Koronarsportgruppe Kinderhaus
Wieder fit werden für den Alltag

Münster-Kinderhaus -

Die Kinderhauser Koronarsportgruppe der Turngemeinschaft besteht seit mittlerweile 30 Jahren: Gemeinsam und unter fachkundiger Leitung wird zur Genesung nach Herzerkrankungen trainiert

Dienstag, 07.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 18:14 Uhr
Die Kinderhauser Koronarsportgruppe ist mit einem Defibrillator und einem betreuenden Arzt bestens auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingestellt – und das seit 30 Jahren: Mansour Mabrouk, Hans-Georg Geißdörfer und Jürgen Siekmann (v.l.) freuen sich darüber.
Die Kinderhauser Koronarsportgruppe ist mit einem Defibrillator und einem betreuenden Arzt bestens auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingestellt – und das seit 30 Jahren: Mansour Mabrouk, Hans-Georg Geißdörfer und Jürgen Siekmann (v.l.) freuen sich darüber. Foto: cro

Konzentriert zählen sie mit, während der Zeige- und Mittelfinger auf dem Handgelenk liegen. „Bitte einmal Puls messen“, lautet die Ansage. Danach geht es zum Aufwärmen in der Halle der Papst-Johannes-Schule: Einfache Übungen stehen auf dem Programm. Dann eine kurze Pause und wieder den Puls checken, während Dr. Mansour Mabrouk auch den Blutdruck kontrolliert.

Beim genaueren Blick in die Runde fällt auf, dass es sich bei den Sportlern nicht etwa um Höchstleistungsathleten handelt, die sich bei einem speziellen Kursus auf einen Wettbewerb vorbereiten. Vielmehr sind es in erster Linie Senioren, die unter der Anleitung von Übungsleiterin Claudia Klingebiel schon fast routiniert ihre Übungen absolvieren.

Eines haben alle Sportler gemeinsam: Sie haben oder hatten ein Problem mit dem Herz und dem Kreislauf. Deshalb wollen sie ihre Konstitution stärken und sich fit machen für den Alltag. Und das können sie schon seit 30 Jahren, denn so lange gibt es die Koronarsportgruppe der Turngemeinde Münster schon in Kinderhaus.

„Das ist auch unser primäres Ziel: Die Teilnehmer fit machen für den Alltag“, erklärte Mabrouk. Denn es sei mittlerweile bewiesen, dass Sport auch und gerade bei Herzkrankheiten sehr gut und sogar notwendig sei. „Auch wenn das Herz belastet wird. Es kommt auf die Dosierung an.“ Mabrouk kennt sich aus mit den Anforderungen: „Generell ist es so, dass die Koronarsportgruppe nie ohne Arzt trainiert.“ Außerdem komme man nicht einfach zu der Gruppe: „Die meisten bekommen den Tipp von ihrem Hausarzt, wenn etwas passiert ist.“

Dafür gebe es eine Vielzahl von Ursachen: „Klassiker sind der Herzinfarkt, aber auch Stents, also Röhrchen in einem Gefäß, oder Blutdruckprobleme findet man bei den Teilnehmern.“ Durch den Hausarzt werde auch die Belastungsgrenze ermittelt, wonach sich die Übungsleiterin richte und die sie natürlich auch genau kenne. „Keiner wird bei uns überfordert.“

Auf die Übungsleiter sind auch der Vorsitzende der Turngemeinschaft, Jürgen Siekmann , und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Hans-Georg Geißdörfer stolz. „Es ist schon eine besondere Herausforderung, eine solche Qualifikation zu bekommen.“ Denn eine solche Aufgabe sei nicht mit der eines normalen Übungsleiters zu vergleichen, betonte Geißdörfer.

Siekmann wiederum erklärt die Kosten: „Die Kurse sind teurer als normaler Sport, aber sie werden in der Regel von der Krankenkasse getragen.“ Schließlich handele es sich um eine Reha-Maßnahme.

Mittlerweile sind die Mitglieder in der zweiten Hälfte des Trainings angekommen. Es wird Ball gespielt. „Volleyball wird sogar medizinisch angeraten“, erläutert der Arzt. Und auch da gelte: Jeder nach seinen Belastungsgrenzen.

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Wer sich für die Koronarsportgruppe interessiert, kann sich an die Turngemeinde Münster wenden unter ' 40 180.

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