Brand im Westfalia-Vereinsheim
„Das ist ein neues Ausmaß“

Münster-Kinderhaus -

Einbruchsversuche und Vandalismus mussten die Verantwortlichen von Westfalia Kinderhaus in der Vergangenheit schon leidvoll erfahren. Jetzt stehen sie vor einem neuen Ausmaß krimineller Energie.

Sonntag, 03.11.2019, 19:10 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 09:41 Uhr
Im Westfalia-Vereinsheim „Hütte“ sind Decken und Wände verrußt. Die Haupteingangstür ist von einem früheren Einbruchsversuch demoliert (großes Bild). Diesmal zerstörten die Täter eine Glastür im rückwärtigen Bereich (kl. Bild oben) mit Gullydeckeln.
Im Westfalia-Vereinsheim „Hütte“ sind Decken und Wände verrußt. Die Haupteingangstür ist von einem früheren Einbruchsversuch demoliert (großes Bild). Diesmal zerstörten die Täter eine Glastür im rückwärtigen Bereich (kl. Bild oben) mit Gullydeckeln. Foto: da

Im Sand der Beachvolleyballanlage liegen zwei schwere Gullydeckel, daneben ein paar Scherben. Alles deutet darauf hin, dass mit den beiden gusseisernen Abdeckungen die rückwärtige Tür am Vereinsheim des SC Westfalia Kinderhaus eingeschlagen wurde. Dann müssen der oder die bislang unbekannten Täter in die Gaststätte „Hütte“ eingestiegen sein. Ob sie es dort wohl am frühen Samstagmorgen auf Geld oder Alkohol abgesehen haben, ist unklar.

Mutmaßlich legten sie später aber auf dem langen Flur zur Toilette ein Feuer, dessen Auswirkung sich nicht nur an den verrußten Decken und Wänden erkennen lässt. In der Gaststätte sowie im benachbarten Billardraum liegt schwerer Rauchgeruch in der Luft.

Brand im Vereinsheim beim SC Westfalia Kinderhaus

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  • Foto: Dirk Anger
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Das neuerliche gewaltsame Eindringen ins Vereinsheim lässt die Westfalia-Verantwortlichen erschaudern. „Schrecklich“, entfährt es dem Vorsitzenden Magnus Hömberg , der sich am Samstagvormittag mit weiteren Vorstandsmitgliedern ein Bild vom Umfang des Schadens macht. „Das ist ein neues Ausmaß“, sagt Hömberg unter Verweis darauf, dass zu diesem frühen Zeitpunkt schon fast alles auf Brandstiftung hindeutet. „Ein technischer Defekt ist unwahrscheinlich“, berichtet Westfalia-Vize Hannes Hölscher.

Weitere Ermittlungen folgen

Vereinswirt Thomas Görler will nicht viel reden. Verständlich, denn es ist nicht der erste Einbruch in jüngerer Zeit in die Gaststätte. „Im Moment macht es nicht richtig Spaß“, sagt Görler dann aber doch ernüchtert. Seinen Schaden am Inventar, unter anderem eine mobile Theke und ein großer Kühlschrank sind zerstört worden, schätzt er zunächst auf rund 10.000 Euro. Auch der Verein rechnet mit einer fünfstelligen Schadenssumme, für die es aber eine Versicherung geben soll. Wie lange die sich aber das traurige Treiben nach den jüngsten Vorkommnissen am Sportheim in Randlage noch anschaut, scheint ungewiss zu sein. „Wenn jemand hier in der Nähe gewesen wäre, wäre das wohl nicht so eskaliert“, stellt Hömberg fest.

Zwei Beamtinnen von der Kriminalpolizei untersuchen am Samstag derweil den Tatort, weitere Ermittlungen sollen noch folgen. Vereinswirt Görler muss mit dem Aufräumen vorerst warten. Wann die Gaststätte wieder öffnen kann, ist nicht klar. Auch wann der Brand ausgebrochen ist, kann zunächst nicht eindeutig geklärt werden, wie es heißt. Die Gaststätte hatte angeblich am späten Freitagabend kurz vor Mitternacht geschlossen. Was danach geschah und wann, darüber können möglicherweise die Erkenntnisse der Spurensicherung alsbald weitere Aufklärung bringen.  

Kommentar: Auch die Stadt ist gefragt

Einbruchsversuche an der Hütte, Vandalismus an der neuen Tribüne – und jetzt sogar Feuer: Die Entwicklung rund um die Sportanlage von Westfalia Kinderhaus wirkt beängstigend. Spätestens der Brand von Samstag in der Vereinsgaststätte macht deutlich, dass es um viel mehr geht als nur Dumme-Jungen-Streiche.

Dass die Polizei mit Hochdruck ermittelt, darf man getrost erwarten. In der Vergangenheit gab es im Bereich Kinderhaus erfreulicherweise einige Ermittlungserfolge. Aber die Tätersuche ist kein einfaches Geschäft. Für die Verantwortlichen im Verein stellt sich die Frage, wie sie die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen können. Eine Videoüberwachung dieser am Stadtrand gelegenen Anlage erscheint ratsam, bedeutet aber enorme Kosten für den Club, der nicht auf Rosen gebettet ist.</p><p>Für Beobachter mit Vereinsbrille wie der Autor, aber auch andere steht fest: Die Stadtverwaltung muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Denn die Vereinsverantwortlichen hatten bei dem Neubau darauf gedrängt, eine Hausmeister- oder Pächterwohnung wie bei der alten „Hütte“ einzurichten. Schließlich war schon damals allen klar, dass die Lage ungebetene Gäste auf den Plan rufen würde. Dass die Verwaltung diesem Ansinnen des Vereins nicht nachgekommen ist, nimmt sie jetzt in die Pflicht, bei einer Lösung zeitnah und konkret mitzuhelfen. Und wenn die vorerst in der Aufstellung eines kleinen Mobilhauses bestünde. Platz wäre dort genug. Und gute Ideen tun dringend not.

- Dirk Anger

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