Mangelnde Kommunikation
Eltern wollen einen runden Tisch

Münster-Kinderhaus -

Mangelnde Kommunikation im Vorfeld kritisieren Schulleitung und Elternvertretung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Zudem ohne dass Bezirksvertretung und Schulausschuss im Vorfeld beteiligt wurden, soll am Mittwoch (11. Dezember) im Rat über die Einrichtung von drei Orten Gemeinsamen Lernens entschieden werden.

Dienstag, 10.12.2019, 21:00 Uhr
Mangelnde Kommunikation im Vorfeld monieren Schulleitung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und die Elternvertretung.
Mangelnde Kommunikation im Vorfeld monieren Schulleitung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und die Elternvertretung. Foto: kaj

„Ich bin enttäuscht, wie man an einer Schule vorbei agieren kann“, sagt Ralf Cyrus , Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Zum neuen Schuljahr soll das Gymnasium Schule des „Gemeinsamen Lernens“ werden. Ebenso wie das Schiller-Gymnasium und das Freiherr-vom Stein-Gymnasium.

Die Vorlage, mit der der Bedarf an Plätzen im Gemeinsamen Lernen in der Sekundarstufe geregelt werden soll, indem an drei städtischen Gymnasien selbiges dauerhaft eingerichtet wird, ist weder in der Bezirksvertretung Nord und noch nicht einmal im Fachausschuss, dem Schulausschuss, gewesen.

Die Vorlage landet am heutigen Mittwoch ausschließlich im Haupt- und Finanzausschuss (zur Vorberatung) und sofort im Anschluss im Rat zur Entscheidung. Cyrus ist klar, dass die Entscheidung, welche Schulen es werden sollen, letztlich von der Bezirksregierung getroffen wird.

Ihn ärgert vor allem die „mangelnde Kommunikation“. Er stelle Inklusion absolut nicht infrage, betont der Schulleiter ausdrücklich. Seine große Befürchtung ist, dass das gesamte Schulteam mit der Aufgabenbündelung an seine Grenzen stößt. „Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat so viele Herausforderungen wie kein anderes Gymnasium in Münster zu stemmen. Wir verstehen uns als Schule mit hoher sozialer Kompetenz. Das ist auch in unserem Leitbild verankert“, sagt er. „Wir sind nah dran an den Schülern“, fügt Cyrus mit Blick auf sein Kollegium hinzu: „ein superstarkes Team“. Ein Schulteam, das aber schon an Grenzen stoße.

Inklusionsklassen hätten in der Regel eine Größe von 25 Schülern. Werde die Klassengröße wegen höherer Anmeldezahlen am Geschwister-Scholl-Gymnasium erhöht, „geht das zu Lasten insbesondere der Inklusionsschüler“. Das solle gerade nicht passieren, meint der Schulleiter.

Ausdrücklich sei die Mitwirkung der Schule bei Entscheidungen des Schulträgers laut Schulgesetz NRW Paragraf 65 gewünscht, sagt Anke Sundermeier, Vorsitzende der Schulpflegschaft des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, mit Blick auf die aktuelle Ratsvorlage.  „Wir haben den Wunsch nach einem rundem Tisch explizit für unsere Schule  mit Bezug auf unsere individuelle Situation.“ Damit man die Ressourcen, die sich jetzt durch die neue Situation ergeben, zielgerichtet ausschöpfen könne – und zwar mit der fachkundigen Beratung durch den Schulträger und die Bezirksregierung als obere Schulaufsichtsbehörde.

„Ich bin seit 15 Jahren für die Schule in der Schulpflegschaft aktiv. Immer wieder muss man reagieren auf Dinge, über die nicht informiert wurde.“ Sundermeier kritisiert: „Kein positives Bild der Politik und der Stadt Münster, die auch im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht hier nicht tätig wurden.“ Die Schulpflegschaftsvorsitzende fügt hinzu: „Wir würden gerne mal zielgerichtet gemeinsam agieren. Damit wir nicht immer nur reagieren müssen. Das vermisse ich seit 15 Jahren.“  

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