Mutmach-Stiftung
„Mutmach-Stiftung“ für neue Ideen

Münster-Kinderhaus -

Prof. DR. Ursula Tölle hat die Mutmach-Stiftung gegründet. Sie soll dazu beitragen, „die nach unten weisende Spirale von Armut durch Bildung zu unterbrechen.“

Dienstag, 19.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 18:54 Uhr
Ursula Tölle hat die Mutmach-Stiftung gegründet, um innovative Ideen realisieren zu können.
Ursula Tölle hat die Mutmach-Stiftung gegründet, um innovative Ideen realisieren zu können. Foto: kaj

Kinderhaus ist für Prof. Dr. Ursula Tölle ein sehr bunter, vielfältiger Stadtteil: „Es wird viel von Heimat gesprochen“, sagt sie und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Man kann sich in Kinderhaus beheimatet fühlen.“

Und so gilt ihre Mutmach-Stiftung mit dem Ziel, Bildung zu fördern und Armut zu bekämpfen, auch Kinderhaus. Dem Stadtteil, in dem sie fünf Mal umgezogen – und immer geblieben – ist. Die Stiftung zu gründen, war ein Schritt, der aus ihrer Biografie erwächst: Ursula Tölle ist in Kinderhaus verwurzelt. Seit 1975 arbeitet sie in der Kirchengemeinde mit – startet ganz traditionell mit der Jugendarbeit. Schnell entdeckt sie die karitative Seite als ihr Aufgabenfeld, sie gehört vor über 20 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Sozialbüros.

Lange ist sie Vorsitzende des Caritasvorstands der Gemeinde St. Marien und St. Josef. 2018 gibt sie diese Aufgabe an ein Team ab. Sie möchte unmittelbar arbeiten, nicht zu viel Zeit mit Leitung und Management verbringen, „auch wenn mir das liegt“.

Die Mutmach-Stiftung ist eine Fortsetzung ihres bisherigen Engagements: „ein Projekt für Menschen, die Unterstützung brauchen“. Soziale Bildung, soziale Arbeit – das sind auch die Schwerpunkte ihrer Arbeit als Professorin an der Katholischen Hochschule Münster.

Um sich bei der Stiftung nicht mit Formalien und Bürokratischem aufhalten zu müssen, sondern Zeit und Energie für Inhalte zu sparen, habe sie sich unter das große Dach der Caritas-Gemeinschaftsstiftung für das Bistum Münster begeben und einen Stiftungsvertrag geschlossen, erläutert Ursula Tölle. Das große Plus: „Ich kann selbst an allen Entscheidungen mitwirken.“

Sie setzt auf Innovatives: „Wirklich neue Ideen, für die es nur schwer Geld gibt“, möchte sie so realisieren können. Ursula Tölle geht einen anderen Weg, nicht den traditionellen. „Das Helfen von oben nach unten“ mit vorgeformten Angeboten ist nicht ihr Favorit. „Die Menschen haben Stärken, sie müssen sie nur entwickeln“, ist ihr Ansatz. Um Mut für neue Ideen, um Mut, Grenzen zu überwinden, und um Mut, etwas Neues anzupacken – darum geht es ihr. Die Mutmach-Stiftung soll dazu beitragen, „die nach unten weisende Spirale von Armut durch Bildung zu unterbrechen“.

Ursula Tölle sieht die Zukunft karitativer Projekte in Zeiten enger finanzieller Spielräume nicht rosig: „Es ist anzunehmen, dass Zuschüsse für karitative Projekte, die zu den freiwilligen Leistungen einer Kommune zählen, auf den Prüfstand kommen werden.“

Gefördert werden sollen „innovative Projekte von Ehrenamtlichen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Bildung gegen Armut“. Symbol ihrer Stiftung ist ein kleiner Fisch – ein urchristliches Symbol – mit einem Luftballon. Ob Spende oder Zustiftung – Ursula Tölle freut sich über jede Unterstützung der Mutmach-Stiftung.  

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