Geduld ist ständige Begleiterin
Naturfotograf Jaroslaw Mackiewicz kam bis ins "Wildlife"-Finale

Münster-Kinderhaus -

Die Maxime von Jaroslaw Mackiewicz lautet: zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Tag oder Nacht. Immer auf der Suche nach magischen Momenten – er liebt die Nuancen des Lichts. So entstehen seine Bilder.

Freitag, 27.12.2019, 01:00 Uhr aktualisiert: 27.12.2019, 11:56 Uhr
Aus vier Metern Entfernung schoss Jaroslaw Mackiewicz dieses Bild.
Aus vier Metern Entfernung schoss Jaroslaw Mackiewicz dieses Bild. Foto: Jaroslaw Mackiewicz

„Er sieht etwas und vergisst alles andere – so ist mein Mann.“ So beschreibt Aska-Joanna Mackiewicz ihren Ehemann Jaroslaw. Er ist Naturfotograf und hat es bis ins Finale des bedeutenden 55. Wettbewerbs „Wildlife Photographer of the Year“ des Londoner Natural History Museums geschafft. In diesem Jahr wurden insgesamt 48 130 Fotos aus 100 Ländern eingereicht.

Nach der Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in London gehen die 100 Siegerfotos stets auf Reise durch Großbritannien und Europa, durch Australien und Nordamerika. Die Deutschland-Premiere der Ausstellung war erneut, wie berichtet, im Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo. Dort werden die Siegerbilder bis zum 5. April gezeigt.

Aska und Jaroslaw Mackiewicz stammen aus Polen und leben seit rund sieben Jahren in Kinderhaus. Sie haben zwei Söhne. Jaroslaw Mackiewicz arbeitet mit einer Nikon D 500 „ohne Automatik, nur manuell. Es ist eine alte Kamera“, sagt er und lächelt sanft. Als Junge fotografierte er mit einer russischen Smena, entwickelte die Filme und machte die Abzüge. Der Natur gilt seine ganze Leidenschaft: Ihre Schönheit bietet ihm faszinierende Motive. Die Rieselfelder „sind mein zweites Zuhause“ gesteht er. Seit Jahren.

Magische Momente

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Über 200 Kilometer hat er in den Rieselfeldern mit seinem Fahrrad „abgeradelt“, Tarnkleidung und Fotoausrüstung immer dabei. Nachdem das Rad geklaut wurde, ist er nun mit einem kleinen Wagen unterwegs. Seine ständige Begleiterin – die Geduld. Fünf Jahre hat er gebraucht, bis er das Bild von dem Bussard „im Kasten“ hatte. Der Greif muss ihn zum Schluss gekannt und akzeptiert haben: Denn seine beiden besten Bilder von ihm schoss Jaroslaw Mackiewicz aus vier Metern Entfernung – ohne Tarnung. Und ohne Tricks, wie er nachdrücklich betont. Tricks? Es gebe Fotografen, die legten zum Beispiel Hähnchen als Köder aus, erzählt er.

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Jaroslaw Mackiewicz lebt in Kinderhaus, die Rieselfelder sind sein "zweites Zuhause", sagt er Foto: Katrin Jünemann

Seine Maxime lautet: zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Tag oder Nacht. Immer auf der Suche nach magischen Momenten – er liebt die Nuancen des Lichts. So entstehen seine Bilder. Kämpfende Graureiher erwischte er beispielsweise auf der Wiese vor dem „Heidekrug“ und fing die Ästhetik ihre Flugkünste ein.

Münsters Schloss bei Nacht, der Prinzipalmarkt in eisiger Winteratmosphäre, eine Passagiermaschine vor einem übergroßen Vollmond zählen beispielsweise zu seinen Motiven, wenn er nicht in der Natur unterwegs ist.

Seine Bilder hat Jaroslaw Mackiewicz – bis auf die Bewerbung in London, auf Initiative seiner Frau – bislang noch nicht gezeigt. Vielleicht lässt er sich überzeugen, das zu ändern.

Wildlife Photographer of the Year 2019

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  • Einen großen, männlichen Jaguar projizierte Alejandro Prieto auf einen Teil der Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko. Früher gehörte der Südwesten der Vereinigten Staaten zum natürlichen Lebensraum des Jaguars. Doch durch den Einfluss des Menschen ist er dort fast ausgestorben. Mit diesem Symbol für mehr Tierschutz gewann Prieto den Preis in der Kategorie "Fotojournalismus: Einzelbild". 

    Foto: Alejandro Prieto - Wildlife Photographer of the Year
  • Ein Steinadler überwacht die Küste im nördlichen Norwegen. Der Biologe Audun Rikardsen fängt mit diesem Bild die beeindruckende Kraft des Tieres ein. Für dieses Werk wurde er als Wildlife Photographer in der Kategorie "Behaviour: Birds" ausgezeichnet.

    Foto: Audun Rikardsen - Wildlife Photographer of the Year
  • Braune Ratten sind als starke Schwimmer, Gräber und Springer perfekt an das Leben in der Großstadt angepasst. In der New Yorker Pearl Street huschen sie gerade von ihrer Nahrungssuche bei den Mülleimern zurück in ihr Zuhause unter einem Baumgitter. Der Engländer Charlie Hamilton James erhielt mit dieser Aufnahme die Auszeichnung in der Kategorie "Urban Wildlife".

