Moorhock-Bebauung
Gegenwind für Moorhock-Bebauung

Münster-Kinderhaus -

Ob es eine Zustimmung in der Politik für die geplante Bebauung am Moorhock geben wird , scheint im Augenblick nicht sicher zu sein.

Dienstag, 12.02.2019, 18:42 Uhr
Im Anschluss an die vorhandene Bebauung am Südrand von Kinderhaus ist das kleine Baugebiet vorgesehen.
Im Anschluss an die vorhandene Bebauung am Südrand von Kinderhaus ist das kleine Baugebiet vorgesehen. Foto: Stadt Münster

Die Bebauung am Moorhock, die zu einem Teil auch auf einer Altlastenfläche geplant ist, trifft auf zunehmenden Widerstand in der Politik. Vorgesehen ist bislang, dass zwischen den Straßen Im Moorhock und Rektoratsweg auf einem etwa einen Hektar großen Areal rund 60 Wohneinheiten entstehen sollen. Dazu bedarf es der Aufstellung eines Bebauungsplans.

Die Stadt Münster hatte zu dem Vorhaben am 25. September im Bürgerhaus eine Bürgerinformation durchgeführt. Die Begutachtung habe ergeben, hieß es bei dieser Versammlung, dass eine Wohnbebauung nach den gesetzlichen Vorgaben machbar sei, wenn bestimmte gesetzlich vorgegebene Voraussetzungen erfüllt werden: Je nach Nutzung (35 Zentimeter für Spielplätze und 60 Zentimeter für einen Nutzgarten) müsse der Boden ausgekoffert werden und mit neuem unbelastetem Boden aufgefüllt, der durch eine Vliesschicht vom Untergrund abgetrennt wird. Daran waren Auflagen gebunden: etwa keine tiefwurzelnden Gewächse anzupflanzen.

Solche Einschränkungen und die Tatsache, dass die Frischluftschneise der Stadt Münster bei diesem Bauvorhaben tangiert würde, haben jetzt offenbar zu Gegenwind für das Vorhaben geführt. Nach der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses, in der die geplante Bebauung von der Verwaltung vorgestellt wurde, zeichnet sich in diesen Tagen eine Ablehnung der Bebauung ab.

„Ich bin froh, dass wir beharrlich an diesem Thema dran geblieben sind“, sagt Ralf Kiewit, Kinderhauser Bezirksvertreter der Grünen. „Wir sind dafür, dass das Bauvorhaben aufgegeben wird.“ Gründe seien der Eingriff in die Grünzone „und die aus unserer Sicht nicht wirklich klare Altlastenproblematik“.

Bei der SPD gebe es noch keine abgestimmte Position, sagt Ratsherr Michael Kleyboldt. Er persönlich halte eine Bebauung der Altlastenfläche für indiskutabel, für ihn sei höchstens eine schmale Bebauung im unbelasteten Bereich denkbar, um Wohnraum zu schaffen. Es gebe aber auch Stimmen in der SPD, die sagten, dass man die Frischluftschneise nicht antasten dürfe. Kleyboldt: „Das ist ein spannendes Thema, da muss man Farbe bekennen.“

Die FDP habe das Projekt, als es zum ersten Mal vorgestellt wurde, nicht als problematisch wahrgenommen, sagt FDP-Ratsherr Jürgen Reuter. „Wir hatten es als Arrondierung zur vorhandenen Bebauung eingeordnet.“ Als in der letzten Sitzung des Planungsausschusses noch einmal die Bodenbelastung und die damit verbundenen Auflagen zur Nutzung zur Sprache gekommen seien und klar geworden sei, „dass man noch nicht mal einen Baum pflanzen darf“, habe das zu einer anderen Einordnung geführt. Die FDP spreche sich gegen eine Bebauung aus.

Gegenwind gibt es auch vonseiten der CDU: „Von uns gibt es das klare Signal, dass wir gegen das Bauvorhaben sind“, sagt Olaf Bloch, Ratsherr aus Kinderhaus und Mitglied des Planungsausschusses.

Auch im Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen wird das Baugebiet noch Thema sein.

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