Ausstellung
Umweltsünden früh erkannt

Münster-Kinderhaus -

Sein Handwerk hat Hermann Spanier bei den Schanze-Malern Busch, Pape, Pieper und Jungglas erlernt. Der gelernte Dekorations- und Kirchenmaler hat aber auch die Bühne im Thalia-Theater gemalt, im Zirkus oder im Mal-Saal der Deutschen Oper gearbeitet. Aktuell stellt der 85-Jährige in Kinderhaus aus.

Freitag, 10.01.2020, 17:12 Uhr
„Die Wächter“ malte Hermann Spanier bereits 1999.
„Die Wächter“ malte Hermann Spanier bereits 1999. Foto: Peter Sauer

Ob Cola-Dose oder verölter Handschuh: überdimensional wirkt der Plastik- und Sondermüll gegenüber den vergleichsweise winzigen Muscheln auf dem Bild „Strandgut“. Hermann Spanier malte die ökologische Mahnung bereits 1982. Jetzt kann man diese wiederentdecken mit weiterhin wichtiger Relevanz – als Teil der aktuellen Ausstellung, die bis Mitte Februar im Begegnungszentrum Kinderhaus am Sprickmannplatz 7 läuft.

Der 85-jährige Spanier zeigt vor allem bunte Tempera-Bilder im klaren Farben-Kanon, die man der Neuen Sachlichkeit zuordnen kann.

„Strandgut“ von Hermann Spanier

„Strandgut“ von Hermann Spanier Foto: Peter Sauer

Seine starke, schon in der Jugend ausgeprägte Naturverbundenheit zeigt sich in Fernweh auslösenden maritimen Stillleben („Wilhelmshaven“) und in stimmungsvollen Landschaftsbildern (Venner Moor“). Berühmte Orte konzentriert er auf das Wesentliche, zum Beispiel Venedig auf die legendären Masken des Karnevals.

Beim Gang durch die Ausstellung erkennt man, dass Spanier gelernter Dekorations-, Reklame-, Bühnen- und Kirchenmaler ist: Seine vielschichtigen Bilder sprechen den Betrachter direkt an. Das Querformat „Die Wächter“ erzählt spiegelbildlich vom Kampf zwischen der Natur und der Zivilisation – mit Anklängen an die Schöpfungsgeschichte.

Sein Bild „Solidarität“ von 2012 vereint Soldat, Pazifist und Muslimin zu einer symbolträchtigen Mahnung für den Frieden. Hoffnungsfroh erscheint das Tempera „Papillon“ von 2019, auf dem Natur und Mensch eine belebende Symbiose einzugehen scheinen.

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