    Foto: Charlie Hamilton James - Wildlife Photographer of the Year
  • Das beste Bild in der Altersgruppe 11-14 Jahre schoss in diesem Jahr Cruz Erdmann aus Neuseeland. Seine Aufnahme "Night glow" zeigt einen Großflossen-Riffkalmar in Indonesien. 

    Foto: Cruz Erdmann - Wildlife Photographer of the Year
  • Daniel Kronauer verfolgte in der Abenddämmerung diese Wanderameisen in Costa Rica. Nach etwa 400 Metern bauten sie mit ihren Körpern ein Tagesschlafnest für ihre Königin und die Larven. Laut der Jury dokumentierte der US-Amerikaner damit dieses Jahr am besten das Verhalten wirbelloser Tiere.

    Foto: Daniel Kronauer - Wildlife Photographer of the Year
  • In der Kategorie "Under Water" wurde David Doubilet (USA) ausgezeichnet. Sein Bild "The garden of eels" zeigt eine riesige Kolonie von Röhrenaalen bei den Philippinen. Eigentlich ist diese Spezies sehr scheu und gräbt sich schnell in den Sand ein, sobald etwas Ungewöhnliches geschieht.

    Foto: David Doubilet - Wildlife Photographer of the Year
  • Mit seinen langen flexiblen Beinen ist der Puma extrem schnell. Allerdings gelingt es dem Tier nur jedes fünfte Mal seine Beute zu töten. Auch dieses Guanako in Chile auf dem Bild des deutschen Fotografen Ingo Arndt entflieht seinem Jäger.

    Foto: Ingo Arndt - Wildlife Photographer of the Year
  • Glühende Lavazungen strömen in den Pazifischen Ozean und erzeugen riesige, schädliche Wolken. Das Foto von Luis Vilarino Lopez aus Spanien zeigt den Kilauea, einen der aktivsten Vulkane der Welt, auf Hawaii. 

    Foto: Luis Vilariño - Wildlife Photographer of the Year
  • Jeden Frühling seit über 10 Jahren verfolgt Manuel Plaickner aus Italien die Massenmigration des Grasfrosches in Süd Tirol. Um sich zu vermehren, begeben die Frösche sich in ein stehendes Gewässer. Mit diesem Bild gewann Plaickner in der Kategorie "Behaviour: Amphibians and Reptiles".

    Foto: Manuel Plaickner - Wildlife Photographer of the Year
  • Riccardo Marchgiani aus Italien war mit seinem Vater und einem Freund im Hochland von Äthiopien unterwegs, als ihm plötzlich eine weibliche Dschelada mit ihrem eine Woche alten Kind im Beutel vor die Linse lief. Der 17 jährige gewann damit den Widlife-Photographer Award in der Altersklasse zwischen 15 und 17 Jahren.

    Foto: Riccardo Marchegiani - Wildlife Photographer of the Year
  • Man könnte denken, dass es sich bei diesem Bild um eine Ameise handelt. Beim Zählen der Beine stellt sich jedoch heraus, dass diese Krabbenspinne nur eine Ameise imitiert, um sich vor Feinden zu schützen. Diesen seltenen Anblick hielt Ripan Biswas aus Indien fest und machte damit das beste Tierporträt in diesem Jahr.

    Foto: Ripan Biswas - Wildlife Photographer of the Year
  • "The huddle" heißt das Bild vom deutschen Naturfotograf Stefan Christmann. Es zeigt mehr als 5.000 männliche Kaiserpinguin, die sich gegenseitig vor dem eisigen Wind der Antarktis schützen.

    Foto: Stefan Christmann - Wildlife Photographer of the Year
  • In der Altersklasse unter zehn Jahren gewann Thomas Easterbrook aus dem Vereinigten Königreich. Auf seinem Bild nähert sich ein Taubenschwänzchen-Kolibri einem Herbstsalbei. Durch die enorm schnellen Flügelschläge des Tieres ist es sehr schwierig, ein scharfes Bild zu schießen. 

    Foto: Thomas Easterbrook - Wildlife Photographer of the Year
  • Sichtlich überrascht ist das Murmeltier von dem heranschleichenden Fuchs. Nach dem sechs Wochen langen Winterschlaf im Untergrund des Hochlandes von Tibet stieg es hungrig aus seinem Versteck - den Fuchs hatte es wohl übersehen. "The Moment" nannte Yongqing Bao aus China sein Bild, für das er zum Gesamtsieger ernannt wurde.

    Foto: Yongqing Bao - Wildlife Photographer of the Year
  • In der Kategorie der Pflanzen und Pilze gewann Zorica Kovacevic aus Serbien. Auf ihrem Bild sieht man die Arme der Monterey-Zypresse. Der Pont Lobos State Reserve direkt an der kalifornischen Küste bringt als einziger Ort der Welt ausreichend saubere Luft und Feuchtigkeit für dieses Naturschauspiel mit.

    Foto: Zorica Kovacevic - Wildlife Photographer of the Year
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