„Münster vor Ort“ in Kinderhaus
„Einer der interessantesten Schulhöfe“

Münster-Kinderhaus -

Architekt Stefan Rethfeld hatte diesmal in Kinderhaus zu einer neuen Tour von „Münster vor Ort“ eingeladen.

Sonntag, 25.08.2019, 19:34 Uhr
Bei den Münster-vor-Ort-Touren ging es diesmal um Kinderhaus. Architekt Stefan Rethfeld stellte den Stadtteil vor und machte auf architektonische Besonderheiten aufmerksam wie die Waldschule Kinderhaus.
Bei den Münster-vor-Ort-Touren ging es diesmal um Kinderhaus. Architekt Stefan Rethfeld stellte den Stadtteil vor und machte auf architektonische Besonderheiten aufmerksam wie die Waldschule Kinderhaus. Foto: Reinhold Kringel

Architekt Stefan Rethfeld hatte diesmal in Kinderhaus zu einer neuen Tour von „Münster vor Ort“ eingeladen. Fast 30 Leute trafen sich vor der St.-Josef-Kirche. „Heute wollen wir den größten Stadtteil im Norden von Münster erkunden“, verkündete der Stadtführer. „6,5 Kilometer Fußweg liegen vor uns.“ Im Mittelalter war das Gebiet eine wilde Heidelandschaft, dann wurde viel gerodet, erzählte Stefan Rethfeld. „Wer in Kinderhaus wohnt, wohnt gut“, sagte er, und die Teilnehmer aus Kinderhaus nickten bestätigend.

„Wir wohnen in Uppenberg“, erzählte ein Ehepaar, „wir fahren immer hier durch, ohne die Hintergründe zu kennen. Das wollen wir jetzt mal nachholen und unsere Wissenslücken schließen.“

Und dann gab es geballte Informationen über die Geschichte der St.-Josef-Kirche, das Heimat- und das Lepramuseum . Auch über das neuste Gebäude, gegenüber von St. Josef, konnte Rethfeld einiges berichten: Architekt sei Dieter-Georg Baume­werd, der 1932 in Braunsberg/Ostpreußen geboren wurde und 2015 in Münster starb. Er war Professor an der Fachhochschule Dortmund, gestaltete viele Kirchenbauten, das Portal der Sparkassenzentrale in Münster und die Apostolische Nuntiatur in Berlin.

„Kinderhaus ist ein Museum für den Städtebau“, meinte der Referent und führte die Gruppe zum nächsten Beispiel. Die Waldschule ist die älteste Schule in Kinderhaus und wurde 1673 gegründet. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, erweitert und verbindet gekonnt mehrere Baustile.

Schulzentrum Kinderhaus

Schulzentrum Kinderhaus Foto: Reinhold Kringel

Das Schulzentrum wurde in den 1970er-Jahren von Professor Harald Deilmann entworfen und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Bei Renovierungs- und Baumaßnahmen muss darauf geachtet werden, die architektonische Farben- und Formensprache zu erhalten.

„Nach dem Krieg war der Bedarf an neuen Schulbauten sehr hoch“, erzählte Stefan Rethfeld, „und wer das gut konnte, der bekam viele Aufträge.“ Der Bildungsweg der Schüler sollte durchlässig und ohne Sackgassen sein, deshalb wurden Realschule und Gymnasium sowie später die Grundschule in einem Schulzentrum konzentriert. Heute werden dort rund 1400 Schüler unterrichtet. „Hier befindet sich einer der interessantesten Schulhöfe von Münster, in dem vom Schachtisch bis zur lauschigen Ecke alles vorhanden ist“, meinte der Referent und führte die Gruppe auf den Hügel hinter der Schule, von dem aus man einen schönen Blick auf das Gebäude und das angedeutete Amphitheater hat.

Dann ging es zur Brüningheide und zum Sprickmannplatz. Dort wurden die Vor- und Nachteile der Wohnquartiere erörtert. Neben den als problematisch und anonym empfundenen Hochhäusern zeigte der Referent auch die positiven Beispiele in der Arnethstraße und die Grünschleife.

Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt besuchte die Gruppe den Idenbrockplatz mit der Markus-Kirche, das Bürgerhaus sowie das katholische Pfarrzentrum.

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