Aktion von Schützenbruderschaft St. Josef und Waldschule gegen den Spinner
30 Nistkästen fürs Meisenvolk

Münster-Kinderhaus -

Hotelbau für Spinner-Feinde: Auf der Speisekarte von Meisen steht der Eichenprozessionsspinner ganz oben. Die Schützenbruderschaft St. Josef und die Waldschule bauten deshalb Nistkästen. Sie hängen nun im Schulwald.

Samstag, 21.03.2020, 06:41 Uhr aktualisiert: 21.03.2020, 06:50 Uhr
Um die Gunst der Meisen buhlen alle: Denn der Eichenprozessionsspinner steht ganz
Um die Gunst der Meisen buhlen alle: Denn der Eichenprozessionsspinner steht ganz Foto: Claus Röttig

Im Kinderhauser Schulwald hängen jetzt jede Menge Nistkästen. Denn sowohl die Waldschule Kinderhaus als auch die Mitglieder der Schützenbruderschaft St. Josef hatten die gleiche Idee: Sie wollen dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken. Denn die Raupe hatte im vergangenen Jahr im Wald gleich neben der Schule nicht nur die Schüler geplagt, sondern auch die Schützen.

Im Wald findet das Schützenfest statt: Viele Bäume waren betroffen, und die Schützen durften während ihres Festes noch nicht einmal in ihre Nähe kommen.

Doch wie rückt man der Raupe zu Leibe, wenn es nicht gerade die chemische Keule sein soll? Darauf gibt es jetzt eine Antwort: mit 30 durchnummerierten Nistkästen an den Bäumen des Schulwalds.

Denn in den kleinen Holzboxen siedeln sich Vögel an, auf deren Speisekarte der Eichenprozessionsspinner ganz oben steht: Meisen haben die Raupen im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern.

„Wir hatten die Idee mit den Nistkästen gleich nach dem Schützenfest und sind dann auf die Waldschule zugegangen“, erinnert sich der zweite Brudermeister Dirk Diekmann . Dann kam die Überraschung: Auch die Schule hatte Ähnliches vor.

„Es war ein Projekt im Werkunterricht, gleich in zwei Klassen“, erklärte Werk-, Technik- und Mathelehrer Jochen Gronau. Sowohl die zehnte als auch die achte Klasse machte sich an die Arbeit. „Die Nistkästen sind dann sogar wirklich benotet worden, es kam beispielsweise auf Genauigkeit an“, so der Lehrer.

Das war gar nicht einfach: Denn gerade das Dach mit Metall hatte es in den Ecken in sich. „Aber es haben wirklich alle toll gemacht“, so das einstimmige Resümee. Gleich 20 Stück konnten die Schüler fertigstellen, zehn hatten die Schützen parat. „Die hängen wir nun auf, aber bitte auch so, dass man sie beobachten kann“, sagte Gronau.

So war es kein Wunder, dass Nistkasten Nummer eins gleich im Schulgarten seinen Platz fand. „Wir müssen aber auch auf den Abstand achten: 20 bis 25 Meter sollten es schon sein“, warf Georg Recker von den Schützen ein. Ein weiteres Detail: Nistkästen dürfen laut Umweltamt nur mit einem Nagel befestigt werden, und der muss aus Aluminium sein. „Schrauben oder Kupfer-Nägel würden den Baum schädigen, er könnte sogar eingehen“, erklärte Dirk Diekmann.

Die Pflege übernimmt die Schützenbruderschaft St. Josef: Einmal im Jahr, genauer im Herbst, werden die Nistkästen sauber gemacht und gewartet.

„Nun müssen wir nur noch warten, ob alle Kästen angenommen werden“, hieß es im Schulwald. Das Gemeinschaftsprojekt war eine gute Aktion fanden Schützen und Lehrer.

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