Gute-Nacht-Geschichten unter freiem Himmel
„Feuerspiel“ und Kuchenschlacht

MünsteR-Kinderhaus -

Gerade im digitalen Zeitalter kommt dem Lesen eine ganz besondere Bedeutung zu. Das zeigt sich auch bei der Veranstaltungsreihe „Gute-Nacht-Geschichten“. Sie fand diesen Sommer schon zum dritten Mal stand – bei erneut hohem Zuspruch. Eine Fortsetzung ist nicht auszuschließen.

Sonntag, 21.07.2019, 02:00 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 17:54 Uhr
Das „Gute-Nacht-Geschichten“-Team am Donnerstag: Horst Bilke (l.) und Marc Greshake (r.) waren die Vorleser, Hermann Rottmann sorgte mit seinem Akkordeon für die Musik. Pfarrerin Barbara Stoll-Großhans hatte eingeladen.Das Publikum im Kirchgarten lauschte gespannt den Geschichten.
Das „Gute-Nacht-Geschichten“-Team am Donnerstag: Horst Bilke (l.) und Marc Greshake (r.) waren die Vorleser, Hermann Rottmann sorgte mit seinem Akkordeon für die Musik. Pfarrerin Barbara Stoll-Großhans hatte eingeladen.Das Publikum im Kirchgarten lauschte gespannt den Geschichten. Foto: Siegmund Natschke

„Das ist mal etwas ganz anderes“, meinte Marc Greshake : „Das ist auch für mich eine Premiere“. Viele kennen Greshake als Löschzugführer im Stadtteil. Am Donnerstagabend schlüpfte er im Rahmen der „Gute-Nacht-Geschichten“ im Kirchgarten in eine unbekannte Rolle: in die Rolle des Vorlesers. Ein Konzept, das aufging. Nicht nur bei ihm und nicht nur an diesem Tag.

Schon das dritte Jahr gibt es die „Gute-Nacht-Geschichten“, die durchweg auf gute Resonanz stoßen. Personen aus dem öffentlichen Leben von Kinderhaus, die man sonst aus ganz anderen Zusammenhängen kenne, spreche sie an, ob sie Lust hätten, im Kirchgarten aus einem Buch vorzulesen, erklärte Organisatorin Barbara Stoll-Großhans den Gedanken hinter der Veranstaltungsreihe.

Kaum einer, der da absagt. In diesem Jahr machten etwa Ute Behrens-Porzky, Leiterin des Stadtteil-Kulturzentrums „Kap. 8“, Superintendent Ulf Schlien, Ute Zimmermann, die Konrektorin der Grundschule Kinderhaus-West, aber auch Henning Stoffers mit, der schon einige Erfahrungen mit Lesungen besitzt.

Garniert werden die „Gute-Nacht-Geschichten“ jeweils mit ein paar „Häppchen“ Musik quer durch verschiedene Stile. Am Donnerstagabend war Hermann Rottmann mit seinem Akkordeon zu Gast.

Marc Greshake entschied sich bei seiner Freiluft-Lesung für einen packenden Thriller von Suzanne Chazin. In „Feuerspiel“ beschreibt sie die Tätigkeit der New Yorker Brandermittlerin Georgia Skeechan, die einen stadtbekannten Brandstifter jagt.

Den ersten Teil des abendlichen Lesevergnügens gestaltete Horst Bilke. Der Inhaber des Kinderhauser Buchzentrums sei nicht nur Buchhändler, sondern auch Buchliebhaber, meint Stoll-Großhans. Er entschied sich für „Jütländische Kaffeetafeln“, eine Erzählung von Siegfried Lenz.

Das sei eine „federleichte Gute-Nacht-Geschichte mit magenbeschwerendem Inhalt“, erklärte der Vorleser. Kein Wunder, nächtliche Kuchengenüsse sind dänische Tradition, Lenz verbindet diese mit einer Hommage an den jütländischen Menschenschlag.

Die Woche der Gute-Nacht-Geschichten ging am Freitag mit der Märchenerzählerin Sigrun Schwarz und Pfarrer Jan Magunski, der ebenfalls zum Buch griff, zu Ende. Das sei „prima“ gelaufen, meinte Stoll-Großhans in einem Fazit der Veranstaltungsreihe, insbesondere das „gemeinsame Erleben“ im Kirchgarten hob sie hervor.

Außerdem gab es ein Lob: „Alle packen mit an“, meinte sie. Vom Stühle-Aufbauen bis zur Bereitstellung der Getränke – viele Hände halfen mit. Die Resonanz auf die Gute-Nacht-Geschichten sei auch in diesem Jahr groß gewesen. „Volles Haus“ habe es jedes Mal gegeben.

Bleibt die spannende Frage, ob es die beliebten „Gute-Nacht-Geschichten“ auch 2020 wieder geben wird? „Wenn Gott will“, meinte die Geistliche zunächst. Dann sagt Barbara Stoll-Großhans: „Eine Neuauflage der Veranstaltung im nächsten Jahr kann ich mir vorstellen.“ Und das würde auch die Besucher der Vorlese-Reihe freuen.

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