Sammlung ist künftig für die Öffentlichkeit nutzbar
Stoffers Schätze wandern ins Archiv

Münster-Kinderhaus -

Es ging fix mit der Übergabe der umfangreichen Sammlung von Henning Stoffers, Kenner und Erforscher der münsterischen Alltagsgeschichte, an das Stadtarchiv. Zumindest der erste Teil ist schon umgezogen

Freitag, 13.03.2020, 18:50 Uhr
Henning Stoffers (M.), Kenner und Erforscher der münsterischen Alltagsgeschichte, übergab erste Teile seiner umfangreichen Sammlung an Peter Worm, Leiter des Stadtarchivs, und seine Stellvertreterin Anja Gussek.
Henning Stoffers (M.), Kenner und Erforscher der münsterischen Alltagsgeschichte, übergab erste Teile seiner umfangreichen Sammlung an Peter Worm, Leiter des Stadtarchivs, und seine Stellvertreterin Anja Gussek. Foto: Jan Schneider

Das ging fix. Eigentlich hatte Henning Stoffers , Kenner und Erforscher der münsterischen Alltagsgeschichte, nur mit einem Vorgespräch zur Übergabe seiner umfangreichen Sammlung an das Stadtarchiv gerechnet, als es morgens an der Tür seines Kinderhauser Bungalows klingelte. Die Besucher Dr. Peter Worm , Leiter des Stadtarchivs, und seine Stellvertreterin Anja Gussek wollten aber „Nägel mit Köpfen machen“, so Worm. Sie packten gleich mal ein.

Historische Adressbücher, alte Fotos und weitere von Stoffers zusammengetragene Zeugnisse der Stadtgeschichte wurden in robuste, gelbe Plastik-Boxen gestellt, die früher einmal im Postdienst waren. „Jetzt haben Sie wieder Platz“, bemerkte Gussek trocken, nachdem die erste Fuhre aus Stoffers Keller in den Kofferräumen der beiden Archiv-Mitarbeiter verstaut war.

Stoffers freute sich sichtlich über den beginnenden Umzug seiner Sammlung. Trennungsschmerz? Er schüttelte den Kopf: „Ich habe mich innerlich schon damit abgefunden“.

Und er half bei einem zen­tralen Punkt des Umzugs entscheidend mit: Während in seinem Keller nämlich sozusagen analog ausgeräumt wurde, sorgte Stoffers oben im Wohnzimmer dafür, dass auch der digitale Teil seiner Sammlung ans Stadtarchiv überging. Von seinem Laptop kopierte er 38 190 Dateien – meist Fotos – auf eine Festplatte, die Worm und Gussek mitgebracht hatten.

In vier bis sechs Wochen sei dieser Teil von Stoffers Sammlung bereits im Stadtarchiv für die Öffentlichkeit nutzbar, sagte Worm: „Dann haben wir die Digitalbilder im Zugriff.“ Wer sie – und künftig weitere Teile der Stoffers-Sammlung – auswerten möchte, müsse lediglich im Archiv einen Nutzungsantrag stellen.

Eins betonte Worm angesichts der Fülle des von Stoffers zusammengetragenen Materials zudem: „Das wird nicht aufgelöst. Das bleibt als ,Sammlung Stoffers‘ zusammen“. Der vollständige Titel im Stadtarchiv werde „Sammlung Stoffers / Münsterländische Bank / Depositur im Stadtarchiv“ lauten.

Die Münsterländische Bank Thie & Co. hatte die Sammlung erworben und stellt sie dem Stadtarchiv als Dauerleihgabe zur Verfügung (wir berichteten).

Als sich in Stoffers Keller die Regale deutlich geleert hatten, schaute sich Archiv-Fachfrau Gussek um und betonte: „Das war der erste Schwung“. Beim nächsten Mal werde man wohl mit einem Möbelwagen anrücken müssen, um insbesondere die vielen von Stoffers gesammelten Bücher sowie zahlreiche Erinnerungsstücke an die Stadtgeschichte mitzunehmen. Darunter dürfte dann vermutlich auch die Uniform eines Feuerwehrmanns der Osmo-Werke sein. Eigentlich sei das Stadtarchiv dafür nicht der richtige Aufbewahrungsort, so Worm. Er werde in dieser Hinsicht wohl mal beim Stadtmuseum nachfragen.

Und was geschieht mit Stoffers Keller, wenn er leer ist? Dort möchte sich seine Ehefrau Gisela ein Malatelier einrichten.

Henning Stoffers wird aber auch künftig über interessante Aspekte der Stadthistorie Vorträge halten und im Internet berichten. „Ich werde weiter Geschichten schreiben“, betont er. Schließlich hat er in den 38 190 Dateien auf seinem Rechner noch genügend Anregungen dafür.

 

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