Corona wirkt in den Alltag hinein
„Bleib gesund“ heißt es überall

Münster-Nord -

Das öffentliche Leben verändert sich. Die Atmosphäre ist seltsam ruhig – Eindrücke aus Münsters Norden.

Donnerstag, 19.03.2020, 22:13 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 22:20 Uhr
Die aktuelle Situation spiegelt sich auch in den Geschäften in Münsters Norden wider: ob in Coerde, Kinderhaus oder Sprakel.
Die aktuelle Situation spiegelt sich auch in den Geschäften in Münsters Norden wider: ob in Coerde, Kinderhaus oder Sprakel. Foto: kaj

Das öffentliche Leben verändert sich. Wer durchs Kinderhauser Zentrum geht, steht vor vielen verschlossenen Geschäften. Die Sparkassen-Filiale zum Beispiel ist bis auf Weiteres geschlossen ebenso wie Woolworth und Kik.

Die Atmosphäre ist seltsam. „Unheimlich, wie damals bei Tschernobyl: Man riecht nichts, man sieht es nicht“, hätten Kunden gesagt, berichtet Ursula Ostlinning . In dem Shopcenter am Idenbrockplatz befindet sich die Postfiliale. Es ist geöffnet, die Kunden werden per Hinweistafel um Distanz gebeten. Das Kinderhauser Reisebüro indes „ist geschlossen, aber dienstbereit“, erklärt Berthold Ostlinning . Es sei telefonisch und per E-Mail erreichbar. Dennoch: „Die Schließung ist eine Katastrophe: Wir haben Kurzarbeit beantragt.“ Es gibt große Sorgen.

Auch auf dem Kinderhauser Wochenmarkt ist es eher ruhig und übersichtlich am Donnerstag. Es macht den Eindruck, als ob zwischen den Ständen doch mehr Platz ist als sonst. Der große Andrang, den es sonst an einigen Ständen gibt, bleibt aus.

„Ich achte schon darauf, meine Sozialkontakte einzuschränken“, sagt eine Kundin. Sie habe ein krankes Familienmitglied zuhause, dass sie nicht gefährden wolle.

Gespräche auf dem Markt – etwa von Fahrradfahrer zu Fahrradfahrer – werden mit Distanz geführt: Jeder lehnt an seiner Leeze – alles ein Stück auseinander. „Bleib‘ gesund“ hört man immer wieder, wenn sich Menschen voneinander verabschieden. Im Vorraum der Sparkassenfiliale begegnen sich die Bankkunden mit Abstand.

In Sprakel hat Familie Hinnemann, die den Edeka-Markt führt, die Öffnungszeiten geändert: Geöffnet ist nun montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. „Wir haben das Personal in zwei getrennte Gruppen eingeteilt“, erklärt Sandra Schellerhoff. Die eine Gruppe arbeite vormittags, die andere Gruppe nachmittags. Samstags ist der Edeka-Markt in Sprakel von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Dann sei im wöchentlichen Wechsel jeweils nur eine Gruppe im Einsatz, erläutert Schellerhoff.

Im Edeka-Markt in Coerde werde vorbeugend mit Desinfektionsmitteln gearbeitet, erläutert Inhaber Friedhelm Rotthowe. Er hofft inständig, „dass unsere Leute gesund bleiben.“ In seinem Edeka-Markt in Handorf, der wegen des Neubaus vorübergehend in einem Getränkemarkt untergebracht ist, habe er schon eine durchsichtige Trennwand zwischen Kassiererin und Kunden getestet, berichtet Friedhelm Rotthowe. Er wolle jetzt zwei Exemplare davon auch für den Markt in Coerde bestellen.

 

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