulässige Mindestmaß“ beschränken. Zu den Überlegungen gehört auch, Stellflächen für ein Car-Sharing-Angebot und die Schaffung von E-Tanksäulen samt Abrechnungskonzept aufzunehmen.

Mindestens zwei Wohnformen für gemeinsames Wohnen (etwa ein Mehrgenerationenhaus oder genossenschaftliches Wohnen) sollten im Bebauungsplan realisiert werden, heißt es weiter.

Eine „ganzheitliche Lösung“ ist den Politikern für die Verkehrsführung hinsichtlich des Baugebiets Moldrickx wichtig. Gerade deshalb, weil die Westhoffstraße „schon jetzt mit Individual- und ÖPNV-Verkehr hoch belastet ist“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6374382?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F139%2F
Wenig Begeisterung über Lewes Apotheken-Engagement
Wirbt für mehr Vor-Ort-Apotheken: Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe 
Nachrichten-Ticker