Schule unter anderen Bedingungen
Das Lernen geht weiter

Münster-Kinderhaus -

Über 1000 Schüler von drei Schulen bevölkern zu normalen Zeiten das Kinderhauser Schulzentrum. Jetzt ist dort nichts los. Aber das Lernen geht weiter. Wie das Gymnasium das organisiert, erläutert Schulleiter Ralf Cyrus.

Mittwoch, 18.03.2020, 19:00 Uhr
Die Ruhe ist nur oberflächlich: Ralf Cyrus erläutert
Die Ruhe ist nur oberflächlich: Ralf Cyrus erläutert Foto: kaj

Das Kinderhauser Schulzentrum, in dem zu normalen Zeiten über 1000 Schüler der drei Schulen (Geschwister-Scholl-Gymnasium, Geschwister-Scholl-Realschule und Grundschule am Kinderbach) anzutreffen sind, ist momentan ungewohnt ruhig. Trotzdem geht das Lernen weiter. Dazu befragte Redakteurin Katrin Jünemann Ralf Cyrus , Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

 

Wie funktioniert Lernen? Wie kann man das beschreiben?

Ralf Cyrus: Schüler und Lehrer kommunizieren über die Plattform IServ mit hauseigenen E-Mail-Adressen. Zusätzlich können die Lehrkräfte Aufgaben mit Abgabetermin an die gesamte Lerngruppe, an Teilgruppen oder individuell vergeben. Zusätzlich kann man einen Messenger für die Lerngruppe einrichten, damit sich die gesamte Lerngruppe untereinander und/oder mit der Lehrkraft über fachliche Inhalte austauschen kann – im Grunde ein Fach-Chat.

Ralf Cyrus: Schüler und Lehrer kommunizieren über die Plattform IServ mit hauseigenen E-Mail-Adressen. Zusätzlich können die Lehrkräfte Aufgaben mit Abgabetermin an die gesamte Lerngruppe, an Teilgruppen oder individuell vergeben. Zusätzlich kann man einen Messenger für die Lerngruppe einrichten, damit sich die gesamte Lerngruppe untereinander und/oder mit der Lehrkraft über fachliche Inhalte austauschen kann – im Grunde ein Fach-Chat.

Werden noch Arbeiten geschrieben in der Unter- und Mittelstufe?

Cyrus: In der Zeit der Schulschließung werden keine Prüfungen durchgeführt. Es können also erst nach Öffnung der Schule(n) wieder Arbeiten geschrieben werden. Allerdings ist durch das kurze Halbjahr vermutlich eine Reduzierung von Klassenarbeiten denkbar, weil es ansonsten aufgrund der Termindichte für die Kollegen nicht leistbar ist. Hierzu warten die Schulen auf Informationen aus dem Ministerium für Schule und Bildung.

Wichtig ist jetzt der enge Austausch zwischen Lerngruppen und Fachlehrkraft zur Vorbereitung auf das Abitur, sagten Sie. Wie funktioniert das?

Cyrus: Die grundsätzliche Kommunikation erfolgt wie beschrieben. Es bietet sich sicherlich an, fehlenden Unterrichtsstoff durch entsprechende Aufgabenstellungen und Lernvideos zu bearbeiten. Zusätzlich ist es sinnvoll, Abituraufgaben der letzten Jahre systematisch zu bearbeiten und zu besprechen. Die Schüler können gezielt Fragen stellen und somit gezielt ihre Wissenslücken schließen.

Die grundsätzliche Kommunikation erfolgt wie beschrieben. Es bietet sich sicherlich an, fehlenden Unterrichtsstoff durch entsprechende Aufgabenstellungen und Lernvideos zu bearbeiten. Zusätzlich ist es sinnvoll, Abituraufgaben der letzten Jahre systematisch zu bearbeiten und zu besprechen. Die Schüler können gezielt Fragen stellen und somit gezielt ihre Wissenslücken schließen.

Was ändert sich für die Lehrer?

Cyrus: Für nicht wenige Lehrkräfte ist die rein digitale Kommunikation ungewohnt – hier muss sich erst auch im Handling eine Routine etablieren. Wenn man sehr viele Lerngruppen hat, ist die individuelle Betreuung der Schüler aufwendig. Hier müssen wir zielführende Interaktionsprozesse erproben. Für sehr gewinnbringend halte ich hier auch einen Lerngruppen-übergreifenden Austausch der Lehrkräfte, ebenfalls über einen gemeinsamen Chat.

Ist die Homepage primäres Info-Medium oder der Elternbrief?

Cyrus: Die wesentlichen Informationen sende ich an alle Gremien per E-Mail. Flankiert wird dieser Informationsweg über die Aktualisierung der Homepage und des digitalen Kalenders. Bei der Informationsweitergabe muss ich wirklich aufpassen, keine Teilgruppe zu vergessen: Eltern, Kollegium, Mitarbeiter (Sekretariat, Schulsozialarbeit, Hausmeister, Technik, Mensa, Bücherei, Freier Träger SeHT, Mitarbeiter im Ganztag), Schülerschaft, Schulleitungen Schulzentrum, Stadt, Gesundheitsamt, Bezirksregierung, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster und nicht zuletzt die Presse.

Die wesentlichen Informationen sende ich an alle Gremien per E-Mail. Flankiert wird dieser Informationsweg über die Aktualisierung der Homepage und des digitalen Kalenders. Bei der Informationsweitergabe muss ich wirklich aufpassen, keine Teilgruppe zu vergessen: Eltern, Kollegium, Mitarbeiter (Sekretariat, Schulsozialarbeit, Hausmeister, Technik, Mensa, Bücherei, Freier Träger SeHT, Mitarbeiter im Ganztag), Schülerschaft, Schulleitungen Schulzentrum, Stadt, Gesundheitsamt, Bezirksregierung, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster und nicht zuletzt die Presse.
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