Darstellung in St. Josef
Krippe regt zum Nachdenken an

Münster-Kinderhaus -

Jedes Jahr wird mit den selben Figuren in der St.-Josef-Kirche eine neue Krippe gestaltet. Die aktuelle Darstellung ist ungewöhnlich und regt zum Nachdenken an.

Sonntag, 29.12.2019, 17:01 Uhr
Pfarrer Jan Magunski erläutert die Bedeutung der „Menschensäulen“. In der neuen Krippe, die bis Mitte Januar in der St.-Josef-Kirche zu sehen ist (kl. Bild), stehen die Figuren übereinander.
Pfarrer Jan Magunski erläutert die Bedeutung der „Menschensäulen“. In der neuen Krippe, die bis Mitte Januar in der St.-Josef-Kirche zu sehen ist (kl. Bild), stehen die Figuren übereinander. Foto: sn

„Wir haben noch nie so viele positive Reaktionen erhalten“, sagt Pfarrer Jan Magunski. Jedes Jahr wird mit den selben Figuren in der St.-Josef-Kirche eine neue Krippe gestaltet. „Viele kommen hierher, weil sie neugierig sind, wie sie dieses Mal aussieht.“ Die aktuelle Darstellung hatte wohl niemand erwartet: Die Figuren stehen übereinander, bilden zwei parallele Säulen und ganz oben ist der Erdball zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Anfang Dezember sprach Jan Magunski mit den Jugendlichen, die beim Aufbau helfen. Viele aus der Messdienerleiterrunde waren dabei und Mitglieder der Christlich Jungen Gemeinde: „Wir haben uns gefragt: Was hat dieses Jahr gebracht?“ Dabei diskutierten alle auch einen Zeitungsartikel, der den Titel „Welt am Abgrund“ trug. Angesichts von Krisen, Katastrophen und immer neuer Kriege, sowie unberechenbarer Staatslenker scheine die Zukunft des Planeten im wahrsten Sinne des Wortes auf der Kippe zu stehen, so Magunski.

Die Antwort der Kinderhauser Krippenbauer ist einfach und zugleich hoffnungsvoll: „Nur wenn wir wirklich zusammenstehen, wenn wir einander tragen und ertragen, wenn keiner ich-süchtig und selbstherrlich aus der Reihe tanzt, wird sich die Menschheit halten können“, erklärt der Pfarrer.

Die linke Figurensäule der Krippe, die von Maria und Josef getragen wird, zeigt den Glauben als Fundament: „Eigentlich stehen wir auf gutem Grund“, so Magunski. Die rechte Säule verweise auf das Grundgesetz. Die Heiligen drei Könige symbolisierten nämlich diejenigen, die „mehr“  hätten und besser gestellt seien: „Sie sollten auch mehr Verantwortung tragen.“ Darum stünden sie auch unten und schulterten auch am meisten.

Die Hirten stehen weiter oben in der Menschensäule, und ganz an der Spitze ist der blaue Planet platziert worden. Unweigerlich denkt man da an die Klimadiskussion: „Greta hat einen Anfang gemacht. Vielleicht geht so etwas auch mit dem Thema Frieden“, hofft Magunski.

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