Der Honig wird geschleudert - die Seele entschleudert
Honig aus dem Kirschblütenparadies

Münster-Kinderhaus -

Imkern boomt. Durch die Bienen wird der Blick auf die Natur und die Ökologie geschärft. Neue Einblicke bereichern die Persönlichkeit, sorgen für mehr Nähe zur Natur und Insektenwelt. Auch jungen Menschen und Familien entdecken dieses Hobby zunehmend für sich und Menschen, die sich neben oder nach dem Berufsalltag eine neue Welt erschließen möchten, wie zum Beispiel Margret Topp und Winfried Jaeger auf einer lauschig-versteckten Wiese auf dem weitläufigen Areal von Gut Kinderhaus.

Donnerstag, 18.04.2019, 09:00 Uhr
Margret Topp und Winfried Jaeger am Bienenstand auf der Kirschblütenwiese von Gut Kinderhaus.
Margret Topp und Winfried Jaeger begutachten ein Bienenrähmchen auf der Kirschblütenwiese von Gut Kinderhaus. Foto: Peter Sauer

Im österlichen Lobgesang kommen Bienen vor – das wissen die wenigsten. Weil die Biene im Mittelalter das einzige Tier ist, das „aus dem Paradies entsprossen ist, Gott schenkte ihm seinen Segen und deshalb ist die Messe nicht ohne Wachs zu singen“, wie man in der „Malbergischen Glosse“ nachlesen kann.

Paradiesisch ist es auch auf der Kirschblütenwiese im hinteren „Zipfel“ von Gut Kinderhaus. Dort haben sich die beiden Hobby-Imker Margret Topp und Winfried Jaeger ihren eigenen Bienenstock eingerichtet. Andreas Beyerlin. Bereichsleiter Landwirtschaft auf Gut Kinderhaus, hatte sie angesprochen und ist nun sehr erfreut, dass Topp und Jaeger nicht nur so viel Spaß am Imkern haben, sondern auch erfolgreich ihren selbst hergestellten Honig erfolgreich verkaufen.

Für Margret Topp ist es eine „Win-Win“-Situation, denn die Bienen würden ja auch die Pflanzen auf den Obst- und Beerenplantagen des Gutes Kinderhaus bestäuben. So entsteht ein nachhaltiger natürlicher Kreislauf. Die Bienen haben die Möglichkeit je nach Tracht-Angebot in die Wiesen und Felder in der Nähe im Umkreis von bis zu zwei Kilometern zu fliegen. „Daher unterscheidet sich auch immer der Geschmack unseres Honigs von Jahr zu Jahr“; erklärt Margret Topp, „im vergangenen Jahr war etwas Pfefferminzgeschmack mit im Abgang“.

Unter den lichtdurchfluteten flauschig-weißen Kirschbäumen geht für die Hobby-Imker ein Traum in Erfüllung. Margret Topp beschreibt es so: „Mit Beginn meiner Altersteilzeit-Rente habe ich angefangen, mich mit dem Thema Bienen und Honig zu beschäftigen. Mittlerweile kann ich es mir ohne sie gar nicht vorstellen. Das Leben mit den Bienen und die Herstellung des Honigs entschleunigt auf wunderbare Weise.“ Insgesamt haben sie 14 Bienenstöcke an dieser Stelle des Gutes, können aber noch weiter expandieren. Vorne auf der Beerenplantage in der Nähe des Hofcafés haben sie weitere vier Bienenstöcke. Pro Stock gibt es zwischen 50 000 bis 70 000 Bienen.

Die beiden Hobby-Imker Margret Topp und Winfried Jaeger entnehmen den Honig von den Rähmchen, sobald die Zellen in der Wabe verdeckt sind. „Das sind erste Anzeichen, dass der Honig reif ist“, erläutert Jaeger. Dann werden die Bienenwachs-Deckel entfernt. Die Waben kommen meist in eine Honigschleuder, und der Honig wird ausgeschleudert. Der Honig wird dann noch gesiebt, damit keine Fremdstoffe, beziehungsweise Wachsreste im Honig zurück bleiben. Der Honig wird meist gerührt um während der Kristallisation dafür zu sorgen, dass der Honig eine gewisse Cremigkeit erhält.

„Unseren Honig fülle ich direkt nach nur wenigen schonenden Arbeitsschritten ins Glas“, erläutert Winfried Jaeger. „Er hat keine langen Transportwege oder Behandlungen hinter sich und ist reich an Enzymen und Mineralien.“ Außerdem verzichten beide Imker komplett auf Plastik.

Je nach Bestäubung gibt es zwei Sorten, die Topp und Jaeger anbieten: „Der Frühtracht-Honig ist raps-dominant. der Sommerblüten-Honig lindendominant. Es gibt beide im Hofladen.

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