Fotograf des Wandels
Modern – mit langer Historie

Münster-Kinderhaus -

Die Waldschule Kinderhaus gehört zu den Gebäuden, die Willi Zumbrock, der Fotograf des Wandels, im Bild festhielt.

Montag, 12.08.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 18:02 Uhr
Die Waldschule Kinderhaus im Kinderbachtal hat schon viele Veränderungen erlebt. Dieses Foto, das Willi Zumbrock vermutlich vor über 50 Jahren machte, zeigt das Gebäude vor der 1973 durchgeführten Erweiterung.
Die Waldschule Kinderhaus im Kinderbachtal hat schon viele Veränderungen erlebt. Dieses Foto, das Willi Zumbrock vermutlich vor über 50 Jahren machte, zeigt das Gebäude vor der 1973 durchgeführten Erweiterung. Foto: Zumbrock/Sammlung Stoffers

Auf dem Schulgebäude lastet die Hitze. Die Bäume des nahen Waldes spenden kaum Schatten. Das war an jenem Tag vor über einem halben Jahrhundert so, als Willi Zumbrock , Maurerpolier und Hobbyfotograf aus Kinderhaus, die Waldschule ablichtete. Und im heißen Sommer 2019 ist es nicht anders.

Aber das Gebäude hat sich in den letzten 50 Jahren verändert – und die Bäume sind gewachsen. Der 1987 verstorbene Zumbrock, dessen Bilder unsere Zeitung in einer Serie vorstellt, sah durch den Sucher seiner Kamera ein Schulhaus, an das die heutige Waldschule Kinderhaus nur noch vage erinnert. Schon als die Aufnahme entstand, hatte die Schule eine lange Geschichte. Seit 1673 gibt es nämlich im Kinderbachtal eine Schule „für die ländliche Bevölkerung nördlich und westlich der Stadt Münster“, heißt es in einer Broschüre der Stadt Münster.

Jener Bau, den Zumbrock fotografierte, ist allerdings viel jünger. Er entstand zwischen 1931 und 1934 neben dem ursprünglichen Schulhaus. „Ein U-förmiger, zweigeschossiger Neubau im Geist des schmucklosen, dennoch qualitätvollen Bauens der 20er-Jahre“, heißt es dazu im städtischen Infoblatt. Dieses Gebäude, das über die Jahre wohl auch immer wieder – zum Beispiel durch neue Fenster – verändert worden war, lichtete Zumbrock ab. 1973 gab es dann eine Schul-Erweiterung, „die den bestehenden Grundriss zur Waldseite spiegelt, sodass ein X-förmiges Gebäude entsteht“, so die Broschüre.

In den letzten Jahren veränderten umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen die Waldschule weiter. Zwischen 2003 und 2005 entstanden ein Versammlungsraum an der Waldseite und ein Innenhof. 2005 wurde der Schulkomplex durch einen Neubau mit Klassenräumen ergänzt. Ein neuer Eingangsbereich und eine moderne Mensa prägen heute das Bild der Waldschule mit.

Nach Angaben der Schule werden dort inzwischen 280 Schülerinnen und Schüler von 40 Lehrkräften unterrichtet – wenn nicht gerade Ferien sind. Bereits seit 1991 wird die Hauptschule als Ganztagsschule geführt. 35 Zehntklässler wurden in diesem Jahr entlassen.

Als Fotograf Zumbrock, dessen Bilder nun im Archiv von Heimatforscher Henning Stoffers liegen, damals am Waldrand seine Kamera zückte, war noch Zukunftsmusik, was heute an der Schule geboten wird. „Individuelle Förderung, Berufswahlvorbereitung, soziales Lernen, kulturelle Bildung, globales Lernen und Gesundheit“ benennt die Schule 2019 als Säulen ihrer Arbeit. Zudem ist mit „Eat Fresh“ eine Schülerfirma an der Schule beheimatet, die vegetarisches Catering mit regionalen Produkten anbietet und ein Schülercafé betreibt. Zumbrock würde wohl staunen.

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