Geschwister-Scholl-Gymnasium verleiht Willi-Graf-Preis
Eine verlässliche Schulgemeinschaft

Münster-Kinderhaus -

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wird am 22. Februar nach längerer Pause wieder den Willi-Graf-Preis verleihen. Zugleich beziehen die Schüler Position.

Mittwoch, 13.02.2019, 19:00 Uhr
Franziska Potz (Schülerstiftung Courage) (v.l.) sowie Frieda Janzing und Carolin Niehues von der Schülervertretung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stellten mit Schulleiter Ralf Cyrus ihre Projekte am Tag der Willi-Graf-Preis-Verleihung vor.
Franziska Potz (Schülerstiftung Courage) (v.l.) sowie Frieda Janzing und Carolin Niehues von der Schülervertretung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stellten mit Schulleiter Ralf Cyrus ihre Projekte am Tag der Willi-Graf-Preis-Verleihung vor. Foto: kaj

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wird am 22. Februar nach längerer Pause wieder den Willi-Graf-Preis verleihen. Ausgezeichnet wurden mit dem Preis von 2003 bis 2009 Schüler, die sich besonders für die Schulgemeinschaft engagiert oder durch besondere schulische Leistungen aufgefallen waren.

Willi Graf engagierte sich im Kreis der Weißen Rose um Hans und Sophie Scholl gegen das Nazi-Regime. Er verteilte Flugblätter, sprühte Parolen an die Wände und versuchte, den Widerstand über München hinaus zu organisieren. Er bekundete öffentlich, was er fühlte und dachte – und musste dafür mit 25 Jahren sterben. Willi Graf wurde am 12. Oktober 1943 hingerichtet, verurteilt vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler.

Der Willi-Graf-Preis fand seinen Weg zum Geschwister-Scholl-Gymnasium durch den langjährigen Kontakt des früheren Schulleiters Heinz Beumer zu Dr. h.c. Anneliese Knoop-Graf (1921-2009), der Schwester von Willi Graf. Die jüngere Schwester von Willi Graf hat das Vermächtnis der Weißen Rose in die Schule hineingetragen.

Die Schülervertretung des 640 Schüler starken Geschwister-Scholl-Gymnasiums und die Schülerstiftung Courage werden am jährlichen Scholl-Tag im Schulzentrum, der nächste Woche der Preisverleihung vorausgeht, besondere Aktionen anbieten. Courage werde für die rund 60 Schüler der fünften Klassen Workshops anbieten, berichtet Franziska Potz von der Schülerstiftung. Dabei gehe es darum zu vermitteln, dass es wichtig sei, sich füreinander und für andere einzusetzen. Chancengleichheit und gleiches Recht auf Bildung sind Werte, für die sich Courage einsetzt.

Die Schülervertretung plant nach Abschluss des Scholltags am Gymnasium eine Flugblattaktion im Umkreis des münsterischen Rathauses, bevor die Demon­strationen des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ am 22. Februar gegen den Neujahrsempfang der „Alternative für Deutschland“ (AfD) beginnen. Mitdemonstrieren würden auch Lehrer des Gymnasiums, sagte Schulleiter Ralf Cyrus.

Die Schüler wollen auf den Flugblättern, die sie in der Innenstadt verteilen, „die Werte, für die wir stehen“, artikulieren, berichten Frieda Janzing und Carolin Niehues von der Schülervertretung. Das Schulklima empfinden sie als sehr gut, sowohl was die Beziehung der Schüler untereinander als auch die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern anbelange. „Wir sind nicht in erster Linie deutsch, kurdisch oder syrisch, sondern Menschen, die in die Schule gehen, um zu lernen“, betonen sie. Wenn es Probleme gebe, „versuchen wir Lösungen zu finden“. Ansprechpartner finden sich auf mehreren Ebenen: vom Klassensprecher über die Schülervertretung, vom Vertrauenslehrer bis zur Schulleitung. Es gibt Paten aus der neunten Klasse, die sich um die Fünftklässler kümmern.

Schulleiter Ralf Cyrus ist Offenheit, Empathie und Hilfsbereitschaft wichtig: „Es gibt Schüler, die kommen zu mir und sagen: ,Ich mache mir Sorgen um jemanden‘“. Einander im Auge zu behalten, hilft zu helfen. Das gilt auf vielen Ebenen: Wenn etwa in einem Fach Unterstützung gebraucht wird, werde Nachhilfe möglichst zeitnah organisiert. Und dann gibt es einen Schulsanitätsdienst, dem der Schulleiter Anerkennung zollt.

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