Hummeln brauchen von Frühling bis Herbst Nahrung
Hummeln auf Nahrungssuche

Münster-Nord -

Wer Borretsch, Natternkopf, Flockenblume, Glockenblume, Nachtkerze, Lavendel, Oregano, Ehrenpreis, Weißklee oder Hornklee einen Platz in seinem Garten gibt, hilft Hummeln und anderen Wildbienen.

Dienstag, 09.07.2019, 19:00 Uhr
Hummeln steuern Stockrosen gern an.
Hummeln steuern Stockrosen gern an. Foto: Dieter Klein

Sie versprechen viel – und halten wenig. Linden locken Hummeln mit ihrem Duft an, aber Nahrung haben sie kaum zu bieten. So kommt es, dass momentan so viele tote Hummeln unter Winterlinden und Silberlinden zu finden sind. Ob in Kinderhaus an der Kristiansandstraße oder sogar am Rande der Rieselfelder am Messingweg – überall das gleiche Bild.

„Die Linden geben kein Gift ab, sondern die Hummelvölker sind jetzt sehr groß“, erklärt Dr. Berit Philipp , wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nabu-Naturschutzstation Münsterland. Sie ist Expertin für Insekten und arbeitet auch an einem Insektenschutzplan für den Kreis Warendorf.

Dunkle Erdhummel auf Rotklee

Dunkle Erdhummel auf Rotklee Foto: Dr. Berit Philipp

Der Juli sei die Hochsaison der Insekten und auch der Hummeln. Es seien oft ältere und schwächere Tiere, die vom Duft angelockt würden, aber dann zu wenig Nahrung fänden und zu geschwächt seien, um noch weiter zu fliegen. Dass die trockene Witterung hineinspielt, sei nicht auszuschließend: „Je trockener es ist, desto weniger Nektar wird produziert“, sagt Philipp.

Steinhummel am Wiesensalbei

Steinhummel am Wiesensalbei Foto: Dr. Berit Philipp

Hummeln leben in Völkern, die aus bis zu 600 Tieren mit einer Königin bestehen. Diese produziert momentan Eier. Im Spätsommer schlüpfen die neuen Königinnen.

Erd- und Wiesenhummeln leben laut Philipp oft in alten Mausgängen, andere Völker lebten in Baumhöhlen, Nistkästen und in Altgras. Sie plädiert für wilde Gartenecken mit Laubhaufen: Die Winterlebensräume würden oft vergessen. So helfe es den Hummeln und anderen Wildbienen auch, wenn Stauden im Herbst nach der Blüte nicht abgeschnitten würden, sondern stehen blieben.

Hilfreich seien für Hummeln abwechslungsreiche Strukturen vom Frühjahr bis zum Herbst. Wiesensalbei sei eine gute Nektarpflanze für Hummeln im Garten und auf der Wiese ebenso wie Rotklee. Philipp: „Neben diesen Pflanzen eignen sich im Moment Pflanzen wie Borretsch, Natternkopf, Flockenblume, Glockenblume, Nachtkerze, Lavendel, Oregano, Ehrenpreis, Weißklee oder Hornklee – alle auch gut für den Garten.“

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