Schulung Musiker-Nachwuchs
Rapper wollen mehr Vorbild sein

Münster-Kinderhaus -

Ob Kollegah (gebürtig aus Friedberg), Bushido (Bonn) oder Kontra K (Berlin): Was diese drei sehr erfolgreichen Rapper eint, ist ihre Authentizität und ihre kreative Energie, dass in Songs „rauszuhauen“, was sie bewegt, beschäftigt und antreibt. Auch sie haben alle mal ganz klein angefangen. Stetig wächst die Rap-Gemeinde in Deutschland um neue Gesichter, wie RispectA, Capital Bra oder Juju. Wie man am erfolgreichsten im Musikgeschäft punkten kann, vermittelte Coach Felix Beuse (bekannt auch als Rapper „Sking) jetzt an zwei Wochenenden in Kinderhaus.

Mittwoch, 05.06.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 18:16 Uhr
Coach Felix Beuse erläuterte, wie man als Rapper auf dem Musikmarkt erfolgreich Fuß fassen kann.
Coach Felix Beuse erläuterte, wie man als Rapper auf dem Musikmarkt erfolgreich Fuß fassen kann. Foto: privat

Auch als Rapper trägt man Verantwortung. Mit den Inhalten seiner Songs und der Sprache. Auch wenn man aus rauen Verhältnisse stammt, müsse man seine eigene Geschichten verantwortungsvoll in Reime bringen. Zu diesem Ergebnis kamen die beiden Wochenend-Workshops von und mit Coach Felix Beuse im Parea-Familientreff – in Kooperation mit Cactus Junges Theater. Finanziert wurden die Workshops von der Jugendstiftung Wohn- und Stadtbau.

An insgesamt vier Tagen nahmen elf jugendliche Musiker, sowohl mit Abitur als auch ohne Schulabschluss, teil. „Die jungen Nachwuchsrapper aus Kinderhaus und Umgebung waren sehr daran interessiert, wie man sich als Künstler am besten positionieren kann, auch per Video bei Youtube, und welche Wortwahl dafür am geeignetsten ist“, sagt Felix Beuse.

Das Thema Gewalt und gewaltverherrlichende Songtexte, welche sehr präsent in der Rap-Szene sind und die Jugendlichen schon früh prägen, wurde lange diskutiert. Viele Teilnehmer konnten sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Einige erleben einen sehr rauen Umgang in ihrem alltäglichen Umfeld in Münsters Norden und erklärten, sie wollen diesen Umgang authentisch in ihrer Musik widerspiegeln.

Die Jugendlichen wohnen fast ausschließlich in sozialen Brennpunkten und haben – nach eigenen Angaben – wenig positive Vorbilder. „Es tat ihnen sehr gut, eine professionelle Meinung zu hören und offen in einer großen Gruppe über die Inhalte der Lieder in der Rap-Szene und eigene Inhalte und Gedanken zu sprechen“, bilanziert Coach Beuse.

Im Allgemeinen tendieren die Nachwuchskünstler jetzt nach dem Workshop dazu, in Zukunft eher Ohrwürmer zu machen, und auch eine Vorbildrolle einzunehmen, als gewaltverherrlichende Texte zu schreiben.

Storytelling ist ein wesentlicher Baustein guter Texte und Songs.

Storytelling ist ein wesentlicher Baustein guter Texte und Songs. Foto: privat

Trainer Beuse hat eine positive Zukunftsvision. „Wenn die hiesigen Talente jetzt ausreichend gefördert werden, können dabei ein paar Künstlerkarrieren mit großem Erfolg entstehen.“

Der Aufbau einer Community und die Vernetzung untereinander waren wichtige Synergieeffekte. So haben zum Beispiel zwei Rapper aus Münster direkt mit einem aus Lotte angereisten Rapper einen Song zusammen aufgenommen. Ganz spontan. „Der Gedanke, als Team zu wirken, anstatt als Alleinkämpfer, wirkte sich auf die Workshopteilnehmer sehr positiv aus“, freut sich Felix Beuse.

Brainstorming auch in der Pizza-Pause.

Brainstorming auch in der Pizza-Pause. Foto: privat

Als Fazit berichten die Teilnehmer Arian und Batuhan: „Man hat hundertprozentig gut was gelernt, und es hat Spaß gemacht.“ Teilnehmer Seno schlägt einen weiteren Workshop vor.

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