Einzelhandelsangebot im Stadtteilzentrum schrumpft
Einziges Schuhgeschäft schließt

MÜNSTER-KINDERHAUS -

Wer in Kinderhaus künftig Schuhe braucht, hat ein Problem.

Donnerstag, 12.09.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 12.09.2019, 05:40 Uhr
Spätestens zum Jahresende ist Schluss: Nach vier Jahren im Stadtteilzentrum schließt Bernhard Berger sein „Schuh-Outlet“ am Idenbrockplatz. Die drei im Laden angestellten Arbeitskräfte haben für die Zeit nach der Schließung neue Stellen gefunden, so der Inhaber.
Spätestens zum Jahresende ist Schluss: Nach vier Jahren im Stadtteilzentrum schließt Bernhard Berger sein „Schuh-Outlet“ am Idenbrockplatz. Die drei im Laden angestellten Arbeitskräfte haben für die Zeit nach der Schließung neue Stellen gefunden, so der Inhaber. Foto: jans

Das einzige Schuhgeschäft in Kinderhaus schließt spätestens zum Jahreswechsel. Der Ausverkauf läuft. Am Idenbrockplatz 25 werden seit Jahren Schuhe verkauft. Eigentümer des dortigen „Schuh-Outlet“ ist der Hiltruper Bernhard Berger .

Vor vier Jahren übernahm er den Schuhladen im Stadtteilzentrum. Zuerst wurde er als Filiale der Kette „Quick Schuh“ geführt. Dann probierte es Berger mit dem „Schuh-Outlet“ und dem entsprechenden Verkauf von Postenware. „Wir haben alles versucht und alles daran gesetzt, dass es funktioniert“, betonte Berger gegenüber unserer Zeitung. Aber letztlich klappte es nicht.

Der 220 Quadratmeter große Laden mit ebenerdiger Verkaufsfläche und einer neun Meter breiten Schaufensterfront soll zum nächsten Jahr neu vermietet werden. Einen längeren Leerstand seiner ehemaligen Räume werde es wohl nicht geben, so Berger.

Vollzeitkraft

Die im „Schuh-Outlet“ beschäftigte Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräfte wurden rechtzeitig über die Schließung informiert, so der Kaufmann weiter. Sie seien inzwischen „alle untergebracht“, hätten also für die Zeit nach der Schließung bereits neue Arbeitsstellen gefunden.

Berger schließt sein Kinderhauser Geschäft durchaus mit einem weinenden Auge. Er habe sich den Standort damals „mit Liebe ausgesucht“, erinnert er sich. Entsprechend viel habe er sich von der Lage im Bürgerzentrum versprochen. Aber weder das „Quick-Schuh“-Filialkonzept noch das nachfolgende „Schuh-Outlet“ hätten funktioniert.

Fehleinschätzung

Berger verweist in diesem Zusammenhang auf den sich wandelnden Markt im Schuhhandel. Fachgeschäfte müssten sich jetzt immer mehr gegenüber Sportgeschäften, die ebenfalls Schuhwerk anbieten, und mächtigen Internethändlern behaupten. Noch vor fünf Jahren habe es in Branchenkreisen geheißen, das Internet sei für den Schuhhandel keine Bedrohung, da nichts die Anprobe im Laden ersetzen könne, erinnert sich Berger – und muss angesichts dieser Fehleinschätzung ungewollt lachen.

Auch Philipp Bell, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Kinderhaus, gefällt die Schließung des Schuhgeschäftes im Stadtteilzentrum nicht. „Das ist natürlich schade“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hofft nun auf eine schnelle Neuvermietung der Ladenfläche.

Keine Fluktuation

Insgesamt verweist er jedoch darauf, das es bei den Geschäften im Bürgerzentrum keine nennenswerte Fluktuation gebe. Größere Leerstände sind ihm nicht bekannt, lediglich im Rückraum einer Geschäftszeile gebe es momentan ein nicht genutztes Ladenlokal.

„Der Stadtteil funktioniert gut“, so Bell. Er sieht die Zukunft positiv und meint angesichts zahlreicher Leerstände in Städten und Gemeinden der Umgebung: „Da leben wir noch in einer heilen Welt.“

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