Ein Garten für Entdecker
Ein botanisches Gemälde

Münster-Kinderhaus -

Auf einen Blick ist das grüne Paradies von Dorothea Horvath nicht zu erfassen. Bei jeder Wendung und jedem Stück vorwärts auf dem schmalen Weg, den üppig gefüllte Beete säumen, offenbart sich Neues.

Dienstag, 03.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 18:46 Uhr
 Dorothea Horvath mit PaulIm Garten von Dorothea Horvath (hier mit Paul) gedeihen die Pflanzen üppig. Er ist ein Dorado für Pflanzenfreunde.
 Dorothea Horvath mit PaulIm Garten von Dorothea Horvath (hier mit Paul) gedeihen die Pflanzen üppig. Er ist ein Dorado für Pflanzenfreunde. Foto: kaj

Es ist das botanische Gemälde eine Sammlerin, die mit großer Leidenschaft ihren Garten hütet: Auf einen Blick ist das grüne Paradies von Dorothea Horvath nicht zu erfassen. Bei jeder Wendung und jedem Stück vorwärts auf dem schmalen Weg, den üppig gefüllte Beete säumen, offenbart sich Neues.

Buchseinfassungen bändigen manch überbordende Pflanzenpracht. Den Buchs - und nicht nur ihn – zieht die Musikerin selber: „Ich habe bestimmt 30 Kugeln, das reicht“, sagt sie. Pflanzen leben bei ihr lange: „Ich habe noch Geranien, die mein Sohn vor 20 Jahren mitbrachte“, erzählt sie. Sie düngt mit einem verdünnten Kaltauszug aus Ackerschachtelhalm. Es gibt einen Küchengarten samt kleinem Gewächshaus, in dem Tomaten und Gurken gedeihen. Ihr Tipp für Tomaten: Erst Brennnesseln in die Erde legen, dann pflanzen. Brennnesseln bleiben bei ihr stehen „für die Schmetterlinge“. Viel Wissen hat sie sich über die Jahre angeeignet. Die Pflanzen sind gesund und danken die Pflege mit üppigem Wachstum. Eine Engelstrompete (Datura) etwa, die sie in einer Größe von zehn Zentimetern aus einem Supermarkt mitbrachte, misst jetzt stattliche 1,60 Meter und blüht unermüdlich.

Im Küchengarten bevorzugt sie Hochbeete: „Das ist einfach bequemer.“ Dort gedeihen Rote Beete, Mangold und Sellerie. Von unten sind die Hochbeete mit einem engen Draht gegen Mäuse gesichert. Ihre Himbeeren bekommen den Rasenschnitt an die „Füße“. Den Küchenlorbeer hat sie ausgepflanzt, er übersteht den Winter draußen. Ob Bobby James, Schneewittchen oder Märchenland – auch die Rosen fühlen sich wohl. Etliche Wasserstellen warten auf die Vögel, Schmetterlinge steuern die Buddleja an.

Auch Kräuter gedeihen in ihrem grünen Reich: etwa Ananassalbei, Pfefferminz-Thymian und Bergbohnenkraut. Gern isst die Gartenfrau Gemüsesuppe: Für die Zutaten reicht ein Rundgang durch den Garten und ein Abstecher ins Gewächshaus.

Als Horvaths 1983 ihr Haus in Kinderhaus bauten, schuf im Herbst ein Gartenarchitekt die Basis. Dorothea Horvath entwickelte ihren Garten über die Jahre zu einem spannenden Ort. Diese Leidenschaft habe sie von ihrer Mutter, die im Sommer immer von 5 bis 7 Uhr im Garten gewesen sei.

Es gibt mehrere Sitzplätze und einen kleinen Pavillon für kühle Abende oder den Winter. Dorothea Horvaths Lieblingsplatz ist vor der Haustür, zu den Nachbarn hin. Das sei der richtige Platz für einen „Talk über den Gartenzaun“, sagt sie schmunzelnd.

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